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27.05.2012

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neuneinhalb - das Check Eins Nachrichtenmagazin

neuneinhalb Extra Extra - Afrika

neuneinhalb Extra

Afrika – Ein Kontinent mit vielen Problemen

Weinender Afrikanischer Junge, Rechte:dpa Unter den Problemen in Afrka leiden auch besonders viele Kinder. Afrika ist der zweitgrößte Teil der Erde. Flüsse, Urwälder und Wüsten machen den Kontinent einzigartig – genau wie die vielen Tierarten, die dort leben. Doch die meisten der 53 Staaten Afrikas gelten als Entwicklungsländer. Viele der 924 Millionen Afrikaner haben mit großen Problemen zu kämpfen. Welche das sind, erfährst du in diesem neuneinhalb-Extra.

1. Kriege und Konflikte

Masse afrikanischer Flüchtlinge drängelt sich auf einem Weg, Rechte:dpa In Afrika leben 3.000 Volksgruppen, die über 2.000 verschiedene Sprachen sprechen und unterschiedliche Traditionen und Kulturen haben – und dadurch auch unterschiedliche Meinungen und Interessen. Das führt oft zu Streit und Konflikten. Im Jahr 2004 gab es zum Beispiel ungefähr 40 Konflikte in ganz Afrika, einer davon war der Kampf zwischen Hutu und Tutsi in Burundi.

Mehr zum Konflikt zwischen Hutu und Tutsi Hutu und Tutsi – Warum sich die zwei Volksgruppen bekämpfen

Hutu und Tutsi sind zwei Volksgruppen, die zum Beispiel in Burundi leben, und seit vielen Jahren gegeneinander kämpfen. Hutu bedeutet ursprünglich Ackerbauer und Tutsi Viehzüchter. Der größte Teil der Menschen in Burundi sind Hutu – also Ackerbauern. Zwischen den Hutu und den Tutsi hat es immer wieder schlimme Auseinandersetzungen gegeben. Erst vor knapp zwei Jahren endete ein Bürgerkrieg zwischen ihnen, bei dem über 300.000 Menschen getötet wurden.
Vor mehr als 100 Jahren eroberten Europäer Burundi und herrschten über das Land. Die Eroberer behaupteten, Hutu und Tutsi seien verschiedene Völker. Außerdem sagten sie, die Tutsi seien mehr wert als die Hutu, und sollten deswegen mehr Macht haben. Vor fast 50 Jahren wurde Burundi unabhängig. Die Tutsi wollten am liebsten ihre Macht behalten, was die Hutu ungerecht fanden. Gleichzeitig hatten die Tutsi Angst, dass sich die Hutu an ihnen rächen könnten. Der Konflikt wurde immer schlimmer, bis sich die Hutu und Tutsi schließlich sogar gegenseitig töteten – und zwar nur, weil sie Hutu oder eben Tutsi waren. Inzwischen ist der Konflikt zum Glück friedlich beendet worden. Aber wegen der Kämpfe zwischen den Hutu und den Tutsi sind fast eine Million Menschen aus ihrer Heimat geflohen.

2. Flüchtlinge

Masse von Zelten. In der Mitte eine Frau in rosa Kleidung, Rechte:dpa Auch der Konflikt in der Region Darfur trieb viele Menschen in solche Flüchtlingslager. Viele Afrikaner fliehen vor den Kämpfen und Konflikten in ihrer Heimat in andere Regionen oder Nachbarländer – was oft für neue Konflikte sorgt. Denn die Länder und Regionen, in die die Menschen fliehen, haben nicht genug Nahrung und Felder, um alle Flüchtlinge zu versorgen. Kehren die Flüchtlinge später in ihre Heimat zurück, sind ihre Häuser oft durch die Kämpfe zerstört. Und ihr Ackerland wird mittlerweile von anderen Menschen genutzt – zum Beispiel von ihren früheren Nachbarn oder anderen Flüchtlingen. Aber nicht nur Konflikte treiben viele Afrikaner in die Flucht, auch die Armut und die schlechte wirtschaftliche Lage bringt die Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Sie fliehen sogar auf andere Kontinente, wie zu Beispiel nach Europa.

3. Wirtschaftliche Probleme

Baumwollfeld mit einer Pflanze nah im Vordergrund, Rechte:mauritius In vielen afrikanischen Ländern wird Baumwolle angebaut, um sie in andere Länder zu verkaufen. Afrika wurde vor mehr als 100 Jahren unter den europäischen Ländern aufgeteilt. Die Europäer gründeten dort eigene Länder, so genannte ‚Kolonien’, und ließen dort Pflanzen anbauen, die in Europa wegen der Kälte und Witterung nicht wachsen können – zum Beispiel Kaffee, Tee, Kakao oder Baumwolle. Auch heute, wo die afrikanischen Staaten unabhängig sind, werden in vielen Ländern hauptsächlich nur ein oder zwei Pflanzen angebaut – für den Handel mit anderen Ländern. Deshalb sind viele Afrikaner abhängig vom Handel mit Kaffee, Tee, Kakao oder Baumwolle. Doch gerade für diese Waren schwanken die Preise sehr stark. Sind die Preise niedrig, bekommen die Menschen in Afrika nur wenig Geld – und das ist ziemlich oft der Fall.

4. Hungersnöte

Ausgemergeltes afrikanisches Kind isst von einem Löffel, Rechte:dpa Viele afrikanische Kinder haben nicht genug zu essen. Fast jeder fünfte Afrikaner leidet Hunger. Auch das liegt unter anderem daran, dass in vielen afrikanischen Ländern nur ein oder zwei Pflanzenarten angebaut werden: Auf den Feldern wachsen zu viele Pflanzen, die für den Handel mit anderen Ländern bestimmt sind und kaum Pflanzen, von denen sich die Menschen selbst ernähren können. Deshalb führen schon geringe Ernteausfälle dazu, dass Menschen in Afrika hungern müssen. Aber auch Dürren und Überschwemmungen zerstören oft große Teile der Felder und Ernten.

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Ein Flugzeug kreist über einem Kreisengebiet: Es herrschen Krieg, Dürre und Hungersnot. Die Maschine zieht steil hoch, um die erste Ladung von Nahrungsmitteln aus der Luft abzuwerfen. Ein Lastwagen quält sich eine verschlammte Straße entlang. Rebellen lauern hinter Büschen. Die Menschen warten angespannt: Sie haben kaum noch zu essen. Das ist die virtuelle Welt von Food Force, dem ersten Computerspiel, bei dem du Hungersnöte bekämpfen kannst. Food Force wurde vom Welternährungsprogramm der UNO entwickelt.

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5. Klima

Eine überschwemmte Region, nur die Dächer von zwei Hütten ragen aus den Fluten, Rechte:dpa Überschwemmungen zerstören nicht nur Hütten und Häuser, sondern auch Felder. Vom Klimawandel ist die ganze Welt betroffen – auch Afrika. Und weil die meisten Afrikaner nur von der Landwirtschaft leben, treffen sie Naturkatastrophen wie Dürren oder Überschwemmungen besonders schlimm. Denn die zerstören viele Felder und damit auch die Nahrung und die Verdienstmöglichkeiten der Menschen.

6. Wassermangel

Vier Frauen mit Wasserkrügen laufen durch die Wüste, Rechte:dpa In Afrika müssen die Menschen oft kilometerweit laufen, um Wasser aus dem nächsten Fluss zu holen. In Afrika ist sauberes Trinkwasser sehr knapp. Zum einen, weil es dort nur wenig regnet. Außerdem gibt es kaum Brunnen und Anlagen, über die die Felder bewässert oder Wasser an die einzelnen Häuser verteilt werden kann. Die sind nämlich viel zu teuer für die meisten afrikanischen Länder. Besonders auf dem Land müssen die Menschen deshalb oft kilometerweit laufen, um Wasser aus dem nächsten Fluss zu holen. Und das ist oft ziemlich dreckig – denn auch für Kläranlagen fehlt das Geld und viele Menschen kippen ihr Abwasser direkt in die Flüsse und Seen. Besonders stark verschmutzt ist das Wasser in den Großstädten, denn dort landet auch das dreckige Wasser großer Firmen.

7. Aids

Afrikanische Lehrerin  vor Tafel, an der das Wort Aids geschrieben steht. Im Vordergrund sitzen Schüler, Rechte:dpa Eine Lehrerin klärt auf: Nur wenn die Menschen in Afrika über Aids Bescheid wissen, können sie die schnelle Ausbreitung der Krankheit stoppen. 26 Millionen Afrikaner sind mit HIV infiziert – und allein im letzten Jahr haben sich fast drei Millionen neu mit dem Virus angesteckt. HIV gibt es auf der ganzen Welt, aber in Afrika ist das Virus, das die Krankheit Aids auslöst, besonders stark verbreitet. Denn dort wissen viele Menschen nicht, wie sie sich davor schützen können. Und Medikamente, die den Ausbruch von Aids verzögern, können sich viele afrikanische Länder nicht leisten.

8. Bildung

Drei afrikanische Jungen pflügen mit Kühen ein Feld, Rechte:dpa Keine Zeit für Schule: Diese Jungen müssen ein Feld pflügen – ihre Arbeitskraft ist wichtig für die ganze Familie. Viele Menschen in Afrika können nicht lesen und schreiben – sie sind noch nie zur Schule gegangen, denn schon als Kinder müssen sie ihren Familien bei der Arbeit helfen. Zum Beispiel holen sie Wasser, helfen bei der Ernte oder beim Anbau der Nahrung. Ohne die Hilfe der Kinder könnten viele Familien nicht überleben. Zeit für Bildung bleibt meistens nicht.

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