Kopfball
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Mal eben schnell was runterkühlen

Es klingelt – und die lieben Verwandten stehen überraschend vor der Tür. Pech, wenn der Begrüßungs-Sekt dann noch Zimmertemperatur hat. Wie lässt sich die Flasche mit einfachen Mitteln ganz schnell auf Trinktemperatur herunterkühlen? Diese Frage stellte Kopfball-Reporter Burkhardt Weiß in einem Getränkemarkt – und die Kunden durften mit ihren selbst gekauften Getränken experimentieren. Die Hilfsmittel hatte Burkhardt mitgebracht: Wasser, Mehl, Salz, Zucker, Eiswürfel, Ventilator, Bindfaden und Toilettenpapier. Bis zu drei Dinge durften verwendet werden. Und das Kühlen selbst durfte nur fünf Minuten dauern.

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Eis alleine reicht nicht zum schnellen Kühlen

Ein Gemisch aus Eiswürfeln und Wasser ist theoretisch nach einiger Zeit null Grad Celsius kalt. Aber reicht das zum schnellen Kühlen einer Sektflasche? Die kurze Antwort: Nein. Und das hat mehrere Gründe: Denn die Temperatur von null Grad wird man in der Regel nicht erreichen. Der Sektkühler wird beispielsweise durch die Umgebungsluft ständig erwärmt. Außerdem wärmt die zu kühlende Flasche die Eis-Wasser-Mischung, so dass die Temperatur lange Zeit deutlich über null Grad bleibt. Und schließlich muss erstmal das dicke Glas gekühlt werden. Bis dann der Sekt dran ist, sind die Gäste vielleicht schon wieder weg ...

Salz ist nicht nur zum Würzen gut

Der Trick für eine effektive Kühlung: Man braucht Temperaturen deutlich unter null Grad. Wer die Flasche aber einfach in die Tiefkühltruhe bei minus 18 Grad stellt, wird enttäuscht werden: Nach fünf Minuten ist gerade das Glas ein bisschen kühl. Denn Luft kann die Wärme der Flasche nicht so gut ableiten wie Wasser. Doch mit einem Trick kann man aus der kalten Mischung mit Eiswürfeln und Wasser eine eiskalte machen: Man muss nur kräftig Kochsalz dazugeben. Die Temperatur dieser Mischung sinkt ganz schnell auf unter minus zehn Grad. Dann ist eine warme Sektflasche auch nach fünf Minuten bereits so kalt, dass man sie den Gästen anbieten kann.

Wasser, Eis und Kochsalz

Was macht das Kochsalz, dass das Gemisch so stark abkühlt? Das Salz setzt den Schmelzpunkt des Eises herab: Sobald man einen Stoff in Wasser löst, gefriert Wasser erst bei Temperaturen unter null Grad. Das passiert natürlich auch beim Eiswasser: Dem Eis wird es damit zu "heiß" und es beginnt zu schmelzen. Der Schmelzvorgang benötigt wiederum sehr viel Energie. Und diese wird dem Wasser entzogen, das deshalb stark abkühlt. Es ist erstaunlich: Man benötigt genau so viel Energie, um null Grad kaltes Wasser auf 80 Grad zu erhitzen, wie für die Umwandlung von null Grad kaltem Eis in null Grad kaltes Wasser. Der Wechsel des Aggregatzustands benötigt also so viel Energie, dass bereits eine geringe Menge schmelzenden Eises eine deutliche Abkühlung zur Folge hat.

Praxis-Tipps

Wer eine Kältemischung macht, muss dafür sorgen, dass die Mengen von Wasser, Eis und Kochsalz zueinanderpassen. Mit einem Mischungsverhältnis von etwa 1:1:1 liegt man ganz gut. Nimmt man beispielsweise anfangs zu wenig Wasser, weil man vermutet, dass mehr kaltes Eis besser sei, kann sich kaum Salz lösen, da zu wenig Wasser dafür da ist. Dann bleibt allerdings auch der wichtige Wechsel des Aggregatzustands zum Großteil aus und die Temperatur sinkt kaum unter den Nullpunkt. Deshalb sollte man zwischendurch auch immer wieder umrühren: Das Kochsalz muss mit dem Eis in Kontakt kommen. Sonst kann es nicht wirken.

Text Axel Bach

Film Axel Bach und Peter Krachten mit Burkhardt Weiß



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