26.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2011/1030/trojaner.jsp

Sendung vom 30. Oktober 2011

Axel Rainer Delker aus Köln fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Was ist ein Trojaner und wie gefährlich kann er mir auf dem Computer werden?

Was wir beim täglichen Internetsurfen an Unternehmen wie Google, Apple oder Facebook über uns verraten, kann schon nachdenklich stimmen. Richtig bedrohlich aber wird es, wenn Kriminelle unsere Bankdaten ausspionieren und uns ausrauben. Dazu nutzen sie sogenannte Trojaner-Programme. Axel Rainer Delker möchte wissen, wie gefährlich diese Trojaner wirklich sind. Kopfball-Reporter Adrian Pflug will das für ihn beim Bundeskriminalamt (BKA) herausfinden. Dazu wird er sich von einem BKA-Experten "bestehlen" lassen.
"Wenn Sie jetzt diese Musikdatei auf Ihrem Computer abspielen, haben Sie schon verloren!", wird Adrian vom Internetexperten Mirko Manske gewarnt. Mirko Manske ist Teamleiter einer Spezialabteilung für Internetkriminalität im BKA. An den Computern seines Büros simuliert er mit Adrian einen Spionageangriff über das Internet mittels Schadsoftware – einem Trojaner. Manske hat Adrian gebeten, sich eine infizierte Musikdatei – wie es sie auch in Internet-Tauschbörsen geben könnte – auf seinen Computer herunterzuladen. Diese Musikdatei ist ein "trojanisches Pferd" – wie in der griechischen Sage: äußerlich schön anzusehen, aber innen drin versteckt ist die böse Infanterie – in diesem Fall eine Schadsoftware, mit der Kriminelle fremde Computer und damit die Identität der Besitzer ausspionieren können.

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Internetspionage: Trojaner-Programme können alles mitlesen ...

Adrian lädt sich eine infizierte Musikdatei auf den Test-Computer herunter und klickt sie an. Zunächst hört er aber nur Musik. Etwas Verdächtiges passiert nicht. Und genau das ist das Problem. Die Schadsoftware installiert sich vollkommen unsichtbar auf dem Computer und arbeitet dann völlig im Geheimen. Um das zu überprüfen, simuliert Adrian einen ganz normalen Alltag auf seinem Computer. Er schreibt eine E-Mail, loggt sich bei seiner Bank ein, und ruft bei einem großen Internet-Versandhandel sein persönliches Konto auf. Zu seiner Überraschung sieht Adrian auf einem zweiten Monitor, dass Mirko Manske an seinem Computer jede Aktion von Adrian im Detail mitverfolgen kann. Mirko Manske hat plötzlich nicht nur Zugang auf Adrians Festplatte mit allen Dokumenten, er kann sogar jede Tastatureingabe von Adrian mitlesen. So kennt Mirko Manske nun auch die Passwörter und Usernamen von Adrians E-Mail-Zugang und seinem Bank- und Internetversandkonto.

Einkaufen unter fremden Namen?

Adrian wird der Versuch allmählich unheimlich und Mirko Manske will noch einen draufsetzen: Er versucht, in Adrians Namen und auf dessen Kosten eine Kamera im Internet zu bestellen. Wird das wirklich klappen? Und können Kriminelle die eingerichteten Schutzmechanismen der Internethändler wirklich umgehen? Das aufschlussreiche Ergebnis sehen Sie im Film.

Kann man sich vor Trojanern schützen?

Mirko Manske gibt Adrian wichtige Tipps zum Schutz des Computers: "Beherzen Sie die üblichen Sicherheitstipps! Also dubiose Internetseiten meiden und dubiose Dateien nicht öffnen. Dann sollten Sie eine aktuelle Antiviren-Software nutzen und stets Ihre Programme und das Betriebssystem Ihres Computers auf dem neusten Stand halten. Denn dann können Sie sicher sein, dass Sie die Softwareversionen nutzen, auf denen zumindest die bekannten Sicherheitslücken geschlossen wurden. Wer wirklich ganz sichergehen will – und es sich leisten kann – müsste zwei Computer nutzen: Einen für Bank- und andere Geldgeschäfte im Internet, und den anderen fürs Surfen und die E-Mails. Das ist natürlich sehr aufwendig, aber dann kann man beim Surfen nicht den Computer infizieren, mit dem die sensiblen Kontodaten kommuniziert werden, und auf die Daten sind Kriminelle ja besonders scharf und mit denen können sie auch den größten Schaden anrichten."

Film Mike Schaefer mit Adrian Pflug

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 4

Nick
schrieb am 31.10.2011, 09:40 Uhr
Besonders unterhaltsam ist, dass hier ein Vertreter einer Behörde interviewt wird, die selbst genau diese Sorte von Malware einsetzt.

MiroMar
schrieb am 30.10.2011, 23:17 Uhr
War auf dem infizierten Rechner ein Antiviren-Programm? Reichen eine Firewall und ein Antivirenprogramm aus? Über Probleme zu berichten ist gut, aber wenn es dazu eine Lösung gibt, sollte man dies auch mitteilen. Schade.

Master.de
schrieb am 30.10.2011, 14:17 Uhr
Nein, jede aufgerufene datei, ob jpg, pdf oder andere, können Trojaner enthalten

nobody
schrieb am 30.10.2011, 13:53 Uhr
und ein aktueller Virenscanner sowie eine Firewall reichen, um das zu verhindern?



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