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Sendung vom 28. November 2011
markt-Scanner: Kerzen und Teelichter
In der Adventszeit haben Kerzen und Teelichter Hochkonjunktur. Aber sind sie auch gut für die Gesundheit? Welche Rückstände hinterlassen sie? markt-Scanner sorgt für Erleuchtung.
Sogenannte Maxilichter machen den kleinen Teelichtern Konkurrenz. markt hat in einer Stichprobe fünf verschiedene Maxilichter unter die Lupe genommen, die als Eigenmarken verkauft werden.
Zum Vergleich: Die kleinen Teelichter kosten pro Stück
zwischen zwei und sechs Cent. Die Maxilichter brennen aber im
Schnitt nur zweieinhalbmal länger.
Unsere Stichprobe haben wir in ein Dekra-Labor gebracht. Die
Experten untersuchen, ob die Maxilichter den Anforderungen des
RAL-Kerzengütesiegels entsprechen. Dieses wird vom
„Deutschen Institut für Gütesicherung und
Kennzeichnung“ vergeben. Es legt Mindeststandards fest, die
das Aussehen, das Brennverhalten und die Inhaltsstoffe betreffen.
Auf diese Gütekriterien haben sich die großen
Kerzenhersteller Europas geeinigt. Eine gesetzliche Regelung
für Maxilichter gibt es nicht.
Mit bloßem Auge lassen sich bei keinem der Kandidaten Verunreinigungen oder andere Mängel feststellen. Das Maxilicht von Butlers fällt trotzdem schon vor den eigentlichen Tests negativ auf: Es fehlen geeignete Piktogramme als Sicherheitshinweise auf der Verpackung. „Auf den Produkten sollten fünf Mindestkennzeichen abgebildet sein. Das ist neben dem allgemeinen Warnkennzeichen zum Beispiel ein Text oder ein Symbol, das anzeigt, dass Kerzen nicht unbeobachtet abgebrannt werden sollten, um den Verbraucher vor möglichen Gefahren zu warnen“, sagt Volker Albrecht, Sachverständiger bei der Dekra. Butlers teilt uns mit, dass mittlerweile alle brennbaren Artikel mit geeigneten Piktogrammen ausgewiesen seien. Wir müssten da eine alte Verpackung erwischt haben.
Die Lichter versprechen je nach Hersteller zwischen acht und zehn Stunden Brenndauer. Alle Kandidaten halten ihr Versprechen. Trotzdem: Bei einigen Maxilichtern bleibt nach dem Erlöschen ziemlich viel Wachs übrig. Laut RAL-Prüfkriterien dürfen maximal zwölf Prozent der ursprünglichen Brennmasse übrig bleiben. Beim „Jumbo-Teelicht“ von Depot bleiben aber 16,8 Prozent übrig. „Das ist deutlich zu viel“, findet Volker Albrecht. Verglichen mit dem Produkt von Ikea (2,3 Prozent) ist das achtmal so viel. Bei den Maxilichtern von Schlecker blieben 4,6 Prozent, bei denen von Butlers zehn Prozent und bei denen von DM 10,9 Prozent.
Unterschiede entstehen durch verschiedene Rohstoffe wie
Paraffin, Stearin oder Palmfett und durch verschiedene
Raffinationsarten des verwendeten Paraffins. Wenn hier nicht gut
gearbeitet wird, können Schadstoffe im Wachs
zurückbleiben. Das RAL-Gütesiegel erlaubt maximal
20 Milligramm Schwefel pro Kilogramm Wachs.
Vier der getesteten Teelichte sind gut raffiniert. Sie bleiben mit
weniger als fünf Milligramm Schwefel pro Kilogramm Wachs unter
dem RAL-Richtwert. Das Maxilicht von Butlers hingegen
übersteigt den Richtwert mit 299 Milligramm allerdings um das
15-Fache! Das ist bedenklich, weil bei einer derart schlechten
Verarbeitung des Wachses möglicherweise weitere Schadstoffe
enthalten sein können, die das Labor nicht überprüft
hat. „Dieser Wert ist jenseits von Gut und Böse. Er ist
absolut nicht akzeptabel und zeigt eigentlich eindeutig, dass hier
in der Rohmaterialherstellung bereits mit gepanschtem Material
gearbeitet wurde“, meint dazu Dekra-Experte Albrecht. Butlers
reagiert sofort auf unseren Test: Man habe die Maxilichter
unverzüglich aus dem Verkauf genommen.
Grundsätzlich gilt bei Teelichtern und Kerzen: Wer gute
Qualität haben will, sollte beim Kauf auf das
RAL-Gütesiegel achten. Solche Kerzen erfüllen alle
geforderten Kriterien.
Und noch ein wichtiger Hinweis: Stehen Kerzen zu dicht beieinander, können sich die Flammen gegenseitig beeinflussen, denn die Wärme kann nicht ausreichend abgestrahlt werden. Bei Teelichtern kann das dazu führen, dass sich das Wachs in der Mitte so stark erhitzt, dass es auf der ganzen Fläche siedet und beim Entzünden eine Stichflamme ergibt. Das greift dann entsprechend auf die Nachbarlichter über und kann im Extremfall zu einem Zimmerbrand führen. Aus diesem Grund sollte man immer ausreichend Platz zwischen den Kerzen lassen! Das sind in der Regel zehn Zentimeter von Kante zu Kante, bei Teelichtern auch mal nur drei Zentimeter.
Ulrike Heimes
Stand: 28.11.2011
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