Sendung vom 18. Dezember 2011
Familie Euler fragt:
Am Ende eines anstrengenden Tages freuen sich die meisten Menschen auf ihr Bett: Die Konzentration nimmt ab, Bewegungen werden träger, die Augen werden müde – man beginnt, sie zu reiben. Aber wozu eigentlich? Das Reiben macht einen nämlich nicht wieder wach. Kopfball-Reporterin Isabel Hecker will es genau wissen und so durfte Kollege Burkhardt Weiß eine Nacht nicht schlafen ...
Wenn der Körper müde wird, schaltet er in den Ruhe-Modus und bereitet sich auf den Schlaf vor. Dazu gehört auch, dass die Tränendrüsen weniger Tränenflüssigkeit herstellen als im wachen Zustand. Tränen sind dafür verantwortlich, die Augen vor Infektionen zu schützen, die Hornhaut zu reinigen und mit Sauerstoff aus der Luft zu versorgen. Im Schlaf benutzen wir unsere Augen nicht und schließen sie. Daher benötigen sie dann auch weniger Tränenflüssigkeit. Ein Problem ergibt sich nur, wenn wir noch wach sind, obwohl die Tränendrüse längst auf Schlafen eingestellt ist: Der schützende Tränenfilm, der die Hornhaut normalerweise bedeckt, reißt auf. Die Folge: Die Augen werden trocken und fangen an zu jucken. Das Reiben lindert zwar kurzzeitig den Juckreiz, die Tränendrüsen produzieren dadurch aber nicht mehr Tränenflüssigkeit. Gegen müde Augen hilft also nur eins: schlafen.
Nicht nur das Reiben zeigt, dass die Augen Erholung benötigen. Lässt die Tränenproduktion nach, blinzeln wir auch häufiger, um die trockenen Augen wieder anzufeuchten. Der vermehrte Lidschlag hilft dabei, die vorhandene Tränenflüssigkeit möglichst gleichmäßig auf dem Auge zu verteilen. Aufgrund dieser Beobachtung haben Verkehrspsychologen und Ingenieure Frühwarnsysteme für müde Autofahrer entwickelt: Das System erkennt am Blinzelverhalten des Fahrers, wenn er zu müde ist, um sein Fahrzeug sicher zu steuern – und schlägt Alarm. Dem Autofahrer bleibt dann noch genügend Zeit, den nächsten Rastplatz anzusteuern, bevor er von seiner Müdigkeit übermannt wird und eventuell am Steuer einschläft.
Text Max Ostendorf
Film VisualBridges: Niels Waibel und Max Ostendorf mit Isabel Hecker und Burkhardt Weiß
Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.
© WDR 2012