Sendung vom 05. Februar 2012
Aaron aus Bonn fragt:
Freie Fahrt auf leeren Straßen – das Leben auf der Autobahn könnte so schön sein. Leider gehören Staus zu den allgegenwärtigen Übeln auf deutschen Autobahnen. Die Ursachen sind häufig Unfälle, hohes Verkehrsaufkommen und nicht zuletzt: Baustellen. Jedes vierte Mal, wenn sich der Verkehr auf deutschen Autobahnen staut, ist eine Baustelle daran schuld. Warum ist das so? Von außen betrachtet sehen die meisten Autobahnen völlig in Ordnung aus. Kopfball-Reporterin Isabel Hecker macht sich auf Spurensuche: auf der Baustelle, im Labor und in der Kühlkammer.
Erste Station: eine Baustelle an der A57 in der Nähe von Düsseldorf. Baustellenleiter Peter Belusa zeigt Isabel, dass Autobahnen aus mindestens drei Schichten bestehen: ganz unten die Tragschicht, dann die Bindeschicht und oben die Deckschicht, die eigentliche Fahrbahn. Schäden können auch in einer unteren Schicht entstehen – da, wo man sie nicht sieht. Und: Auch Schäden in oberen Schichten sind teilweise so klein, dass man sie mit dem bloßen Auge kaum entdecken kann. Deshalb gibt es Spezialfahrzeuge. Zum Beispiel beim Bundesamt für Straßenwesen in Bergisch Gladbach, der zweiten Station von Isabels Spurensuche. Regelmäßig kontrollieren die Fahrzeuge die Straßen. Dabei kommt ein Laser zum Einsatz, der die Oberfläche der Fahrbahn abtastet und dabei selbst minimale Unebenheiten aufspüren kann, außerdem hochauflösende Kameras, die auch feinste Risse entdecken. Aus so einem Riss kann, wenn nichts daran getan wird, ein großes Schlagloch entstehen.
Wie das passiert, erfährt Isabel auf der dritten Station ihrer Reise, dem Institut für Straßenbau an der RWTH Aachen. Hat man einen Riss in der Straße, braucht man nur noch Wasser und Kälte, damit ein richtiges Schlagloch entsteht, erklärt Professor Bernhard Steinauer. Um das zu beweisen, hat er ein Stück Asphalt mit einem kleinen Riss vorbereitet. In den Riss kommt Wasser, danach kommt das Ganze in die Kühlkammer. Nach sechs Stunden bei minus 20 Grad hat das Wasser seine Wirkung getan: Es ist gefroren und hat die obere Fahrbahnschicht aufgesprengt. Aus dem kleinen Riss ist ein großes Schlagloch geworden. Um zu vermeiden, dass die Straße richtig kaputt geht, sind also immer wieder kleinere Reparaturen nötig. So gesehen machen die vielen Baustellen auf den Autobahnen also durchaus Sinn.
Text Jakob Kneser
Film Philipp Seibt und Jakob Kneser mit Isabel Hecker
Roy
schrieb am 13.02.2012, 11:39 Uhr
Ich stimme dem Vorposter zu. Vor allem das Reissverschlussverfahren funktioniert einfach nicht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass jeder irgendwie meint er würde etwas verpassen und so die von der Seite einfahrenden Autos nicht rein lässt. Es gibt noch eine andere Variante: Es wird von der Seite reingedrängelt, was zu abruptem Bremsen und so zum bekannten Handorgeleffekt führt. Dieser passiert auch bei generellen Fahrfehlern. Da entsteht bei dichtem Verkehr ein Stau und wenn man am vermeintlichen Stauort dann vorbei fährt, sieht man keine Ursache. Also Stau wird vor allem durch Autofahrer selbst verursacht: unvorsichtiges/rücksichtsloses Fahren, keine Voraussicht, unangepasste Geschwindigkeit und vieles mehr.
Eddie26723
schrieb am 05.02.2012, 11:29 Uhr
Ich halte die Aussage,dass Baustellen Staus verursachen für etwas oberflächlich-ich bin Vielfahrer und stelle imer wieder fest, dass etliche Staus durch zu geringen Abstand und zu starkes Abbremsen vor Baustellen entstehen. Ebenso klappt das Reißverschlussverfahren nur sehr selten, eine Folge des zu geringen Abstandes und der zu geringen Voraussicht beim Fahren!
Ich sehe einen Großteil der Ursachen für Staus als von den Autofahrern selbst verursacht oder zumindest begünstigt. An einer nordrhein-westfälischen Uni oder Hochschule gibt bzw. gab es hierzu bereits Unstersuchungen und Studien.
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