26.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2011/1106/meeresspiegel.jsp

Sendung vom 06. November 2011

Tom Buhrow fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Wie stark steigt der Meeresspiegel, wenn die gesamte Menschheit gleichzeitig ins Wasser geht?

Etwas über sieben Milliarden Menschen gibt es auf der Welt. Wenn die alle gleichzeitig ihren Badeurlaub am Meer verbringen und schwimmen gehen: Könnte man dann einen Anstieg des Meeresspiegels messen? Kopfball-Reporterin Steffi Terhörst steigt für einen ersten Test in die Badewanne. Und klar: Der Wasserspiegel in der Badewanne steigt, denn Steffi verdrängt mit ihrem Körper das Wasser und das steigt deshalb an. Von der Wanne geht es nun zum Großversuch: Steffi lädt 120 Schwimmerinnen und Schwimmer der DRK-Wasserwacht zum großen Verdrängungsschwimmen in ein Bonner Schwimmbad ein. Das Schwimmbecken hat eine Fläche von 7,5 mal 12,5 Meter (93,75 Quadratmeter). Als alle 120 Menschen nebeneinander im Wasser stehen, ist der Wasserspiegel im Becken um sieben Zentimeter angestiegen.

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Vom Schwimmbecken ins Meer

Diesen Anstieg gilt es nun, auf die Fläche der Meere und die Weltbevölkerung umzurechnen. Dabei hilft Dr. Thoralf Räsch vom Mathematischen Institut der Universität Bonn. Er braucht dazu ein paar statistische Daten: Etwa 7 Milliarden Menschen leben auf der Erde. Unser Planet ist zu etwa 70 Prozent mit Wasser bedeckt – das sind gut 360 Millionen Quadratkilometer. Steffi und Thoralf Räsch nehmen an, dass der Welt-Durchschnittsbürger etwa 60 Kilogramm wiegt, wobei bereits berücksichtigt ist, dass der Kopf aus dem Wasser ragt.

Die große Rechnung

Thoralf Räsch stellt diese Zahlen nun in Relation: Die Oberfläche des Schwimmbeckens mit ihren 93,75 Quadratmetern passt knapp vier Billionen mal in die Fläche aller Weltmeere mit ihren 360 Millionen Quadratkilometern (360.000.000 km² durch 93,75 m² = 3.840.000.000.000).
Die 120 Versuchspersonen im Schwimmbecken hochgerechnet auf die Weltbevölkerung mit 7 Milliarden Menschen ergibt einen Faktor in der Größenordnung von 60 Millionen (7.000.000.000 durch 120 = 58.333.333).
Außerdem wird berücksichtigt, dass die Jugendlichen beim Test im Schwimmbecken im Schnitt nur 50 Kilogramm wogen statt durchschnittlich 60 Kilogramm pro Erdenbürger (vom Baby bis zum Erwachsenen). Das ergibt einen Faktor von 1,2. Und weil jeder Mensch ungefähr so viele Liter Wasser verdrängt wie sein Körper auf die Waage bringt (die Dichte liegt etwa bei 1), kann man über das Gewicht direkt die Verdrängung im Wasser berechnen.
Hätte Steffi den Test im Bonner Schwimmbad also mit einer Durchschnitts-Bevölkerung gemacht, wäre das Wasser nicht sieben, sondern etwa 8,4 Zentimeter angestiegen (7 mal 1,2 = 8,4). Wären tatsächlich alle Menschen auf der Welt dem Kopfball-Aufruf gefolgt und zur gleichen Zeit in das Bonner Schwimmbecken gestiegen, würde man rein rechnerisch einen Anstieg des Wassers von etwas mehr als 5000 Kilometer erwarten (8,4 Zentimeter mal 60.000.000 = 504.000.000 Zentimeter = 5.040 Kilometer).

Auf den Weltmeeren ist viel Platz

Bezogen auf die Meeresoberfläche ergibt sich folgendes Bild: Aus dem hypothetischen Anstieg von 504.000.000 Zentimeter im Schwimmbecken werden winzige 0,00013125 Zentimeter auf den Weltmeeren (504.000.000 Zentimeter durch 4.000.000.000.000 = 0,000126 Zentimeter). Nun sind 0,000126 Zentimeter herzlich wenig: die 1,26 Mikrometer entsprechen etwa einem Hundertstel der Dicke eines Blattes Papier. Schon aufgrund der Wellenbewegung ist solch ein Anstieg nur mathematisch zu berechnen – nicht jedoch messbar.
Übrigens: Jeder einzelne Mensch hätte bei diesem Versuch rein rechnerisch eine Fläche von über 50.000 Quadratmetern in den Weltmeeren zur Verfügung und müsste etwa 225 Meter schwimmen, um die nächste Person zu erreichen.

Film Buckle Up Productions: Dirk Gion und Christoph Fleischer mit Steffi Terhörst

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 2

Simon
schrieb am 10.11.2011, 21:23 Uhr
Nein, das ist nicht korrekt. Die Kontinentalplatten schwimmen nicht auf dem Meer! Siehe z.B.http://extreme.pcgameshardware.de/attachments/274006d1286105934-bilder-bash-plattentektonik.jpg

Chris
schrieb am 08.11.2011, 12:36 Uhr
Eine Frage dazu hätte ich jedoch: Ist es nicht so, dass unsere Kontinentalplatten alle auf dem Meer schwimmen? Somit wäre die Verdrängung anders zu berechnen! Schließlich steigt der Meeresspiegel zunächst, da alle Menschen sich nicht auf dem Kontinent befinden. Und erst wenn alle im Meer sind würde der Meeresspiegel steigen. Oder ist mein Gedankengang falsch? Übrigens, sehr interessante Frage!!



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