Kopfball
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Sendung vom 07. April 2013

Julia Appel aus Rostock fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Kann man sich durch einen Sprung ins Wasser vor Pistolenkugeln retten?

In Actionfilmen rettet sich der Held oft mit einem Sprung ins Wasser vor den Kugeln der Verfolger – und taucht dann unverletzt aus den Fluten auf. Kann das wirklich funktionieren? Mit einer High-Speed-Unterwasser-Kamera findet Kopfball-Reporter Burkhardt Weiß das heraus.
Kaum zu glauben, aber wahr: Das weiche, nachgiebige Wasser schützt schon ab einer Tiefe von ein bis zwei Metern vor Pistolen- und Gewehrkugeln. Sogar Hochgeschwindigkeits-Geschosse richten nach wenigen Metern unter Wasser keinen Schaden mehr an. Zwei Effekte sind dafür entscheidend: Erstens setzt Wasser der Kugel einen viel größeren Widerstand entgegen als Luft. Zweitens ist die Masse des zu verdrängenden Wassers im Vergleich zum Gewicht der Kugel sehr hoch.

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Rasant an Land

Pistolenkugeln haben Mündungsgeschwindigkeiten von bis zu 450 Metern pro Sekunde (1620 km/h). Gewehre sind noch schneller: Eine Kalaschnikow, mit der Kopfball-Reporter Burkhardt Weiß und Waffenexperte Wolfgang Stabe den Versuch unternehmen, schießt ihr Projektil mit einer Geschwindigkeit von etwa 750 Metern pro Sekunde ab; das sind 2700 km/h.
Die Durchschlagskraft von Projektilen berechnet man mit der sogenannten "Panzerformel". Entscheidend sind Masse und Geschwindigkeit beim Auftreffen des Projektils, erklärt Ingo Rottenberger, der als Sachverständiger der Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt Burkhardt zur Seite steht. Zielt ein Verfolger aus kurzer Distanz auf einen flüchtenden Helden an Land, haben die Projektile verheerende Folgen. Denn dann liegt die Auftreff-Geschwindigkeit nur wenig unter der Geschwindigkeit, mit der die Kugel das Geschoss verlässt. Die Luft setzt den Projektilen kaum Reibungswiderstand entgegen.

Lahm unter Wasser

Schießt man dagegen ins Wasser, wird der Reibungswiderstand erheblich größer und das Projektil enorm abgebremst. Außerdem schiebt die Kugel entsprechend ihres Durchmessers relativ viel Wasser vor sich her. Auch das trägt dazu bei, dass sie sehr stark abgebremst wird.
Um die Gefahren für den Menschen unter Wasser zu demonstrieren, nutzen Burkhardt und Ingo Rottenberger ballistische Seife. Sie entspricht in ihrer Konsistenz in etwa menschlichem Gewebe. Befindet sich der Seifenblock nur 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche, dringt das Projektil einer Kalaschnikow immerhin noch sieben Zentimeter in den Seifenblock ein – je nach Einschlagstelle ist das tödlich. Doch schon eine Schutzschicht von einem Meter Wasser führt dazu, dass die Kugel am Gel-Block so langsam ist, dass sie dort abprallt. Ein Mensch hätte diesen Schuss sicher überlebt.
Fazit: Man kann sich mit dem Sprung ins Wasser vor Pistolen- oder Gewehrkugeln retten. Je nach Einschusswinkel und Kaliber fliegt das Projektil einige Dutzend Zentimeter durchs Wasser und verliert nach und nach seine tödliche Durchschlagskraft.

Film Buckle Up Productions: Christoph Fleischer und Dirk Gion mit Burkhardt Weiß

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 3

niemand
schrieb am 11.04.2013, 16:32 Uhr
hallo peffcka, dann hätte sie doch ausgeschaltet anstatt ihr kind anzuschauen, das sich vor angst die augen zuhält. sie können selbst bestimmen was angschaltet wird anstatt ihr kind vor dem bilschirm zu parken und hinterher wundern was kommt.

Anonym
schrieb am 08.04.2013, 18:33 Uhr
Tolles Thema- klasse Umsetzung und rasend spannend. Einfach klasse Anfang und tolle, wie ich finde sehr kluge Frage.

Peffcka
schrieb am 07.04.2013, 12:31 Uhr
Vielleicht wissenschaftlich interessant, aber für eine Sendung am Vormittag absolut NICHT geeignet! Auch in Anbetracht der Tatsache, dass viele Kinder schon vor dem Fernseher sitzen, um die anschließende Sendung mit der Maus zu gucken. Meine Tochter hat sich die Augen zugehalten und hatte Angst. Für die Praxis ist dieses Thema ja auch nicht wirklich (Gott sei Dank) von Belang.



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    Sendung vom:

    Fernseher-Icon So, 07.04.2013
    11:00 Uhr - 11:30 Uhr
    im Ersten


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