Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2012/1028/bruecke.jsp

Sendung vom 28. Oktober 2012

Martin Zeller aus Lindau fragt: Wertung: 2.5 von 5 möglichen Sternen

Kann eine Brücke einstürzen, wenn viele Menschen im Gleichschritt darüber laufen?

Im April des Jahres 1831 marschierten im englischen Broughton etwa 70 Soldaten im Gleichschritt über eine Hängebrücke: Sie begann immer stärker zu schwingen und stürzte schließlich zusammen. Zum Glück gab es bei diesem Unglück keine Toten, aber seither ist es in vielen Ländern verboten, im Gleichschritt über Brücken zu marschieren. Zusammen mit einer Marschkapelle testet Kopfball-Reporterin Isabel Hecker, ob sich ein solches Unglück auch bei einer modernen Brücke wiederholen könnte.

Unsere Videos können Sie mit dem Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.adobe.com/go/getflashplayer_de

Links, zwo, drei, vier ...

In Deutschland verbietet es sogar die Straßenverkehrsordnung: "Auf Brücken darf nicht im Gleichschritt marschiert werden." Denn durch die gleichmäßigen Tritte kann eine Brücke zum Schwingen angeregt werden. Ähnlich wie Orgelpfeifen (und auch alle anderen Gegenstände) besitzen Brücken eine charakteristische Schwingungsfrequenz – also eine bestimmte Geschwindigkeit, mit der sie sich hin und her bewegen, wenn sie angeregt werden. Diese charakteristische Frequenz, die sogenannte Eigenfrequenz, hängt vom Material und von der Form des Bauwerkes ab. Durch ihre längliche Form geraten Brücken besonders leicht in Schwingung. Wenn nun viele Menschen mit ihren Schritten genau diese Eigenfrequenz treffen, kann sich die Brücke immer weiter aufschwingen – ähnlich wie eine Schaukel. Im schlimmsten Fall kann das bei einer Brücke dazu führen, dass tragende Teile zerstört werden und die Brücke schließlich zusammenbricht. Im Film sehen Sie, wie eine im Gleichschritt marschierende Marschkapelle eine Eifeler Hängebrücke zum Schwingen bringt.

Gedämpfte Schwingung hebt die Stimmung

Normalerweise sind moderne Brücken so gebaut, dass sie auch starke Schwingungen aushalten. Allerdings ist es für manch einen Fußgänger eine Herausforderung, auf einer schwingenden Brücke das Gleichgewicht zu halten. Aus diesem Grund besitzen viele Brücken, deren Eigenfrequenz im Bereich der typischen Schrittfrequenz von Fußgängern liegt, eingebaute Schwingungsdämpfer. Dies sind oft Gewichte, die über Federn mit der Brücke verbunden sind. Beginnt die Brücke zu schwingen, überträgt sich die Schwingung über die Federn auf das Gewicht, das in einer anderen Frequenz mitschwingt und so die Eigenschwingung der Brücke abschwächt. Der Film zeigt, wie die Schwingungsdämpfer funktionieren – und was passiert, wenn man diese blockiert.

Film VisualBridges: Max Ostendorf mit Isabel Hecker

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 3

Sonja
schrieb am 09.01.2013, 13:57 Uhr
Der Tag mit dem Reporterteam auf der Brücke war wirklich interessant und aufregend.

Wolfgang
schrieb am 28.11.2012, 09:20 Uhr
Aufgrund dieser Sendung habe ich gleich einmal in der StVO (Österreich) nachgesehen und siehe da: im §77 Abs. 1 steht "........ Geschlossene Züge von Fußgängern dürfen über Brücken und Stege nicht im Gleichschritt marschieren. ....". Sehr interessant. Guter Beitrag!!!!

Daniela
schrieb am 29.10.2012, 11:13 Uhr
Super Bericht - bin Lehrerin und werde ihn auch meinen Schülern zeigen - so macht Physik Spaß - DANKE



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

© WDR 2014