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Pressemeldung vom 12.01.2012:
Christian Wulff
Die öffentlich-rechtliche BW-Bank in Stuttgart hat dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff einen rollierenden Geldmarktkredit (EURIBOR) zur Hausfinanzierung gewährt, der „sehr deutlich unter den normalen Konditionen für andere Kreditnehmer“ vergleichbaren Einkommens und vergleichbarer Sicherheiten liegt. Der Abschlag wäre im Vergleich mit den Effektivsätzen für variable Wohnungsbaukredite sogar als „extrem“ zu bezeichnen. Zu diesem Ergebnis kommt das Düsseldorfer Sachverständigenbüro Leschmann in einem Kreditgutachten für die Redaktion MONITOR, über das das Politikmagazin in seiner heutigen Sendung berichtet (MONITOR, 12.01.2012, 21.45 Uhr im Ersten).
Die ungewöhnliche Zinsmarge, die die BW-Bank auf den EURIBOR aufgeschlagen hat, bezeichnet der Gutachter als „nicht auskömmlich“ für die Bank, d.h. angesichts des hohen Verwaltungsaufwandes machte die Bank möglicherweise sogar Verluste. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft derzeit aufgrund zahlreicher Anzeigen, ob ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue gegen die Bank eingeleitet werden muss. Die Bank habe dafür der Staatsanwaltschaft umfangreiche Unterlagen zur Verfügung gestellt.
Wulff selbst hatte im Interview mit ARD und ZDF seine Kreditkonditionen als „ganz normal übliche Konditionen“ bezeichnet. Und behauptet: „Das gesamte Zinsentwicklungsrisiko lag doch bei mir, hab ich doch getragen“. Dazu stellt der Gutachter fest: „Ein Zinsentwicklungsrisiko, welches gravierende Auswirkungen auf die Finanzierung gehabt hätte, kann von Seiten des Sachverständigen nicht erkannt werden.“
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