Sendung vom 06. November 2011
Tom Buhrow fragt:
Etwas über sieben Milliarden Menschen gibt es auf der Welt. Wenn die alle gleichzeitig ihren Badeurlaub am Meer verbringen und schwimmen gehen: Könnte man dann einen Anstieg des Meeresspiegels messen? Kopfball-Reporterin Steffi Terhörst steigt für einen ersten Test in die Badewanne. Und klar: Der Wasserspiegel in der Badewanne steigt, denn Steffi verdrängt mit ihrem Körper das Wasser und das steigt deshalb an. Von der Wanne geht es nun zum Großversuch: Steffi lädt 120 Schwimmerinnen und Schwimmer der DRK-Wasserwacht zum großen Verdrängungsschwimmen in ein Bonner Schwimmbad ein. Das Schwimmbecken hat eine Fläche von 7,5 mal 12,5 Meter (93,75 Quadratmeter). Als alle 120 Menschen nebeneinander im Wasser stehen, ist der Wasserspiegel im Becken um sieben Zentimeter angestiegen.
Diesen Anstieg gilt es nun, auf die Fläche der Meere und die Weltbevölkerung umzurechnen. Dabei hilft Dr. Thoralf Räsch vom Mathematischen Institut der Universität Bonn. Er braucht dazu ein paar statistische Daten: Etwa 7 Milliarden Menschen leben auf der Erde. Unser Planet ist zu etwa 70 Prozent mit Wasser bedeckt – das sind gut 360 Millionen Quadratkilometer. Steffi und Thoralf Räsch nehmen an, dass der Welt-Durchschnittsbürger etwa 60 Kilogramm wiegt, wobei bereits berücksichtigt ist, dass der Kopf aus dem Wasser ragt.
Thoralf Räsch stellt diese Zahlen nun in Relation: Die
Oberfläche des Schwimmbeckens mit ihren 93,75 Quadratmetern
passt knapp vier Billionen mal in die Fläche aller Weltmeere
mit ihren 360 Millionen Quadratkilometern (360.000.000 km²
durch 93,75 m² = 3.840.000.000.000).
Die 120 Versuchspersonen im Schwimmbecken hochgerechnet auf die
Weltbevölkerung mit 7 Milliarden Menschen ergibt einen Faktor
in der Größenordnung von 60 Millionen (7.000.000.000
durch 120 = 58.333.333).
Außerdem wird berücksichtigt, dass die Jugendlichen beim
Test im Schwimmbecken im Schnitt nur 50 Kilogramm wogen statt
durchschnittlich 60 Kilogramm pro Erdenbürger (vom Baby bis
zum Erwachsenen). Das ergibt einen Faktor von 1,2. Und weil jeder
Mensch ungefähr so viele Liter Wasser verdrängt wie sein
Körper auf die Waage bringt (die Dichte liegt etwa bei 1),
kann man über das Gewicht direkt die Verdrängung im
Wasser berechnen.
Hätte Steffi den Test im Bonner Schwimmbad also mit einer
Durchschnitts-Bevölkerung gemacht, wäre das Wasser nicht
sieben, sondern etwa 8,4 Zentimeter angestiegen (7 mal 1,2 = 8,4).
Wären tatsächlich alle Menschen auf der Welt dem
Kopfball-Aufruf gefolgt und zur gleichen Zeit in das Bonner
Schwimmbecken gestiegen, würde man rein rechnerisch einen
Anstieg des Wassers von etwas mehr als 5000 Kilometer erwarten (8,4
Zentimeter mal 60.000.000 = 504.000.000 Zentimeter = 5.040
Kilometer).
Bezogen auf die Meeresoberfläche ergibt sich folgendes Bild:
Aus dem hypothetischen Anstieg von 504.000.000 Zentimeter im
Schwimmbecken werden winzige 0,00013125 Zentimeter auf den
Weltmeeren (504.000.000 Zentimeter durch 4.000.000.000.000 =
0,000126 Zentimeter). Nun sind 0,000126 Zentimeter herzlich wenig:
die 1,26 Mikrometer entsprechen etwa einem Hundertstel der Dicke
eines Blattes Papier. Schon aufgrund der Wellenbewegung ist solch
ein Anstieg nur mathematisch zu berechnen – nicht jedoch
messbar.
Übrigens: Jeder einzelne Mensch hätte bei diesem Versuch
rein rechnerisch eine Fläche von über 50.000
Quadratmetern in den Weltmeeren zur Verfügung und müsste
etwa 225 Meter schwimmen, um die nächste Person zu erreichen.
Film Buckle Up Productions: Dirk Gion und Christoph Fleischer mit Steffi Terhörst
Simon
schrieb am 10.11.2011, 21:23 Uhr
Nein, das ist nicht korrekt. Die Kontinentalplatten schwimmen nicht auf dem Meer! Siehe z.B.http://extreme.pcgameshardware.de/attachments/274006d1286105934-bilder-bash-plattentektonik.jpg
Chris
schrieb am 08.11.2011, 12:36 Uhr
Eine Frage dazu hätte ich jedoch:
Ist es nicht so, dass unsere Kontinentalplatten alle auf dem Meer schwimmen?
Somit wäre die Verdrängung anders zu berechnen!
Schließlich steigt der Meeresspiegel zunächst, da alle Menschen sich nicht auf dem Kontinent befinden.
Und erst wenn alle im Meer sind würde der Meeresspiegel steigen.
Oder ist mein Gedankengang falsch?
Übrigens, sehr interessante Frage!!
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