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Sendung vom 26. Januar 2014

Joshua Goßen aus Köln fragt: Wertung: 3.5 von 5 möglichen Sternen

Wie kann man Daten sicher löschen?

Jeder Computernutzer sammelt mit der Zeit Unmengen an Daten. Ob auf CDs, USB-Sticks, Festplatten oder den modernen SSD-Festplatten. Doch wie löscht man die Daten darauf so, dass sie endgültig vor neugierigen Blicken geschützt sind? Mit den mitgelieferten Bordmitteln der Betriebssysteme ist das kaum möglich. Da optische Datenträger, Festplatten und Flash-Speicher die Daten auf unterschiedliche Arten speichern, benötigt man auch verschiedene Tools um Daten sicher zu löschen. Wie man Festplatten und CDs effektiv und vor allem effektvoll zerstört, zeigen Adrian und Burkhardt im Film.

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Dateien im Papierkorb bleiben erhalten

Löscht man eine Datei, landet diese zu allererst im Papierkorb. Leert man diesen, scheinen die Daten endgültig gelöscht. Doch dem ist nicht so. Das Betriebssystem löscht lediglich den Verweis auf die Datei und gibt den Speicherplatz zum Überschreiben frei. Die Datei selbst liegt immer noch an derselben Stelle, wo sie vorher war. Mit Freeware-Programmen wie "Recuva" lassen sich fast alle gelöschten Dateien in Sekundenschnelle wiederherstellen. Die Daten müssen also überschrieben werden, um sie endgültig zu vernichten.

Festplatten sind einfach zu löschen

Magnetische Speicher wie Festplatten kann man mit relativ einfachen Mitteln endgültig löschen. Mit einer Freeware wie "Eraser" lässt sich die komplette Festplatte überschreiben. Um ganz sicherzugehen, geschieht dies mehrmals. Bei neuen, großen Festplatten mit mehreren Terabyte reicht laut Experten bereits einfaches Überschreiben der Daten aus. Am sichersten gilt allerdings noch immer die nach Peter Gutmann benannte Methode, bei der die Festplatte bis zu 35-mal mit Zufallswerten überschrieben wird. Danach können selbst Dattenrettungslabore nichts mehr auf einer Festplatte finden.

CDs lassen sich nicht löschen

Optische Datenträger wie CDs, DVDs und Blurays lassen sich nicht löschen. Das liegt an ihrem Aufbau. Ein Laser brennt Vertiefungen in eine Trägerschicht, die sich nicht mehr entfernen lassen. Um optische Datenträger sicher zu löschen, hilft nur, sie mechanisch zu zerstören. Die einzige Ausnahme sind wiederbeschreibbare Scheiben. Bei ihnen verändert der Laser durch Hitze die kristalline Struktur des Trägermaterials, anstatt Vertiefungen hineinzubrennen. Diese Veränderungen kann man rückgängig machen, indem man den Datenträger mit einem Brennprogramm langsam formatiert. Der Laser erhitzt das Material der Scheibe erneut und versetzt es wieder in den Ursprungszustand: Alle Daten sind für immer verschwunden.

Flash-Speicher verteilen Datenpakete

USB-Sticks, SD-Karten und SSDs haben eines gemeinsam: Sie alle speichern Daten auf Speicherchips. Da sie eine begrenzte Lebensdauer haben, verteilen Controllerchips die Datenpakete möglichst gleichmäßig. Obwohl bei Flash-Speichern theoretisch einmaliges Überschreiben ausreicht, erschwert das Verteilen der Daten ein endgültiges Löschen. Um USB-Sticks und SD-Karten zu löschen, empfiehlt sich wieder die Freeware "Eraser", welche die Sticks mehrfach überschreibt. Aufgrund der komplizierten Verteilung der Daten ist aber nicht garantiert, dass wirklich alle Daten gelöscht sind. Kleinste Datenfragmente können weiterhin auf den Chips gespeichert bleiben und mit Labormethoden ausgelesen werden.

Moderne SSDs beherrschen dagegen einen speziellen Befehl, womit sie komplett gelöscht werden können. Dieser "ATA-Secure-Erase"-Befehl kann meistens durch eine Herstellersoftware ausgeführt werden. Dabei wird jede einzelne Speicherzelle gelöscht, so dass auch Labore keine Daten mehr retten können.

Der sicherste Weg: Zerstörung

Geht es nur darum die Daten unwiderruflich zu löschen, ohne den Datenträger weiterzunutzen, ist die mechanische Zerstörung der sicherste Weg. Flash-Speicher lassen sich mit einem gezielten Schlag auf den Speicherchip sehr einfach zerstören. Aber Vorsicht: In USB-Sticks und Speicherkarten befindet sich immer noch ein zusätzlicher Controllerchip. Zerstört man versehentlich nur diesen Chip, sind die Daten auf dem Flash-Chip immer noch vorhanden. Am sichersten ist es, alle Chips zu zerstören.

Text Robert Manz

Film VisualBridges: Robert Manz und Salim Butt mit Adrian Pflug und Burkhardt Weiß

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 9

JoeH
schrieb am 09.06.2014, 13:43 Uhr
Wenn man viele aktuellen Berichte zur unseren Daten verfolgt, könnte man glauben, dass die Daten aufgrund unsicherer Datenträger sowieso alle dem Verfall und mitunter ungewollten Löschung anheimfallen. Interessant finde ich, was Wissenschaftler derzeit unternehmen, damit Daten NICHT gelöscht werden, so wie in Österreich wo in einem Salzbergwerk wichtige Informationen auf Keramik eingebrannt für die Ewigkeit eingelagert werden sollen. Festplatten, Flash-Speicher, gebrannte optische Datenträger haben nur relativ kurze lebensdauern. Mit der Problematik beschäftigen sich derzeit auch Magazine und Zeitungen wie Spektrum - http://www.spektrum.de/news/digitales-gedaechtnis-fuer-die-ewigkeit/1219421 - http://www.fotobuchmagazin.de/ratgeber-tipps/fotos-fuer-die-ewigkeit-ueber-die-kurze-halbwertszeit-von-digitalen-speichern/ - http://www.tagesspiegel.de/wissen/daten-sicher-speichern-fuer-eine-halbe-ewigkeit/8634170.html Das einige Unternehmen wie auch Privatleute natprlich ein Interesse haben, kurzfristig brisante Daten loszuwerden, ist verständlich. Dennoch fand ich bei der Recherche zu dem Thema, die Unsicherheit unserer wichtigen, erhaltenswerten Daten ebenso bemerkenswert!!!

David
schrieb am 21.03.2014, 17:46 Uhr
eine CD kann man auch mit Sandpapier löschen indem man die ganze Oberfläche zerkratzt.

Steff
schrieb am 16.02.2014, 11:28 Uhr
Morgen! Ich komme aus der Branche der Datenrettung & -wiederherstellung. Eure Aussage, daß man erst ab 10-maligem Überschreiben von sicherer Datenlöschung spricht, ist übertrieben. Bereits bei einmaligem Überschreiben sinkt die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Widerherstellung gegen NULL. Euer Reagenzglas-Model möge sicherlich eine fabrikneue Festplatte simulieren, aber wenn es tatsächlich eine "Alltagsplatte" wäre, würden die Röhrchen, nach eurer Darstellung, irgendwann überlaufen --> Schwachsinn. Jeder magnetisierbare Körper hat irgendwann seine maximale Magnetisierbarkeit erreicht. Als Faustregel gilt: Einmal überschriebene Daten sind nicht mehr wiederherstellbar. Das sollte für den privaten Gebrauch auch reichen. Firmen lassen ihre Daten meist durch spezielle Dienstleister vernichten -> dh. mechanisch zerstören. Ansonsten sicherlich ein guter Beitrag zur Sensibilisierung im Umgang mit (persönlichen) Daten & daß gelöschte Daten nicht gleich gelöscht sind.

Bernhard
schrieb am 28.01.2014, 21:52 Uhr
Liebes Kopfballteam, ich habe am Wochenende Euren Beitrag zur Datenzerstörung gesehen. Leider kann ich das ganze nicht nachvollziehen. Anfänglich wird erwähnt, daß beim Löschen einer Datei nur die Verbindung dahin gelöscht wird und er Datenbereich freigegeben wird. Daher kann ein Recovery-Programm die Daten auch wieder finden. Das verstehe ich. Bei Eurem Modell wird dann die Festplatte mit 1en überschrieben, wenn die Datei gelöscht wird. Wozu? Vorher hieß es, daß nur die Verbindung dahin gelöscht wird. Was gilt denn nun? Ich kann mir auch schwer vorstellen, daß die 1en geschrieben werden. Man stelle sich eine 10GB große Datei vor. Das dauert. Stelle ich mir auf der anderen Seite vor, daß ich die Kombination 101010 mit 010101 beschreibe (neue Daten), dann würden sich nach Eurem Modell die 0en und 1en auslöschen und der Computer kann hier nichts lesen. Vielleicht bedarf der Beitrag einer Klarstellung. Viele Grüße Bernhard

Astrid
schrieb am 26.01.2014, 14:42 Uhr
Gudrun, mal den Text lesen, dann findest du die Anwort "Recuva". Schönen Sonntag noch. An die Redaktion: DANKE für die Info´s Gruß: die Anwenderbanausin

Gudrun
schrieb am 26.01.2014, 13:57 Uhr
Ihr habt gesagt, dass man im Internet kostenlos Programme runterladen kann, mit denen man gelöschte Dateien wieder zurückholen kann und ihr das hier auf der Seite anzeigen wollt und wo?

Joe
schrieb am 26.01.2014, 12:31 Uhr
Tolle Recherche; danke für die Information!

Rainer
schrieb am 26.01.2014, 12:26 Uhr
Meines Wissens reicht das einfache Überschreiben der gesamten Festplatte mit Nullen (Bsp. 'dd'), um die Daten unwiederbringlich zu zerstören. Siehe auch die Studie von Craig Wright e. a.: Overwriting Hard Drive Data: The Great Wiping Controversy, in der dargelegt wird, dass auch mehrfaches Überschreiben mit Zufallsdaten keinen zusätzlichen Sicherheitsgewinn bringt, also brauchbare Daten auch mit komplizierten (kostspieligen) forensischen Methoden nicht wiederhergestellt werden können.

Atlan
schrieb am 26.01.2014, 11:58 Uhr
Danke für die Hinweise



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