Sendung vom 05. Februar 2012
Hans Jehne fragt:
Etwa 1500 Mal pro Tag beugt und streckt sich das Durchschnittsknie. Auch beim Sport hält es extremen Belastungen stand: Beim Joggen kann je nach Laufstil das Achtfache des eigenen Körpergewichts auf dem Knie lasten. Was aber ist mit der durchschnittlichsten aller Alltagsbelastungen – dem Treppensteigen? Was ist belastender: die Treppe herauf- oder herunter zu gehen? Kopfball-Reporter Burkhardt Weiß macht den großen Selbsttest.
Das Knie ist ein komplexes Gelenk, das extremen Belastungen standhalten kann. Und zwar nicht nur bei Sportlern. Im Alltag strapaziert vor allem das Treppensteigen: Ein Vielfaches des Körpergewichtes lastet dann auf dem Knie. Damit das Gelenk funktioniert, müssen einige Teile reibungsfrei zusammenarbeiten. Wie das Knie genau arbeitet, zeigt Burkhardt im Film.
Beim Treppengehen beugt und streckt sich das Knie ständig. Welchen Unterschied es macht, in welche Richtung man geht, soll die Kopfball-Testreihe zeigen. Extrem viele Faktoren beeinflussen die Gelenkbelastung: Gewicht, Haltung usw. Und es wirken auch viele verschiedene Kräfte beim Treppensteigen. Beim Kopfball-Test konzentriert sich Burkhardt auf die beiden wichtigsten Faktoren: die Stoßkraft beim Auftreten und den Beugewinkel des Knies.
Isaac Newtons drittes Gesetz besagt: Zwei Körper üben
immer aufeinander entgegengesetzte Kräfte aus
("actio = reactio"). Die Stoßkräfte, die beim
Auftreten wirken, misst Burkhardt mit einer Kraftmessplatte, die er
auf einer Treppenstufe befestigt. Je größer die
gemessene Kraft, desto stärker ist also die Belastung für
das Knie. Ein Winkelmesser an seinem Knie zeigt zudem, wie stark es
beim Treppensteigen gebeugt ist.
Orthopäden und Sportmediziner wissen: Zwar ist das Knie beim Aufstieg stärker gebeugt und es muss das Körpergewicht gegen die Schwerkraft nach oben stemmen, aber hier arbeiten auch die Muskeln mit und das Knie federt durch seine Beugung ab. Ganz anders ist das beim Abstieg: Hier muss der Treppensteiger zwar nicht gegen die Schwerkraft arbeiten, aber die federnde Wirkung fällt hier fast komplett weg: Die Stoßkräfte wirken deutlich stärker. Wie enorm der Unterschied ist, sehen Sie im Film.
Film Katharina Adick mit Burkhardt Weiß
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