26.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2011/1113/schrumpfender-fisch.jsp

Sendung vom 13. November 2011

Daniel Olàh aus Winterthur in der Schweiz fragt: Wertung: 3.5 von 5 möglichen Sternen

Wieso schrumpft Fisch beim Braten?

Fisch ist lecker und gesund und gehört für viele Menschen regelmäßig auf den Tisch. Wer frischen Fisch in der Pfanne oder im Ofen zubereitet, muss häufig feststellen, dass die Filets ganz schön schrumpfen. Bis zu einem gewissen Grad ist das normal. Die Kopfball-Reporter Ulrike Brandt-Bohne und Adrian Pflug stellen im Kopfball-Studio allerdings ein industrielles Verfahren nach, das den Fisch gezielt schwerer macht und ihn beim Braten deshalb viel mehr schrumpfen lässt als normal.
Jedes Fischfilet schrumpft beim Kochen, denn durch das Erhitzen verändern sich seine Hauptbestandteile. Das Fleisch verliert Wasser. Gleichzeitig weichen sich seine Fasern auf und die Proteine verändern ihre Struktur. Doch einige Produzenten tricksen bei der Herstellung der Filets, so dass sich der Fisch vor dem Tiefgefrieren mit Wasser vollsaugt. Das Filet nimmt dabei an Gewicht zu. Beim Braten allerdings verliert es dieses auch direkt wieder und die Filets schrumpfen dabei in der Pfanne deutlich zusammen.

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Die Muskelkontraktion

Die Lebensmittelhersteller machen sich bei der Anwendung des Verfahrens einen natürlichen Prozess zunutze: Nach dem Tod eines Fisches, beginnen sich dessen Muskelfasern zusammenzuziehen – die Totenstarre setzt ein. Die Zwischenräume zwischen den Muskelfasern werden enger und das im Muskel gebundene Wasser wird herausgepresst, das Fleisch verliert an Gewicht. Bis zum Eintritt der vollständigen Totenstarre dauert es – abhängig von Art oder Haltung – zwischen zwei und zwölf Stunden.

Behandlung mit Zusatzstoffen

Bei frischem Fisch, der in diesem Zeitfenster mit bestimmten Zusatzstoffen behandelt wird, kann der Gewichtsverlust gestoppt und sogar umgekehrt werden. Dafür werden die Fisch-Filets so frisch wie möglich in ein Gemisch aus Phosphaten und Wasser eingelegt. Die Filets saugen sich durch die Behandlung mit Wasser voll und können um bis zu 15 Prozent an Gewicht zulegen! Unmittelbar nach der Behandlung mit den Phosphaten werden sie tiefgefroren und verpackt. In der heimischen Bratpfanne angekommen, verliert das behandelte Filet seinen künstlichen Wasser-Ballast wieder und schrumpft deutlich zusammen.
Das Verfahren ist umstritten. Hinzu kommt, dass der übermäßige Konsum von Phosphaten als gesundheitlich bedenklich gilt. Trotzdem ist das Verfahren legal, Phosphate sind in der Lebensmittelindustrie häufig eingesetzte Konservierungsstoffe. Ihre Anwendung muss allerdings auf den jeweiligen Packungen deklariert sein. Die Zusatzstoffe verstecken sich oft hinter Abkürzungen. So bezeichnen die Kürzel E 450, E 451 und E 452 nichts anderes als verschiedene Phosphate: Wenn also Phosphate auf der Zutatenliste verzeichnet sind, weiß man: Man kauft nicht nur ein Fisch-Filet, sondern zum selben Preis auch tiefgefrorenes Wasser.

Text Daniel Wallimann

Film Maakii: Niels Waibel und Daniel Wallimann mit Ulrike Brandt-Bohne und Adrian Pflug

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 1

Bernd
schrieb am 13.11.2011, 11:30 Uhr
Wird diese Behnadlung auch bei Fleisch angewandt?



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


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