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Glatteis: Streuen, aber wie?

  • SendeterminMontag, 12. Dezember 2011, 21.00 - 21.45 Uhr.

Mit der Kälte kommt die Glätte. Also noch schnell Streumittel kaufen. Aber wer weiß schon, dass Streusalz in den meisten Kommunen verboten ist? Was sind die Alternativen?

Streusalz ist in den meisten Kommunen grundsätzlich verboten. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 1.000 Euro. Ausnahmen gelten nur für gefährliche Stellen wie beispielsweise Treppen oder für extreme Glätte. Für Pflanzen ist das Salz eine Gefahr. Joachim Bauer vom Grünflächenamt der Stadt Köln macht das Sorgen: „Die Wurzeln transportieren es in die Blätter. Und in den Blättern sterben letztendlich die Zellen ab. Damit kann der Baum nicht mehr assimilieren, keine Nährstoffe aufbauen, er verliert an Vitalität und kann im Extremfall dann auch absterben.“

Im Sommer hat Joachim Bauer seine Bäume untersucht. Er fand viele braun verfärbte Blätter. Der Befund: „Blattrandnekrose“. Das ist ein eindeutiges Symptom für Salzschäden. Stirbt ein Baum, kostet das die Steuerzahler bis zu 1.500 Euro. Trotzdem halten sich viele Menschen nicht an das Verbot. Aus Unwissenheit? Beispiel Leverkusen: Im Rathaus finden wir zwar Broschüren zum Thema. Doch die müssen sich die Bürger dort abholen. Sie werden nicht direkt an die Haushalte verteilt.

Auf den Verpackungen in einem Baumarkt finden wir keine Hinweise auf das Salzverbot. Von den vier größten Baumärkten wollten wir wissen, wie sie informieren. Im Kundengespräch, so lauten die Antworten, weisen alle auf die Regeln der Kommunen hin. Auf den Produkten selbst informiert nur Praktiker - und das auch nicht in allen Märkten. Hinweisschilder mit den kommunalen Regeln stehen nur bei Praktiker und Hornbach. Obi hat das nur in einzelnen Filialen, Bauhaus gar nicht.

Hände mit Streusalz
Streusalz ist in den meisten Kommunen nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Alternativen

Wir versuchen es zunächst mit Sand. Die bestreute Fläche wird zwar stumpfer, trotzdem ist Sand als Streumittel nicht ideal, erklärt Ludwig Niebrügge vom Landesbetrieb Straßenbau: „Das Problem ist, wenn über Tag die Sonne einstrahlt und es tauen würde, sinkt der Sand ein. Und anschließend, nach dem Gefrieren, wäre keine abstumpfende Wirkung mehr da.“

Bleiben noch Splitt und Granulat. Dazu meint der Fachmann: „Es ist kein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Stoffen. Wichtig ist, dass sie scharfkantig sind und sich mit der Schnee- und Eisschicht verbinden und verhaken können.“

Fazit: Sand eignet sich nur für dünnes Eis. In anderen Situationen helfen Granulat und Splitt gleich gut. Und wenn es Ausnahmen vom Streusalzverbot gibt, reichen schon etwa zehn Gramm (ca. 1 Teelöffel) auf einen Quadratmeter. Wenn man es schon einsetzen muss, dann wenigstens sparsam.

Autor:

Moritz Schröder

Stand: 12.12.2011


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