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Lebensmittel: Teure Kühlkost

  • SendeterminMontag, 26. September 2011, 21.00 - 21.45 Uhr.

Fertige Salate und komplette Gerichte aus der Kühltheke werden immer beliebter. Doch das muss der Verbraucher teuer bezahlen. markt rechnet nach und gibt Tipps, damit frische Kühlkost auch frisch bleibt.

Chilled Food“ heißen die küchenfertigen Gerichte aus dem Kühlregal in der Branche. Die Kunden greifen gerne und immer öfter zu. Nach letzten Erhebungen aus dem Jahr 2008 betrug der Umsatz 3,11 Milliarden Euro.

In den Gerichten sind keine Konservierungsstoffe enthalten. Wie gesund aber ist das frische Produkt wirklich? markt hat eingekauft und die rein zufällig ausgesuchten Lebensmittel in einer Kühltasche in das Lebensmittellabor von Wolfgang Schünemann gebracht. Auf das Verbrauchsdatum wurde selbstverständlich geachtet. In unserer Kühltasche landeten:

  • Möhren geraspelt,
  • Gourmetsalat mit Käse & Ei,
  • Farmersalat in Fertigsauce.

Wolfgang Schünemann will zunächst den Hygienestatus ermitteln: „Da gibt es einige ausgewählte Keime, nach denen wir schauen, beispielsweise Schimmelpilze oder das Bakterium E-Coli. Da können wir dann rückschließen auf die Produktionshygiene.“

Bei den frischen Produkten gibt es kein Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern ein Verbrauchsdatum. Die Möhren sind danach noch genießbar, aber: „Gerade diese gestiftelten, zerkleinerten Produkte sind natürlich enorm anfällig hinsichtlich des mikrobiologischen Verderbs“, warnt Wolfgang Schünemann.

Fünf Tage müssen die Proben im Labor lagern, dann liegen die Ergebnisse vor. „Wir haben sehr viele Hefen gefunden. Hefen sind gasbildende Bakterien. Und auch eine sehr hohe Gesamtkeimzahl. Das Produkt ist stark belastet. Der Hersteller muss in seiner Produktionshygiene etwas tun.“ Das ist das Ergebnis der geraspelten Möhren. Gefunden wurden darin auch Darmbakterien. Sie hätten krank machen können. Der Gourmetsalat hat eine normale Anzahl von Darmbakterien, lediglich ein Schimmelpilz hatte sich gebildet. Der Farmersalat ist komplett unauffällig. Ihn hätte man risikofrei essen können.

Unsere Auswahl war zufällig und das Ergebnis ist keineswegs repräsentativ. Dennoch gilt: Wer Chilled Food kaufen und Durchfall-Erkrankungen vermeiden möchte, sollte ein paar Tipps des Lebensmittelchemikers beachten:

  • Produkte in der Kühlbox transportieren,
  • Kühlschrank zwischen vier und sieben Grad einstellen,
  • weit vor dem Verbrauchsdatum verzehren.


Menschen mit einem angeschlagenen Immunsystem, aber auch Schwangere sollten bei Chilled Food besonders vorsichtig sein.

Die Ernährungswissenschaftlerin Karen Nespethal sieht den neuen Nahrungstrend durchaus kritisch: „Der Vitamingehalt geht, sobald der Salat gewaschen und geschnitten wird, nach unten.“ Exakte Studien über den Vitaminverlust bei Fertigprodukten gibt es nicht, lediglich Schätzungen. Zwischen zehn und 30 Prozent soll der Verlust bei Obst und Gemüse betragen.

Ohnehin ist Chilled Food nicht gerade preiswert. Ein Beispiel: Gewaschene und geraspelte Möhren kosten pro Kilogramm etwa 5,20 Euro, lose Möhren dagegen nur einen Euro. Ernährungswissenschaftlerin Nespethal begutachtet eine kleine Portion Mozzarella mit Tomatenscheiben: „Es ist ungefähr eine Tomate und ein halber Mozzarella für 2,30 Euro. Eine einzelne Tomate kostet zurzeit im Schnitt 20 Cent und eine Packung Mozzarella vielleicht 80 Cent. So könnte man sich für 60 Cent diese Portion selbst zusammenstellen.“ Teuer sind auch die geschnittenen Melonenscheiben. Sie kosten pro Kilogramm 4,52 Euro. Der Kilopreis für die ganze Frucht beträgt dagegen nur 60 Cent.

Autorin:

Petra Storch

Stand: 26.09.2011


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