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Der ARAL-Check

  • SendeterminMontag, 15. August 2011, 21.00 - 21.45 Uhr .

Der „ARAL-Check“ ist Teil drei einer vierteiligen Staffel, in der das WDR Fernsehen an vier aufeinanderfolgenden Montagen populäre Konsummarken auf den Prüfstand stellt.

Teil 1: Die Spritqualität

Es gibt knapp 15.000 Tankstellen in Deutschland. Fast ein Viertel des an deutschen Tankstellen verkauften Treibstoffes stammt von Marktführer ARAL. Und ARAL bietet nicht nur Treibstoff: Die blauen Tankstellen sind auch Supermarkt und Bäckerei. In der Bochumer Zentrale erfahren wir von Marketingmanager Dirk Wansart das Erfolgsrezept: „Wenn der Kunde unsere Tankstelle verlässt und das Gefühl mitnimmt, hier war alles super, hier komme ich gerne zurück, dann haben wir unser Markenversprechen erfüllt.“ Dafür zahlt der Kunde bei ARAL auch einen Aufpreis: Der Sprit kostet pro Liter ein bis zwei Cent mehr als an No-Name- oder Billigtankstellen.

Vor 80 Jahren hatte ARAL als Erfinder des Superbenzins einen echten technologischen Vorsprung. Und heute? Glauben die Kunden immer noch an einen Qualitätsvorsprung von ARAL? Unser erster Check:

Ist die Spritqualität wirklich besser?

Wir besuchen eine Raffinerie. Sie gehört BP, der Muttergesellschaft von ARAL. Dort werden nicht nur konzerneigene Tanklastzüge beladen. Egal ob Esso, Jet oder sonstige: Jede Tankstelle in der Region wird von dort beliefert. Bekommt die preisgünstigere Konkurrenz also denselben Treibstoff? Nicht ganz, denn neben der Abfüllanlage lagern in kleinen Tanks die sogenannten Additive. Für jeden Anbieter gibt es einen Spezialcocktail verschiedener Chemikalien. Bevor ein Tanklastzug beladen wird, meldet der Fahrer ihn mit einer speziellen Chipkarte an. Dann bekommt der ARAL-Lkw die ARAL-Additive. Und der Fahrer eines Esso-Lkw sorgt mit seiner Chipkarte dafür, dass dem Standardbenzin Esso-Additiv zugesetzt wird.

Aral schwört auf seine Additive. Sie seien das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung. Nur wenige Tropfen pro Liter sollen den Einheitssaft aus der Raffinerie veredeln.

Auf den ARAL-Motorprüfständen in Bochum laufen verschiedene Motoren mit ganz verschiedenen Treibstoffen. Für Ulrich Pfisterer von der ARAL/BP AG zeigen die Additive eindeutig Wirkung: „Das sind Einlassventile eines Benzinmotors. So wie dieses hier aussieht, soll es aussehen nach einem 50-Stunden-Dauerlauf. Auf dem rechten Ventil, mit einem qualitativ minderwertigen Kraftstoff gefahren, zeigen sich deutliche Ablagerungen, die den Motor in seiner Atmung behindern. Der Motor bekommt weniger Luft. Weniger Luft heißt weniger Kraftstoff und damit auch weniger Leistungsabgabe.“

An insgesamt zehn Zapfsäulen von ARAL, Jet und verschiedenen freien Tankstellen nehmen wir Proben. Damit zufällige Verschmutzungen des Tankrüssels die Proben nicht verfälschen, kommt der erste Liter immer in einen speziellen Kanister. Dann füllen wir jeweils zwei Behälter mit genau vier Litern Superbenzin. Jeder Kanister wird sofort verschlossen und versiegelt. Die Proben werden bei der Petrolab GmbH untersucht. Die Firma betreibt das größte unabhängige Labor für Treibstoffqualitätskontrolle und prüft unsere Proben auf insgesamt 22 verschiedene Kriterien. Ein spezieller Motor misst beispielsweise das Motorklopfen und damit die Oktanzahl. Das Labor sucht auch nach Verunreinigungen durch alte Tanks oder Schlampereien beim Transport. Und ein Teil des Benzins wird verdampft. Was übrig bleibt, sind die berühmten Additive. Dazu meint Dieter Mehlis von der Petrolab GmbH: „Ganz sicher ist eine gute Additivierung für die Lebensdauer des Motors und letztlich auch für den Verbrauch und das Abgasverhalten von großem Vorteil.“

Während das unabhängige Labor misst, haben wir noch eine spezielle Aufgabe für das ARAL-Labor in Bochum: Wir bringen drei unserer Proben dorthin, aber nur eine davon stammt von ARAL. Erkennen die ARAL-Experten ihren eigenen Sprit? Als erstes kommen die Proben auch hier in den Klopfmotor. Doch dabei gibt es noch keine größeren Auffälligkeiten. Als nächstes wählt ARAL zum Nachweis der besonderen Qualität einen Test auf Schmierfähigkeit. Auch dabei gibt es keinen messbaren Qualitätsunterschied. Der erste Unterschied zeigt sich beim sogenannten Abdampftest, bei dem am Ende die Additive übrig bleiben. Die werden dann aufs Milligramm genau gewogen. Ulrich Pfisterer erklärt das Ergebnis: „Es ist eine Probe dabei, die weniger hat: nur acht Milligramm pro 100 Milliliter. Das könnte zum Beispiel eine Probe aus dem preiswerten Segment sein.“

Aber nach diesem Qualitätstest gibt es immer noch zwei gleichwertige Proben. Und nur eine kann von ARAL sein. Welche es ist, soll eine allerletzte Prüfstation zeigen. Die letzte Chance, den ARAL-Sprit zu identifizieren, ist ein chemischer Fingerabdruck der verwendeten Additive. Und tatsächlich: Das ARAL-Labor findet die richtige Probe, erkennt also den eigenen Sprit wieder.

Ein Zufallserfolg? Das soll uns jetzt das Petrolab sagen. Zehn Proben hatten wir dort eingereicht, nur vier stammten von ARAL. Gibt es wirklich Qualitätsunterschiede - bei den Additiven oder zum Beispiel bei Verunreinigungen? Dieter Mehlis von der Petrolab GmbH fasst das Ergebnis zusammen: „Keines der Muster zeigte Verunreinigungen in Form von separiertem Wasser, festen Fremdstoffen, Rost oder Vermischung mit Dieselkraftstoffen. Wenn man ranken möchte, dann kann man das dahingehend machen, dass man die Additivierung vergleicht. Diese Additivierung nimmt man gemeinhin an mit 20 Milligramm pro 100 Milliliter Abdampfrückstand, wobei fünf der Proben unter diesem Wert gefunden wurden. Die restlichen hatten deutlich über 20 Milligramm. Das heißt, die Additivierung war voll ausreichend, zum Teil sehr gut.“

Von den fünf Proben mit der höchsten Additivmenge stammten vier von ARAL, eine von einer freien Tankstelle. Die Proben mit geringeren Additivmengen stammten von drei freien Tankstellen der Ketten Star und Jet. Alle Proben waren in Ordnung. Doch bei den Additiven hatte ARAL tatsächlich einen Vorsprung.

Erstes Checkurteil: Die Spritqualität von ARAL ist hoch.

Stand: 15.08.2011


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