Sendung vom 20. November 2011
Thomas Hallet fragt:
Die Pflanze aus der Familie der Gänsefußgewächse
ist besonders beliebt in ihrer gehackten und gerahmten Form: Spinat
landet täglich auf vielen deutschen Tellern. Leider bleibt er
dort häufig auch noch nach ordnungsgemäßen Ablaufs
aller Spülgänge und klebt ziemlich fest am Geschirr.
Was macht den Spinat so hartnäckig?
Spülmaschineningenieure weltweit forschen nach den
Gründen. Ein Erklärungsansatz ist die
"Adhäsion". Hierbei kommt das feine, glatte
Spinatblättchen ins Spiel: Im Vergleich mit einem
Grünkohl-Blatt sind die Blattadern beim Spinat viel flacher,
die ganze Spinatblattoberfläche ist arm an Struktur. Naht dann
eine andere glatte Fläche, wirkt eine Kraft, die jeder aus dem
Alltag kennt: von CDs, die aneinander haften, Fotos, die sich auf
Glastischen festsaugen – die Moleküle der beiden glatten
Oberflächen ziehen sich gegenseitig an. So verhält es
sich auch bei Spinatblatt und Teller. Das Blättchen schmiegt
sich fest an den Teller an und wird durch den Trockengang
regelrecht festgeföhnt.
Doch warum landen Spinatblätter vom Essteller nach dem
Spülgang häufig auch auf den Tassen oder gar im
Besteckkorb? Die Antwort liegt in den Tiefen der Maschine: das
Spülmaschinensieb. Es ist engmaschig, fängt die
Essensreste auf und muss ab und zu gesäubert werden. Durch das
Sieb fließt das Spülwasser zur sogenannten
Umwälzpumpe. Diese Pumpe verteilt das Wasser immer wieder im
Spülkreislauf, wobei sie das Wasser durch das Sieb ansaugt.
Und tatsächlich schaffen es die Spinatblättchen bei
vielen Spülmaschinenmodellen immer wieder durch die Maschen;
dann bleiben sie im Kreislauf des Spülgangs und landen daher
auch manchmal auf Tassen, am Besteck und an Gläsern.
Wie man sichergehen kann, dass in der Spülmaschine der Spinat
nicht mehr mit dem Spülwasser an andere Teller und Tassen
weitergereicht wird, sehen Sie im Film.
Film Katharina Adick mit Isabel Hecker und Adrian Pflug
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