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Gestohlene Kindheit

Die Entführung eines Neunjährigen

  • SendeterminDonnerstag, 15. Dezember 2011, 22.30 - 23.15 Uhr.
  • WiederholungsterminFreitag, 16. Dezember 2011, 14.15 - 15.00 Uhr (Wdh.).

Sascha Buzmann ist neun Jahre alt, als er im Januar 1986 in Wiesbaden entführt wird. Drei Monate lang hält ihn sein Peiniger gewaltsam in einem heruntergekommenen Bauwagen fest. Drei Monate, in denen er fast täglich sexuell missbraucht wird. Seine Familie hat die Hoffnung schon fast aufgegeben, Sascha jemals lebendig wiederzusehen, als die Polizei den Jungen durch Zufall aufspürt. Nach seiner Rettung schilderte der Junge, wie es ihm gelang, die Hoffnung nicht zu verlieren. „Irgendwann gehe ich zu meinen Eltern zurück, hab ich mir immer wieder gesagt. Wenn ich stark genug bin, den zu besiegen.“ Mit neun Jahren beginnt das zweite Leben von Sascha Buzmann, in dem er sich mit dem Erlebten auseinandersetzen muss – bis zum heutigen Tag.

Sascha Buzmann wurde als Neunjähriger im Januar 1986 in
Wiesbaden entführt
Sascha Buzmann wurde als Neunjähriger im Januar 1986 in Wiesbaden gewaltsam entführt.

Traumatische Erlebnisse

Der Film erzählt die Entführung in Rückblenden und begleitet Sascha Buzmann noch einmal an den Ort, an dem er 86 Tage lang gefangen war. Wie ging es nach der Entführung weiter? Wie gingen seine Familie, seine Freunde mit ihm und seiner Geschichte um? In Gesprächen mit Sascha und denen, die ihm nahe stehen, entsteht das Portrait eines Menschen, dessen traumatischen Erlebnisse seinen weiteren Lebensweg bestimmen. Behutsam nähert sich der Film den Fragen an, mit denen sich Sascha Buzmann immer wieder konfrontiert sieht: Wie konnte er als neunjähriger Junge eine solche Situation verarbeiten? Und wie lässt es sich mit einer solchen Belastung weiterleben?

Suche nach Geborgenheit

„Keiner kann mir das ansehen“, sagt Sascha Buzmann heute. „Man muss schon genau suchen.“ Er ist inzwischen 34 Jahre alt, ledig und arbeitet als Kellner an ständig wechselnden Orten. Zur Zeit wohnt er in der Nähe seines Elternhauses im hessischen Taunusstein - nur etwa 15 Kilometer entfernt vom Ort des Verbrechens. Kann er sich jemals wieder irgendwo geborgen und sicher fühlen? „Menschen hautnah“ zeichnet das aufwühlende Porträt eines Mannes, der in seiner Kindheit Opfer eines Verbrechens wurde.

Redaktion: Enno Hungerland

Autor:

Stephan Rebelein

Stand: 28.10.2011


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