Sendung vom 30. Oktober 2011
Katrin Morr fragt:
Kann es sein, dass Flugzeuge von West nach Ost schneller unterwegs sind als umgekehrt? Was zuerst abwegig klingt, beweist ein Blick in den Flugplan: Ein Direktflug von Los Angeles nach Frankfurt ist mehr als eine Stunde schneller als in der Gegenrichtung. Man ist also mit der Erddrehung schneller unterwegs als gegen die Erddrehung. Der Grund für die schnellere Reise von West nach Ost: Die Piloten nutzen die sogenannten Jetstreams als Rückenwind aus. Jetstreams verlaufen auf der Nordhalbkugel zwischen dem 20. und 30. und zwischen dem 40. und 60. Breitengrad. Sie wehen mit durchschnittlichen Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h. Die Spitzengeschwindigkeiten liegen sogar über 500 km/h! Wo immer möglich, werden die Flugrouten dem Verlauf der Jetstreams angepasst.
Doch wie entstehen diese unglaublich starken Winde? Am Äquator erwärmt sich die Luft, weil es dort sehr warm ist. Große Luftmassen steigen auf und strömen in etwa zehn bis zwölf Kilometer Höhe in Richtung der kühleren Pole. Dort kühlen sie sich wieder ab und sinken nach unten. So entsteht eine konstante Luftströmung vom Äquator zu den Polen hin. Die Luftmassen strömen allerdings nicht auf dem direkten (also kürzesten) Weg vom Äquator zu den Polen: Durch die Erddrehung kommt es zu einer Ablenkung der Luftströme, und zwar mit der Erd-Drehrichtung. Dahinter steckt der Effekt der Corioliskraft. Wie das genau funktioniert, sehen Sie in einem eindrucksvollen Experiment im Kopfball-Film – jetzt angucken.
Text Niels Waibel
Film VisualBridges: Niels Waibel und Tobias Schlößer mit Steffi Terhörst und Burkhardt Weiß
Heinrich E. Höhn
schrieb am 30.10.2011, 19:01 Uhr
Fliegen Fligzeuge nach Amerika wegen der Erddrehung nicht über den Nordpol?
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