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Kaffeemaschinen: Teure Hitzespender

  • SendeterminMontag, 26. September 2011, 21.00 - 21.45 Uhr.

Der Kaffee immer frisch und heiß – und die Kaffeemaschine immer auf Betriebstemperatur. So wird sie zum Stromfresser, bei dem schnell 250 Euro im Jahr zusammenkommen. markt vergleicht.

Jürgen Grube ist mit seiner einfachen Kaffeemaschine sehr zufrieden: „Die Maschine ist sehr gut. Sie kostet nur 20 Euro. Den ganzen Tag ist die Platte heiß. Der Kaffee schmeckt gut.“ Den meisten Strom, gut drei Viertel, braucht die Wärmeplatte.

Jährlich kaufen die Deutschen fast zwei Millionen neue Kaffeeautomaten. Nach Berechnungen von markt zahlen sie rund eine Milliarde Euro für immer vorrätiges heißes Kaffeewasser.

Im Freiburger Öko-Institut haben die Experten den Stromverbrauch von 27 Kapsel- und Vollautomaten untersucht. Dr. Dietlinde Quack vom Öko-Institut macht die Dimension deutlich: „Also wenn Sie Kaffeeautomaten haben, die nicht automatisch abschalten, dann können die sehr viel mehr Strom verbrauchen. Dann können die in der Größe von einer Waschmaschine liegen, was den Jahresstromverbrauch angeht.“

Eine billige Filtermaschine verbraucht im Dauereinsatz in fünf Jahren für über 160 Euro Strom, eine unwirtschaftliche Kapselmaschine 185 Euro, ein Vollautomat, der ständig heißes Wasser vorhält, sogar 250 Euro. Zum Vergleich: Wer für seinen Kaffee - egal ob von Hand oder mit einer Maschine - immer nur so viel heißes Wasser zubereitet, wie auch benötigt wird, der bezahlt in fünf Jahren nur rund 40 Euro für Strom.

Die EU-Kommission gab hierzu eine wissenschaftliche Studie in Auftrag. Die unabhängigen Experten empfahlen Vorschriften für den Energieverbrauch von Kaffeemaschinen. Außerdem sollten die Filtermaschinen mit Wärmeplatte bis 2018 ganz vom Markt verschwinden. Doch die EU-Kommission distanziert sich von der in Auftrag gegebenen Studie und schreibt: „Die EU-Kommission hat keine Position zu den Ergebnissen und Empfehlungen der Studie.“

„Keine Position“ bedeutet für die Grubes, dass sie, wie bisher, nur bei wenigen Haushaltsmaschinen eindeutige EU-Label zum Energieverbrauch finden. Auf manchen Maschinen klebt immerhin ein großes A. Das ist aber kein EU-Label. Das Öko-Institut hat eine Liste mit sparsamen Kaffeeautomaten ins Internet gestellt. Auch damit können Kunden leicht sparsame Maschinen identifizieren.

Auch Filtermaschinen können Strom sparen. Jürgen Grube füllt den heißen Kaffee jetzt in eine Warmhaltekanne: „Für das Geld, das ich jetzt spare, kaufe ich mir lieber einen guten Kaffee.“

Autor:

Michael Lang

Stand: 26.09.2011


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