Provider: Wenn alles nichts hilft
- Montag, 12. November 2012, 21.00 - 21.45 Uhr
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Ein Hotel war wochenlang ohne Telefon und Internet. Kein Einzelfall, wie markt erfuhr: Anrufe bei Providern liefen ins Leere, Mails würden nicht beantwortet, Briefe seien angeblich nie angekommen.
Das Hotel Eichenhof in Bad Salzuflen hatte nach einem Wechsel zu
Vodafone ernsthafte Probleme: zwei Wochen war der Betrieb ohne
Telefon und seit sechs Monaten gibt es kein Internet. Heidrun
Niederfahrenhorst berichtet: „Irgendjemand hat
versäumt, den Internetanschluss freizuschalten. Das klappt bis
heute nicht. Und wenn man die Hotline anruft, bekommt man jedes Mal
eine andere Auskunft. Da weiß keiner mehr vom anderen, was er
tut.
“ Seit einem halben Jahr ruft Heidrun
Niederfahrenhorst immer wieder die Hotline an. Auf neun Seiten hat
sie alle Telefonate dokumentiert.
markt liegen inzwischen zahlreiche Beschwerden auch über andere Provider vor. Anbieter-Hopping scheint sich nicht zu lohnen. Man spart vielleicht ein paar Euro, aber den Ärger scheint es oft gratis dazuzugeben. Wo liegt das Problem? Die Technik? Personalmangel? Führt der Preiskampf zu immer weniger Service bei den Anbietern?
Notbehelf UMTS-Sticks
Wir wollen von Vodafone wissen, woran es beim Hotel Eichenhof liegt. Telefonisch und schriftlich fragen wir an - und beißen auch erst einmal auf Granit.
Im Hotel macht aber nicht nur das Internet Probleme: Mit dem
Telefonanschluss fiel auch das Zahlungssystem aus. „Das easy-cash-Gerät ging auch nicht. Ich konnte die
Gäste nicht kassieren
“, sagt Heidrun
Niederfahrenhorst. Als Erste Hilfe zum Telefonieren leitete
Vodafone alles auf ihr privates Handy um. „Diese
14 Tage waren echt die Hölle. Ich hatte Faxe aus dem Ausland,
die ganze Nacht, 77 Stück! Das ging die ganze
Nacht.
“
Heidrun Niederfahrenhorst übt sich weiter in
Krisenmanagement - mit UMTS-Sticks. Allerdings ist damit den
Kunden, die mit einem Smartphone oder Tablet ins Internet wollen,
nicht geholfen. Manchen Kunden hat sie deshalb schon als Stammgast
verloren, sagt sie. Ihren Schaden hat sie Vodafone in Rechnung
gestellt. Das sei auch völlig in Ordnung, meint Michael
Langer, Anwalt für Telekommunikationsrecht: „Es ist grundsätzlich so, dass die Hauptpflicht der
Telefongesellschaft ist, eine funktionsfähige Leitung zur
Verfügung zu stellen. Wenn eine Störung erfolgt und die
Telefongesellschaft dies zu verschulden hat, dann kann man
sicherlich Schadensersatzansprüche geltend
machen.
“
Am Ende gibt es dann doch noch eine Stellungnahme von Vodafone:
„Uns ist bewusst, dass bei dieser Geschichte
auch seitens Vodafone der Sevicegedanke besonders in den
Gesprächen (...) mit unserer Hotline nicht immer konsequent
umgesetzt wurde. Das tut uns sehr leid und dafür möchten
wir uns bei Frau Niederfahrenhorst ausdrücklich
entschuldigen.
“ Die Kosten für die UMTS-Sticks will
Vodafone ersetzen, und seit vergangenem Samstag hat das Hotel auch
endlich wieder einen Internetzugang.
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Wird eine Störung nicht in angemessender Frist behoben, kann der Vertrag fristlos gekündigt werden.
Wem Ähnliches widerfährt …
Wer in eine ähnliche Sackgasse gerät, sollte den Rat
von Anwalt Michael Langer befolgen: „Zunächst muss man die Telefongesellschaft über
die Störung in Kenntnis setzen. Wenn dann nicht
unverzüglich etwas passiert, sollte man eine Frist setzen und
die Telefongesellschaft auffordern, die Störung innerhalb
dieser Frist zu beseitigen. Wenn dies nicht passiert, kann man den
Vertrag aus wichtigem Grunde fristlos kündigen. Diese
Kündigung sollte dann sinnvollerweise per Einschreiben mit
Rückschein erfolgen.
“
Wer seinen Telefonanbieter gewechselt und anschließend Probleme mit dem Telefonieren hat, kann sich auch an die Bundesnetzagentur wenden. Auf ihrer Website hält sie ein Beschwerdeformular bereit, dass Betroffene ausfüllen und zurückschicken können (Link siehe unten). Die Bundesnetzagentur kümmert sich dann um das Problem. Denn niemand sollte länger als 24 Stunden ohne Telefonanschluss sein. So will es das neue Telekommunikationsgesetz.
Autorin: Gitti Müller
Stand: 12.11.2012
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