Kopfball
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Sendung vom 27. September 2014

Julia Engel aus Kirchzarten fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Stimmt es, dass ein Zimmer eine große Kamera sein kann?

Schließt man die Rollläden an einem Fenster bis auf einen kleinen Schlitz, erscheinen im Zimmer bunte "Schatten" an Wänden und Decke. Diese Schatten sind weit mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Kopfball-Reporter Adrian Pflug erforscht den Ursprung der geheimnisvollen Wandbilder mit dem Fotograf Philipp Werner. Die beiden verwandeln schließlich einen ganzen Raum mithilfe einer schwarzen Plane und einem Stück Pappe in eine riesige Lochkamera. Als das Licht gelöscht wird, erscheint die gesamte Wand wie eine große Leinwand – und zeigt das Geschehen von draußen wie ein Film. Kriminalisten versuchen, solche "Bilder" zu nutzen, um zum Beispiel Erpresser anhand ihrer Videos zu überführen, mit denen sie ihre Forderungen stellen.

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Ein Zimmer als Camera obscura

Das Prinzip der sogenannten Camera obscura oder Lochkamera ist bereits seit der Antike bekannt. Dringt Licht durch eine kleine Öffnung in einen abgedunkelten Raum, erscheint auf der Wand gegenüber ein auf dem Kopf stehendes Abbild der äußeren Umgebung. Je kleiner das Loch ist, desto schärfer, aber auch dunkler, ist dieses Abbild. Im Mittelalter nutzten Maler dieses optische Prinzip, um Landschaften perspektivgetreu auf ihre Leinwand zu zeichnen. Auch die ersten Fotoapparate waren Lochkameras. Erst später wurden die winzigen Löcher durch Glaslinsen ersetzt, da diese mehr Licht einsammeln und ein schärferes Abbild erzeugen.
Ein Zimmer mit einem Fenster ist vom Prinzip her wie eine Lochkamera aufgebaut. Solange das Fenster komplett unverdeckt ist, wird das eindringende Licht allerdings so breit gestreut, dass kein Abbild zu erkennen ist. Verkleinert man jedoch die Fensteröffnung zum Beispiel durch einen teilweise heruntergelassenen Rollladen, erscheinen auf den Zimmerwänden bunte "Schatten". Die sind jedoch nichts anderes als ein extrem unscharfes Abbild der Außenwelt, hervorgerufen durch den Lochkameraeffekt. Ist die Öffnung, durch die das Licht ins Zimmer dringt, etwa so groß wie eine Ein-Euro-Münze, erscheint das Außenbild klar und deutlich auf Wänden, Decke und Boden des Raumes.

Auf Verbrecherjagd mit der Lochkamera

Forscher vom Massachusetts Institute of Technology in den USA machen sich diese Erkenntnis zu Nutze. Mit einer speziellen Software bearbeiten sie die unscharfen Wandbilder nachträglich und machen verborgene Bildinformationen sichtbar. Denkbar ist, dass diese Anwendung zum Beispiel im Fall einer Entführung helfen könnte, den Aufenthaltsort des Erpressers ausfindig zu machen; nämlich dann, wenn die auf einem Erpresservideo unbewusst mit aufgezeichneten unscharfen Abbilder an der Wand Hinweise auf den Aufenthaltsort der Entführer geben. Wie gut das heute schon funktioniert, sehen Sie im Film.

Film Film: Krischan Dietmaier mit Adrian Pflug

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    Fernseher-Icon Sa, 27.09.2014
    11:30 Uhr - 12:00 Uhr
    im Ersten


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