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Sendung vom 17. Oktober 2011
Pedelec: Mit Strom und Muskelkraft
Wer sich ein Rad mit Hilfsmotor zulegen will, muss rund 2.000 Euro ausgeben. Aber wie fährt sich so ein E-Bike? Wie lang halten die Akkus? Und worauf sollte man beim Kauf achten?
E-Bikes sind im Trend, das zeigt sich an den Verkaufszahlen: Während im Jahr 2005 bundesweit 70.000 Räder verkauft wurden, waren es drei Jahre später schon 110.000. Für dieses Jahr rechnet der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) mit bis zu 300.000. Die Fahrradbranche hofft, dass der E-Bike-Anteil im Gesamtmarkt von derzeit fünf auf 15 bis 20 Prozent steigt.
Der Trend hat vor allem mit dem Imagewandel des E-Bikes zu tun: In den 1990er-Jahren war es das Fahrzeug für Menschen mit Beeinträchtigungen („Reha-Bike“). In den vergangenen Jahren hat sich das geändert: Das Design der Räder ist sportlicher und anspruchsvoller geworden, Technik und Antriebssysteme haben sich verbessert. Auch die Akkus sind immer kleiner und leistungsfähiger geworden. Im Rahmen der Umweltschutzdiskussion und steigender Benzinpreise wird das E-Bike zunehmend attraktiv. Auch ist es aufgrund des hohen Preises zunehmend Statussymbol.
Das einfache Pedelec (pedal electric cycle) unterstützt den Fahrer mit einem Elektromotor bis maximal 250 Watt. Der Motor reagiert nur auf die Pedalkraft. Das heißt, eine Motorunterstützung ohne eigenes Zutun ist nicht möglich. Bei einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern schaltet sich der Motor ab. Rechtlich ist es dem herkömmlichen Fahrrad gleichgestellt. Fahrer benötigen weder Versicherungskennzeichen noch Zulassung oder Führerschein. Obwohl Experten dazu raten, einen Helm zu tragen, ist dieser nicht verpflichtend. Manche Pedelecs haben eine Anfahrtshilfe bis zum Erreichen von sechs Stundenkilometern.
Bei der S-Klasse der Pedelecs schaltet sich die Motorunterstützung erst bei 45 Stundenkilometern ab. Die maximal erlaubte Motorleistung liegt bei 500 Watt. Für dieses E-Bike benötigen Fahrer, die nach dem 1. April 1965 geboren wurden, mindestens einen Mofa-Führerschein oder einen gültigen Autoführerschein. Auch braucht das schnelle Elektrofahrrad ein Versicherungskennzeichen
Das E-Bike im engeren Sinn ist mit einem Elektromofa zu vergleichen. Es fährt selbständig, also ohne Pedalkraft. Für das E-Bike benötigt man ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und mindestens einen Mofa-Führerschein.
Pedelecs werden auch im
Tourismus immer interessanter. Vor allem in deutschen
Mittelgebirgen und im Voralpenland werden sie zunehmend eingesetzt,
weil durch sie neue Touristengruppen erschlossen werden: Menschen,
die nicht Mountainbike oder
Rennrad fahren, sondern „genussradeln
“
wollen.
In Nordrhein-Westfalen gibt es vor allem im Sauerland und im Bergischen Land extra ausgearbeitete E-Bike-Touren. Auch die Eifel, der Bonner Raum und andere Gegenden entdecken das E-Bike für sich. Im Teutoburger Wald will man ab Frühjahr 2012 den E-Bike-Verleih großflächiger anbieten.
Silvia Andler
Stand: 17.10.2011
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