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Sendung vom 06. Februar 2012
markt-Scanner: Schlafstörungen
Fünf Millionen Deutsche klagen über Probleme beim Einschlafen. Wie gut helfen Kräutertees, Lavendelkissen, Einschlaf-CD oder teure Hightech-Produkte? Ab wann sollte man zum Arzt gehen?
Seit drei Jahren schläft Yvonne Driedger schlecht. Jede Nacht wird sie mehrfach wach. Tagsüber ist sie dann völlig gerädert. Für markt probierte sie jetzt verschiedene Hilfsmittel aus. Eine Infrarotkamera beobachtet, ob sie mit den verschiedenen Produkten durchschläft.
Schlafforscher Dr. Lennart Knaack vom Zentrum für
Schlafmedizin und Schlafforschung analysiert für uns die
Bilder der Infrarotkamera: „Wenn man die
Bewegung, die sie hier durchführt, auf die gesamte Schlafzeit
hochrechnet, ist es sicherlich eine gesteigerte motorische
Aktivität und die ist als nicht normal zu
betrachten.
“
Erster Versuch: ein Kräuterkissen mit Lavendel für
zehn Euro. Und tatsächlich: Schon bald schlummert sie ein.
Doch nach einer Dreiviertelstunde geht es los. Von ruhigem Schlaf
keine Spur. Yvonne Driedger sagt: „Das
Kräuterkissen war zum Einschlafen ganz angenehm. Nur die ganze
Nacht über war das schon nervig mit diesem Geruch. Ich habe
mich dann immer weggedreht.
“
Der nächste Versuch: eine Hypnose-CD für 29,90 Euro.
Kann Yvonne Driedger damit besser abschalten? Der Schlafforscher
meint: „Hypnose kann für einige Menschen
sehr hilfreich sein, in den Schlaf zu finden. Es gibt auf der
anderen Seite Menschen, die bei Hypnose und Entspannungstechniken
eher nervös und hibbelig werden und bei denen das eher
kontraproduktiv ist.
“ Yvonne Driedger ist jedenfalls
nicht ganz überzeugt.
Dritter Versuch: Magnetplatten, die Strahlen fernhalten sollen,
für 84,90 Euro. Der Hersteller nennt sein Produkt „Jungbrunnen Ihrer Nächte
“. Yvonnes
Erfahrung damit: „Ich bin zwar heute Nacht
weniger oft aufgewacht, habe aber eigentlich genauso bescheiden
geschlafen wie die anderen Nächte auch.
“
Schlafforscher Knaack meint dazu: „Wir haben
Untersuchungen in der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin
durchgeführt, dass kein richtiger Nachweis erbracht werden
kann, dass diese Wellen wirklich nachhaltig, kontrolliert den
Schlaf stören.
“
Bleibt noch ein Versuch mit einem sogenannten Inpulser. Der
sendet Wellen, die das Gehirn beruhigen sollen und kostet stolze
449 Euro. Und was meint Yvonne? „Das ist echt
schon angenehm, also leichte Musik, das Kissen ist auch total
bequem.
“ Und Dr. Lennart Knaack stellt fest: „Das Ziel des Inpulsers ist es ja, Frequenzen zu erzeugen,
die mit Tiefschlafwellen übereinstimmen, also zwischen ein und
vier Hertz. Das ist natürlich ein Verfahren, das auf das
Einschlafstadium abzielt.
“ Doch gerade das Einschlafen
fällt Yvonne schwer. Immer wieder verändert sie die
Lautstärke des Inpulsers und dreht sich vom Soundkissen
weg.
Vier unruhige Nächte später zieht Yvonne Driedger ein
Fazit : „Wie es auch schon in den Anleitungen
steht, sollte man diese langfristiger testen. Aber ich habe mir
trotzdem wenigstens ein bisschen davon erwartet, dass ich
wenigstens nicht siebenmal aufwache, sondern vielleicht nur noch
zwei- oder dreimal.
“
Nach intensiver Analyse der Schlafaufnahmen fällt dem
Schlafforscher auf: „Die Schlafumgebung ist
geprägt einmal durch den Ehemann, der daneben liegt. Man kann
sagen, wenn er schnarcht oder wenn er unruhig ist, stört das
den Schlaf. Dann haben wir auf der anderen Seite das Kinderbett,
das direkt neben ihr aufgestellt ist. Das Kind liegt daneben, es
bewegt sich. Das könnte man verbessern.
“
Auch aufwühlende Ereignisse in der Vergangenheit, Stress und Ängste können Ursachen für Schlafstörungen sein. Genau da sollte eine Therapie ansetzen. Yvonne Driedger hat den ersten Schritt getan.
Tanja Hübner, Melanie Jost
Stand: 06.02.2012
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