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Rückschau
Sendung vom 13.12.2012
Monitor Nr. 642 vom 13.12.2012
Weihnachtsbotschaft
Pussy Riot grüßt aus dem Kölner Dom
Video in hoher Auflösung
Georg Restle: "Zwei Jahre Straflager für einen 30-sekündigen Auftritt in einer russischen Kirche. Das Urteil gegen Pussy Riot hat dieses Jahr zu einer weltweiten Solidaritätsbewegung geführt. Was wir daraus lernen können? Die große Nähe von Staat und Kirche kann ziemlich unheilvolle Konsequenzen haben. Eines der untergetauchten Mitglieder von Pussy Riot ist jetzt nach Deutschland gekommen. Wir haben uns mit ihr getroffen; nicht irgendwo, sondern an einem der heiligsten Orte Deutschlands. Eine Weihnachtsbotschaft, ganz exklusiv, von Pussy Riot."
Sie nennt sich Kater und will nicht erkannt werden. Denn sie ist Mitglied der Gruppe Pussy Riot und nach ihr wird gesucht in Russland. Kater ist zum ersten Mal in Deutschland. Im Kölner Dom spricht sie mit uns exklusiv über die unheilige Allianz zwischen Kirche und Staat in ihrer Heimat.
Kater (Übersetzung MONITOR): „Die harte Bestrafung unseres Auftrittes zeigt doch, dass diese Verbindung zwischen Kirche und Staat dermaßen verbrecherisch und korrumpiert ist, dass sie schon die Form einer Mafia hat. Deshalb wurde so hart bestraft.“
Das soll ihr Verbrechen sein. Ein Protestsong in der Moskauer Christus-Erlöser-Kathedrale: „Gottes Mutter erlöse uns von Putin“. Das Urteil: Zwei Jahre Straflager für zwei der Bandmitglieder. Die Richter: Staat und Kirche. Putin und der Patriarch in ihrem Urteil vereint. Eine unheilige Allianz gegen Menschenrechte. Für Kater und die anderen Bandmitglieder ging ihr Auftritt nicht gegen Gott und die Religion, sondern um einen selbstherrlich regierenden Präsidenten im Schutz der Kirche.
Kater (Übersetzung MONITOR): „Ja, ich halte mich für einen religiösen Menschen und ich glaube an Gott. Aber nicht an denjenigen, der von den Massenmedien und von der Politik propagiert wird. Ich glaube an den Gott, der tief in mir ist.“
Die weltweite Unterstützung ist für Kater der Beginn einer Bewegung.
Kater (Übersetzung MONITOR): „Das ist gut. Unsere Gruppe braucht solche Unterstützung. Es zeigt, dass junge Menschen sich vereinigen können, einander helfen und die gleichen Ziele verfolgen. Es hilft die politische, soziale und wirtschaftliche Lage in der Welt zu ändern.“
Es ist die Botschaft einer mutigen jungen Frau - kurz vor Weihnachten.
Tagesschau-VideoNach Protest von Pussy Riot: Pussy-Riot-Sängerinnen sitzen Strafe im Arbeitslager ab
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Sendetermin
MONITOR Nr. 648
06.06.201321:45 - 22:15 Uhrim Ersten
Sendetermine 2013Aktuelle Übersicht
Ausgezeichnet

Marler Medienpreis Menschenrechte für MONITOR
"Verdammt hoher Preis - Billigmode und die Selbstmordrate bei indischen Arbeiterinnen" von Christian Brüser, Jochen Leufgens und Andreas Maus wurde mit dem Marler Medienpreis Menschenrechte ausgezeichnet. MONITOR berichtete im Juni 2012 über eine Spirale der Ausbeutung junger Frauen, die in indischen Textilbetrieben arbeiten. Aus der Begründung der Jury: "Der Beitrag beeindruckt durch gründliche Recherche, Interviews mit Betroffenen und die Darstellung der direkten Verbindung zwischen dem Angebot in der Einkaufsstraße und dem Schicksal der Sumangali-Frauen." [zum Beitrag]BLOG!

Münchner Trauerspiel: Der Gerichtspräsident und der NSU
Georg Restle im MONITOR-Blog: "Man weiß schon nicht mehr, ob man sich aus Wut oder purer Fassungslosigkeit an den Kopf greifen möchte. Die Selbstherrlichkeit des Münchner OLG-Präsidenten scheint pathologisch: Innerhalb weniger Wochen hat es Karl Huber geschafft, den Ruf der deutschen Justiz gründlich zu ruinieren." [mitbloggen]Pressemeldung

Niebel-Ministerium stellte deutlich mehr FDP-Leute ein als bislang bekannt / Beamtenverband spricht von "beispiellosem Vorgang"
Seit dem Amtsantritt von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) mehr als 40 FDP-Mitglieder und Mitarbeiter der Partei eingestellt. [weiterlesen]VideoPodcast

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Zitat

Joseph Pulitzer (1847-1911)
"Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt. Bringt diese Heimlichkeiten ans Tageslicht, beschreibt sie, attackiert sie, macht sie vor allen Augen lächerlich. Und früher oder später wird die öffentliche Meinung sie hinwegfegen. Bekannt machen allein genügt vielleicht nicht - aber es ist das einzige Mittel, ohne das alle anderen versagen..."Politikmagazine

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