Sonnencreme: Teuer gleich besser?
- Montag, 09. Juli 2012, 21.00 - 21.45 Uhr
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Gute Sonnencremes sollen nicht nur die Haut mit Feuchtigkeit versorgen, sondern vor allem vor UV-Strahlen schützen. Muss man dafür unbedingt zu teureren Produkten greifen?
Gibt es wirklich Qualitätsunterschiede zwischen teuren und günstigen Cremes? Das wollen wir mit Hilfe von Kathrin, Nadine und Stefanie herausfinden. Wir testen Sonnenschutz von Lidl für 1,20 Euro und von Aldi für 2,50 Euro für jeweils 100 Milliliter sowie die Sonnencremes Ambre Solaire von Garnier für 4,40 Euro und Nivea für 5,00 Euro. Außerdem im Rennen: eine Luxussonnencreme von Vichy für 6,70 Euro und ein edles Spray von Yves Rocher für satte 10,70 Euro pro 100 Milliliter.
Alle Sonnenschutzmittel haben laut Angaben den Lichtschutzfaktor 30. Unsere Badenixen Kathrin, Nadine und Stefanie testen jeweils zwei Produkte. Auf jede Körperhälfte kommt eine Creme. Damit sich die Testerinnen nicht von den Marken beeinflussen lassen, füllen wir alle Produkte in neutrale Fläschchen um.
Handhabung
Für Stefanie bemerkt sofort Unterschiede zwischen den
Produkten von Aldi und von Lidl: „Es fühlt
sich relativ dünnflüssig an. Man kann das ziemlich
schnell verteilen. Deshalb habe ich auch ein bisschen zu viel
genommen.
” Die Sonnencreme von Aldi ist dagegen zäh
und klebt auf der Haut. „Also mein Eindruck nach
den zwei Cremes ist, dass ich die erste besser fand. Sie riecht
nicht so synthetisch und ist etwas leichter von der
Handhabung
“, meint Stefanie.
Und wie gut sind die Cremes von Garnier und Nivea? Nadine meint:
„Im Vergleich würde ich sagen, sie lassen
sich beide irgendwie gleich auftragen. Aber vom Geruch her ist die
zweite besser. Frisch, riecht einfach nach Urlaub und Freibad,
würde ich sagen.
”
Kathrin testet für uns die teuren Luxuscremes. Zu dem
Produkt von Vichy meint sie: „Also das ist vom
Geruch her sehr angenehm. Sie ist sehr fettig – also das ist
wirklich eine dicke Fettschicht, die hier drauf bleibt.
“
Das Spray von Yves Rocher findet sie angenehmer: „Das zieht sehr schnell ein, fettet nicht und fühlt
sich an wie eine Tagescreme. Also wirklich toll!
”
Überzeugen können bei Handhabung und Hautgefühl im direkten Vergleich also Lidl, Nivea und das Spray von Yves Rocher.
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Wie lässt sich die Sonnencreme auftragen und wie fühlt sie sich auf der Haut an?
Verträglichkeit.
Der Hautarzt Dr. Jens Tesmann sieht sich für uns genau an,
was in den Flaschen steckt. Alle Produkte enthalten Parfumstoffe
und fast alle auch Konservierungsstoffe. Nur die Sonnencreme von
Lidl kommt ohne Konservierungsstoffe aus. „Wer
da ganz auf Nummer sicher gehen will, kann das sicher verwenden,
sollte die Creme dann aber innerhalb von einer oder maximal zwei
Badesaisons verbraucht haben“, meint Hautarzt Dr. Tesmann.
Aber auch bei den anderen Produkten hat er keine Bedenken:
„Da braucht man keine Sorge zu haben, dass sie Irritationen
hervorrufen.
“
Feuchtigkeit
Sonne trocknet die Haut aus – eine gute Sonnencreme sollte das ausgleichen. Ob unsere Cremes das leisten? Wir wollen es genau wissen und gehen ins Labor der Stiftung Warentest. Dort werden jeden Sommer Sonnencremes untersucht. Auch unsere sechs ausgewählten Produkte sind dabei - und die Unterschiede sind deutlich: Die Sonnencreme von Lidl spendet am meisten Feuchtigkeit. Die Cremes von Vichy, Nivea und Gartnier schneiden schlechter ab.
Wasserfestigkeit
Lau Angaben sind die Cremes alle wasserfest. Kann man sich
darauf verlassen? Labortests haben ergeben, dass die meisten Cremes
den gesetzlichen Kriterien entsprechen. Doch was heißt das
genau? „Also Wasserfestigkeit bedeutet, dass
trotz der Abspüleffekte mindestens 50 Prozent erhalten
bleiben. Das ist schon sehr gut, aber nicht ausreichend. Wenn ich
aus dem Wasser komme, mich abgetrocknet habe, sollte ich mich
wieder neu eincremen, denn da hätte ich sonst Schutz
verloren
”, warnt Dermatologe Tesmann. Nachcremen ist also
Pflicht, auch wenn „wasserfest“ auf der Flasche
steht!
Sonnenschutz
Nachdem Stefanie, Nadine und Kathrin zwei Stunden lang in der
prallen Sonne gelegen haben, sieht sich Dr. Tesmann ihre Haut an.
Bei Stefanie, die die günstigen Cremes getestet hat, sieht der
Hautarzt Unterschiede zwischen den Körperhälften:
„Creme eins, sehen wir, hat einen relativ guten
Effekt. Wir sehen keine Abblassung nach dem Drucktest. Das ist hier
schon eher der Fall. Das heißt, Creme zwei schützt nicht
so gut oder wurde hier nicht genug aufgetragen.
”
Nadines Haut dagegen ist unauffällig. Die blonde Kathrin
allerdings hat trotz Sonnencreme gerötete Arme. “Das ist vielleicht jetzt darauf zurückzuführen,
dass die Sonnencreme nicht so gut schützt, dass die Menge der
Sonnencreme, die sie aufgetragen hat, nicht so optimal ist, oder
dass sie vielleicht doch schon über ihrer Zeit in der Sonne
war
”, meint der Dermatologe.
Wir testen noch mal im Labor der Stiftung Warentest unter
wissenschaftlichen Bedingungen. Die Testpersonen werden dort mit
einer genau definierten Menge UV-Licht bestrahlt. Das Ergebnis:
Alle Cremes schützen vor Sonnenbrand. Christiane Nientimp von
der Stiftung Warentest fasst das Ergebnis so zusammen: „Wir haben die Sonnencremes alle auf ihren
Lichtschutzfaktor überprüft und können Entwarnung
geben: Überall wurde er eingehalten und mit ‚gut‘
bewertet. Lediglich bei Yves Rocher haben wir ein
‚Befriedigend‘ gegeben, da wurde der Lichtschutzfaktor
um einiges überschritten.
” Mehr Sonnenschutz als
angegeben ist zwar besser als zu wenig, trotzdem: Die Angabe auf
der Verpackung ist nicht exakt.
Gesamturteil
Am schwächsten ist die teure Creme von Vichy. Sie schützt zwar vor Sonnenbrand, spendet aber wenig Feuchtigkeit und liegt fettig auf der Haut. Im Mittelfeld landen Aldi, Ambre Solaire von Garnier, Nivea und Yves Rocher. Gewinnerin ist die günstige Sonnenmilch von Lidl. Sie schützt, spendet Feuchtigkeit und lässt sich gut auftragen.
Autorin: Franziska Roth
Stand: 09.07.2012
- Tipps zum Sonnenschutz markt://Sendung (09.07. 2012)
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