Sendung vom 23. Oktober 2011
Sabina Maier aus München fragt:
Was passiert, wenn man seine Haut täglich eincremt und dann die Creme plötzlich weglässt? Nimmt die Haut das erst mal übel, geht sie auf "Entzug" und beschwert sich mit Trockenheit und Rötungen? Das will Kopfball-Zuschauerin Sabina Maier aus München wissen. Kopfball-Reporterin Ulrike Brandt-Bohne fragt erst mal bei zehn Hautärzten nach. Das Ergebnis: Vier Experten sagen: Nein, das sei ein rein subjektives Empfinden. Die anderen sechs sagen: Ja, es gebe Entzugserscheinungen, die Haut werde zunächst trockener. Wer hat Recht? Es gibt nur wenige Studien, bei denen Teilnehmer mit gesunder Haut untersucht wurden – meistens von der Kosmetikindustrie... Doch Uli findet zwei unabhängig durchgeführte Studien mit insgesamt 100 Teilnehmern. Sie liefern Hinweise darauf, dass die Haut nach plötzlichem Creme-"Entzug" erst mal trockener und empfindlicher reagiert – mehr aber auch nicht.
Ulrike macht – gemeinsam mit Gunda (72 Jahre) und Nicolay (31) – einen Selbstversuch. Alle drei cremen 14 Tage lang mit einer handelsüblichen, sehr fetthaltigen Creme die Innenseite eines Unterarms ein und lassen den anderen Arm unbehandelt. Nach zwei Wochen untersucht Dr. Sybille Schliemann den Zustand ihrer Haut im Hautphysiologischen Labor der Uni-Klinik Jena: Mit einem besonderen Messgerät bestimmt sie den Wassergehalt in den obersten Hautschichten. Ein höherer Wassergehalt lässt die Haut praller und damit jünger aussehen. Die Messungen zeigen bei allen drei Probanden auf der gecremten Seite tatsächlich einen höheren Wassergehalt. Sybille Schliemann erklärt: "Solange die Hautcreme regelmäßig aufgetragen wird, wirkt sie wie eine Barriere für die oberste Hornschicht; darunter staut sich das Wasser, das normalerweise von der Hornschicht nach außen abgegeben wird; die Hornzellen quellen regelrecht auf – die oberste Hautschicht ist feuchter und wirkt glatter".
Ulrike, Gunda und Nicolay lassen im nächsten Versuchsschritt die Creme weg und kommen vier Tage später erneut ins Hautlabor. Dieses Mal kann Sybille Schliemann kaum einen Unterschied feststellen – alle drei Probanden haben auf beiden Innenarmseiten wieder die gleiche Hautfeuchtigkeit. Deshalb das Fazit: Regelmäßiges Eincremen schadet der Haut nicht, aber der positive Effekt, also die erhöhte Hautfeuchtigkeit, ist auch nicht von Dauer, sondern hält nur solange an, wie man cremt.
Film Anne Steinkamp mit Ulrike Brandt-Bohne
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