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Der Flaschenteufel

Kopfball-Reporter Burkhardt Weiß hatte für die Besucher des Kölner Weihnachtsmarkts eine schöne Idee für ein Last-Minute-Geschenk – und gleichzeitig eine knifflige Aufgabe. Der Vorbereitungsaufwand ist minimal: Man steckt ein Senftütchen in eine mit Wasser gefüllte PET-Flasche und schraubt sie zu. Wenn man dann auf die Flasche drückt, sinkt das Senftütchen nach unten. Lässt man los, steigt es wieder auf. Für Burkhardt war es die "Kopfball-Schneekugel" – für die meisten Weihnachtsmarktbesucher jedoch vor allen Dingen eine harte Kopfnuss!

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Schwebende Senftüten

Wenn man auf die Flasche drückt, erhöht sich der Druck im Innern der Flasche. Das Wasser in der Flasche lässt sich jedoch kaum zusammendrücken; Luft hingegen recht einfach. In dem Senf-Tütchen ist eine kleine Luftblase eingeschlossen. Durch den höheren Druck schrumpft die Luftblase in dem Senf-Tütchen zusammen – und damit nimmt das Volumen des Senf-Tütchens ab. Das Gewicht des Tütchens ändert sich dabei jedoch nicht. Durch das geringere Volumen hat das Senf-Tütchen aber einen geringeren Auftrieb und sinkt nach unten. Wenn man dann die Flasche loslässt, nimmt der Druck in der Flasche ab und die Luft in dem Senf-Tütchen dehnt sich wieder aus. Das erhöht wiederum den Auftrieb: Das Tütchen steigt nach oben.

Zwei Tipps zum Nachmachen

Je nach Flaschengröße und -form ist es mal mehr und mal weniger schwierig, das Tütchen auf den Boden zu drücken. Einfach ein paar unterschiedliche Flaschen ausprobieren und diese randvoll mit Wasser füllen.
Nicht jede Sorte Senf oder Ketchup ist so abgepackt, dass die kleine Luftblase genau so groß ist, dass das Tütchen gerade an der Wasseroberfläche schwebt. Falls das Tütchen auf den Boden sinkt, muss man solange Zucker in die Flasche geben, bis es gerade an der Oberfläche schwimmt. Durch den gelösten Zucker erhöht sich die Dichte des Wassers und damit auch der Auftrieb.

Wer hat den Flaschentaucher erfunden?

Ganz ähnlich wie die Senftüte in der Flasche funktionieren auch die sogenannten Flaschenteufel oder kartesianischen Taucher. Das Wort kartesianisch (oder kartesisch) weist auf den französischen Philosophen, Mathematiker und Naturwissenschaftler René Descartes hin. Er lebte von 1596 bis 1650. Erfunden hat er den kartesianischen Taucher aber nicht. Der Italiener Raffaello Magiotti beschrieb 1648 in seiner einzigen Veröffentlichung "Renitenza dell’acqua alla compressione" (Unkompressibilität von Wasser) einen Flaschentaucher. Der Jesuitenpater Athanasius Kirchner hat das physikalische Spielzeug dann auch in Deutschland bekanntgemacht. Aber erst im 19. Jahrhundert wurde es nach dem großen Forscher Descartes benannt – wahrscheinlich, um es in den Kreisen des Bildungsbürgertums interessanter zu machen. Auch heute findet man schön gestaltete Flaschenteufel aus Glas, mit denen man physikalisch spielen kann.

Text Axel Bach

Film Axel Bach, Peter Krachten mit Burkhardt Weiß



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