Tod und Karneval
Der Bestatter Christoph Kuckelkorn und seine Familie
- Donnerstag, 22. November 2012, 22.30 - 23.30 Uhr
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Der Kölner Christoph Kuckelkorn (47) ist täglich mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert, mit Tod und Trauer. Er führt schon in der fünften Generation ein Bestattungsunternehmen und hat den Volksschauspieler Willy Millowitsch und den SPD-Politiker Hans-Jürgen Wischnewski beigesetzt. Seit einigen Jahren hat der Bestatter eine zweite Identität: Er ist als Zugleiter des Rosenmontagzuges verantwortlich für das größte Narrenfest der Domstadt. Auf die Frage, wie sich das Tabuthema Tod mit Frohsinn im Karneval vereinbaren lässt , sagt Kuckelkorn: „Es geht doch bei beidem um Inszenierungen, mit denen Emotionen geweckt werden“.
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Christoph Kuckelkorn auf dem Melatenfriedhof.
Unter den deutschen Bestattern gilt Christoph Kuckelkorn als einer, der sich offen zeigt für neue Entwicklungen. In seinem Institut können Angehörige Sargdekorationen mitgestalten und bei der Totenwaschung mithelfen. Mit Leidenschaft praktiziert Kuckelkorn die Thanatopraxie - die Einbalsamierung Verstorbener für die Abschiednahme am offenen Sarg. Seine Einstellung zum Leben und Sterben hat sich vor einigen Jahren durch ein tragisches Ereignis verändert: Im Juni 2000 kam Christoph Kuckelkorns erste Ehefrau Michaele bei einem Motorradunfall ums Leben. Ein Schicksalsschlag, der besonders die beiden Kinder Laura und Marcel sehr getroffen hat. Ihr Vater hatte sich danach vorgenommen, noch intensiver und bewusster zu leben. Doch die Termine drängen und seine Familie muss immer wieder auf ihn warten.
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Christoph Kuckelkorn führt schon in der fünften Generation ein Bestattungsunternehmen in Köln.
Heute ist Christoph Kuckelkorn in zweiter Ehe mit Cassia verheiratet. Die gelernte Tänzerin arbeitet auch in der Bestattungsfirma mit und ist im Karneval aktiv. Gemeinsam managen sie ihre Patchworkfamilie mit sechs Kindern- eine Herausforderung besonders in Erziehungsfragen. Die 18-Jährige Laura wird nun bald selbst Mutter und betrachtet wehmütig die eigene Kindheit. Sie vermisst ihre leibliche Mutter und bedauert die mangelnde Kommunikation in der Familie, denn „ nur den Sprechenden kann geholfen werden.“
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Christoph Kuckelkorn ist Bestattungsunternehmer und Zugleiter des Kölner Rosenmontagszuges. Hier wird er passend zu seinem Karnevalskostüm geschminkt.
Ein Leben als Bestatter und humorvoller Karnevalist – wie geht das zusammen? Wie will Christoph Kuckelkorn einmal selbst Abschied nehmen und beerdigt werden? Und wie wird sich seine Patchwork-Familie weiter entwickeln? Vor 12 Jahren hat Menschen hautnah Christoph Kuckelkorn zum ersten Mal portraitiert und beobachtet nun, wie das Leben den Bestatter verändert hat – und der Bestatter sein Leben.
Redaktion: Ulrike Schweitzer
Autor: Enno Hungerland und Dana Linkiewicz
Stand: 11.10.2012
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