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Quarks & Co
Sendung vom 30. April 2002
Wie hoch sind die Chancen ein Kind zu bekommen?
Gegen die Unfruchtbarkeit ist nicht wirklich ein Kraut gewachsen, aber der technische Fortschritt in der Medizin ermöglicht immer mehr Paaren durch den Einsatz unterschiedlicher Methoden, ihr Wunschkind doch noch zu bekommen - auch wenn dies mit erheblichen Mühen verbunden sein kann.
Bei der Insemination werden Spermien mit einer Spritze über einen Katheter direkt in die Gebärmutter injeziert. Der beste Zeitpunkt dafür ist eigentlich kurz vor dem Eisprung der Frau.
Bei der IVF werden in einer Operation mehrere Eizellen aus dem Eierstock entnommen und dann mit dem zuvor gespendeten Samen des Mannes in eine Petrischale gegeben. Damit die Methode erfolgversprechend ist, sollten jedoch mindestens 5 Millionen gut bewegliche Spermien in einem Milliliter Ejakulat vorliegen Spricht man von künstlicher Befruchtung, ist den meisten Fällen wohl auch die IVF gemeint. Obwohl es sich streng genommen nur um eine assistierte Befruchtung handelt. Denn der Befruchtungsvorgang findet von alleine statt. Der Reprodukutionsmediziner unterstützt lediglich den Besamungsvorgang, indem er Eizelle und Spermien in der Petrischale zusammenführt. Von da an läuft alles ohne weitere Unterstützung im Labor ab, was normalerweise im Eileiter der Frau stattfindet. Nach zwei Tagen im Brutschrank sind nach erfolgreicher Befruchtung mehrzellige Embryonen entstanden, die dann in die Gebärmutter der Frau gepflanzt werden. In der Regel 2 bis 3 Embryonen auf einmal.
Die ICSI wird dann angewendet, wenn gar keine oder zu wenig Spermien im Ejakulat des Mannes vorhanden sind. Es können sogar Spermien direkt aus dem Hoden bzw. Nebenhoden, die über einen Eingriff gewonnen werden, verwendet werden. Ein Spermium, dass es also von selbst nicht geschafft hätte wird mit einer hauchdünnen Nadel von einem Embryologen direkt in das Eiplasma gespritzt. Dies geschieht unter mikroskopischer Kontrolle mit Hilfe des so genannten Mikromanipulators. Auch hier werden dann 3-4 Tage später bis zu 3 befruchte Eizellen in die Gebärmutter übertragen. Hier drängt sich vielleicht die Frage auf, ob die Befruchtung einer Eizelle durch Spermien eines genetisch bedingt unfruchtbaren Mannes nicht dazu führt, dass dies an den männlichen Nachwuchs vererbt werden könnte. Diese Gendefekte kommen nur bei rund 1 Prozent der Männer vor. Natürlich können sie sich durch die ICSI über die Generationen hinaus anhäufen, es werden also direkt wieder ein paar neue Kunden geschafft. Doch auf die Gesamtzahl der Männer bezogen, spielen sie dann immer noch eine untergeordnete Rolle.
Ein ganz guter und detaillierter Überblick zu den Methoden ist auch im Internet auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin.
Harald Raabe
Stand: 30.04.2002
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