Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2012/0115/brandpfeile.jsp

Hauptnavigation

Sendung vom 15. Januar 2012

Susanne Vetter aus Karlsruhe fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Weshalb gingen mittelalterliche Brandpfeile beim Abschuss nicht aus?

Pfeil und Bogen gibt es seit vielen Tausend Jahren. Und Brandpfeile sind schon seit der Antike bekannt. Wer schon mal eine Feuerzeug oder eine Kerze ausgeblasen hat, kann gut nachvollziehen, dass die Flamme eines fliegenden Pfeils recht schnell ausgehen sollte. Denn auch mittelalterliche Pfeile flogen mit einer ziemlich hohen Geschwindigkeit von etwa 150 bis 200 km/h über Distanzen von 200 bis 300 Meter.

Unsere Videos können Sie mit dem Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.adobe.com/go/getflashplayer_de

Es brennt wie Zunder

Kopfball-Reporter Adrian Pflug will es erstmal selbst ausprobieren und wickelt einen mit Lampenöl getränkten Lappen um einen Pfeilschaft. Er entzündet den Lappen, der auch ordentlich brennt, und schießt den Pfeil ab. Doch schon nach wenigen Metern in der Luft erlischt die Flamme. Ölhaltige Produkte allein genügen also nicht, um einen Brandpfeil herzustellen. Experimental-Archäologe Harm Paulsen weist Adrian in die Geheimnisse der Brandpfeile ein: Er hat seine eigene Rezeptur, die auf mittelalterlichen Quellen beruht. Die Brandmeister nutzten damals meist eine Kombination aus Eisenspänen und Salpeter (z.B. Kaliumnitrat). Hinzu kam etwas Zunder; das ist das getrocknete Fruchtfleisch des Zunderschwamms, eines Pilzes. Dieses Gemisch wickelten sie in ein Wachstuch und tränkten es in flüssigem Schwefel.
Zunder und Schwefel sorgen nach dem Entzünden für enorme Hitze. Salpeter setzt bei der Verbrennung aufgrund der hohen Temperatur Sauerstoff frei und wirkt daher brandfördernd. Zusätzlich facht Luft-Sauerstoff den brennenden Pfeil im Flug an. Er kann also nicht ausgehen.
Eine andere Art Brandpfeil hatte an der Pfeilspitze ein kleines Körbchen aus Eisen. In den kamen Zunder oder andere brennbare Materialien.

Film Buckle Up Productions: Christoph Fleischer und Dirk Gion mit Adrian Pflug

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 0



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

© WDR 2016