Sendung vom 04. Dezember 2011
Maurice Bosman aus Born in den Niederlanden fragt:
Wenn man im Winter auf einem See ins Eis einbricht, heißt die
wichtigste Überlebensstrategie: Keine Panik! Doch das ist
einfacher gesagt als getan. Für Kopfball-Reporter Adrian Pflug
war diese Zuschauerfrage eine echte Herausforderung. Er ging
dafür bis an seine Grenzen! Denn ein Eiseinbruch ist immer
lebensgefährlich. Doch mit "kühlem Kopf" und
richtigem Verhalten hat man gute Chancen, sich zu retten oder
gerettet zu werden. Wichtigster Punkt: Man sollte nie allein auf
einem See Schlittschuh laufen oder auf die Eisfläche gehen!
Die Dicke des Eises kann an verschiedenen Stellen des Sees
unterschiedlich sein: Strömungen oder ein warmer Zufluss
lassen die Eisdicke stark variieren. Ist sie geringer als zehn
Zentimeter, darf man sie auf keinen Fall betreten!
Wenn es doch mal passieren sollte, besteht unmittelbare
Lebensgefahr. Denn direkt unterhalb des Eises liegt die
Wassertemperatur nur knapp über dem Gefrierpunkt. Die
Atemfrequenz nimmt enorm zu. Innerhalb weniger Minuten wird die
Blutversorgung der Extremitäten eingestellt, die Hände
werden taub und unbeweglich. Da heißt es: keine Panik! Jetzt
hat die höchsten Überlebens-Chancen derjenige, der sich
voll konzentriert und die richtige Rettungs-Technik anwendet!
Adrian probiert die Tipps der Rettungsexperten aus: Er versucht,
mit einem kräftigen Zug auf die Eisschicht aufzuschwimmen. Und
zwar in der Richtung, aus der er gekommen ist: Denn bis eben hat
ihn das Eis dort ja noch getragen. Doch der Eisrand bricht immer
wieder ab.
Da er nicht weit vom Ufer entfernt ist, probiert er eine zweite
Methode. Er ist sein eigener Eisbrecher! Mit den Ellbogen
durchbricht er nach und nach die Eisfläche vor ihm, um sich so
einen Weg ans Ufer zu bahnen.
Ist das Loch recht klein, empfehlen die Experten, den
Oberkörper auf das Eis zu bewegen und dann hinten die
Füße auf die andere Seite des Lochs zu legen: So kann
man sich aus dem Wasser herausdrücken und dann aus dem
Gefahrenbereich wegrollen. Und weil auf diese Weise das Gewicht auf
eine größere Fläche verteilt ist, ist die
Wahrscheinlichkeit groß ist, dass das Eis nicht erneut
bricht.
Es gibt eine vierte Möglichkeit: Wer gut vorsorgt, hat zwei
handliche Eisnägel mit Holz- oder Plastikgriffen dabei. Mit
ihnen findet man auf dem glatten Eis guten Halt und kann sich
zurück auf die Eisfläche ziehen.
Zum Glück werden Adrians Versuche von Rettungstauchern der Freiwilligen Feuerwehr Bad Reichenhall überwacht. Solche Spezialisten sollten, wenn man einen Eiseinbruch beobachtet, als erstes gerufen werden. Als nächstes kann man der eingebrochenen Person einen Rettungsring oder Rettungsball mit langer Leine zuwerfen! Es kann aber auch eine Leiter, ein Brett oder eine breite Stange sein, die man an den Verunglückten heran bringt. Auf keinen Fall sollte man als Helfer direkt an den Eisrand gehen. Sind mehrere Retter an der Unfallstelle, kann der erste mit einer Leine gesichert werden, sich so dem Unfallopfer nähern und ihn aufs Eis ziehen.
Film Buckle Up Productions: Christoph Fleischer und Dirk Gion mit Adrian Pflug
Petronis
schrieb am 29.03.2012, 20:34 Uhr
bin zusammen mit meiner Frau im März 2011 ins Eis eingebrochen.Und ich kann sagen man hat ohne schnelle Hilfe von außen keine Chance.Man hat 2-3 Versuche selber herauszukommen dann ist die Kraft zu Ende und man kann nur noch auf das Ende warten.Der Anfang des Beitrages zeigt es ziemlich gut.
Kato112
schrieb am 18.12.2011, 17:43 Uhr
Leider kann man mit dem Hinweis "Betreten verboten" keinen daran hindern aufs dünne Eis zu gehen. Ruhe bewahren ist der einzige nützliche Rat den der "Eingebrochene" am Anfang beherzigen sollte. Das die Ausführung schwierig ist, steht ausser Frage. Der Beitrag vermittelte aber auch hielfreiche Möglichkeiten wie man sich aus dieser misslichen Lage befreien könnte. Insofern finde ich den Beitrag sehr gut und hilfreich.
Dr. Schwabe
schrieb am 07.12.2011, 12:57 Uhr
Selbstverständlich kann man lernen, einen kühlen Kopf zu bewahren! Sicher nicht allein durch einen Fernsehbeitrag, aber durch Training. Aber auch Wissen ist ein Mittel, um Panik und Hilflosigkeit zu begegnen. Insofern ist dieser Beitrag sehr wohl nützlich und informativ.
Feuerwehrmann
schrieb am 04.12.2011, 12:31 Uhr
Sehr bedenklicher Beitrag. Niemand wird bei einem Eiseinbruch einen kühlen Kopf bewahren. Panik ist die einzig Reaktion, auf die man sich verlassen kann - siehe Loveparade. Dann noch davon zu sprechen, dass soetwas beherrschbar ist, halte ich für extrem dumm. Adrian konnte nur einen kühlen Kopf bewahren, weil er gesichert war. Die einzige wirkliche Rat wäre, garnicht erst auf nicht freigegebenes Eis zu gehen. Aber soweit haben die Redakteure wohl nicht gedacht, oder ?
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