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Die Autoren der Doku hatten berichtet, dass für das Unternehmen in Deutschland Arbeitssuchende aus Osteuropa und Spanien mit falschen Angaben zur Entlohnung angeworben, in überfüllten Feriendörfern untergebracht und dort von einem Sicherheitsdienst überwacht worden seien. Bei dem für Amazon tätigen Zeitarbeitsunternehmen wurden laut Bundesagentur für Arbeit zudem "Verstöße gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz festgestellt". Amazon kündigte nach Ausstrahlung des Films die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst und einem Dienstleister, der für die Unterbringung von ausländischen Saisonarbeitern zuständig war.
Anlässlich der durch die Doku ausgelösten Diskussion befasste sich diese Woche auch der Bundestag in einer "Aktuellen Stunde" mit dem Thema Leiharbeit. Die Regierungsparteien sahen dabei in den Vorgängen bei Amazon einen zwar skandalösen Einzelfall, warnten aber davor, die Zeitarbeitsbranche dürfe nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Aus der Opposition gab es Forderungen nach eine umfassenderen Kontrolle der Zeitarbeitsfirmen, aber auch nach der Abschaffung der Leiharbeit.
Ist der Fall Amazon nur einer von vielen in der Zeitarbeitsbranche? Wie groß ist der Nutzen der Leiharbeit, wie groß ihr Missbrauch? Hilft sie den Beschäftigten, einen festen Job zu bekommen, oder nützt sie nur den Unternehmen, die Mitarbeiter flexibel einstellen und entlassen können? Welche Verantwortung trägt die Politik für Missstände, welche Verantwortung tragen die Konsumenten? Darüber diskutiert WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn am Sonntag im ARD-Presseclub mit seinen Gästen.
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