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Wann bin ich Unfruchtbar?

  • SendeterminDienstag, 30. April 2002, 21.00 - 21.45 Uhr .
Grafik: statistische Wertung der Unfruchtbarkeit bei Mann und Frau
als Piktogramm dragestellt; Rechte: WDR-TV
Frauen nehmen häufig die Schuld für Kinderlosigkeit auf sich - ohne Grund.

Von Unfruchtbarkeit spricht man laut einer Definition dann, wenn ein Paar ein Jahr lang mindestens einmal die Woche versucht hat, ein Kind zu zeugen. Hat ein Paar also in seinen Augen lange genug "probiert" und es hat immer noch nicht mit dem Nachwuchs geklappt, dann stellt sich natürlich für die Betroffenen die unangenehme Frage: "An wem liegt es denn nun?" Scham und Verdächtigungen sind hier nicht angebracht. Aufklärung schafft dann der gründliche Check durch einen Facharzt, also einen Gynäkologen oder Urologen. Nur er kann die Gründe herausfinden und Behandlungsmethoden vorschlagen.

Rein statistisch gesehen liegt es in 25 % der Fälle ausschließlich an der Frau. Die häufigsten Ursachen bei Frauen sind Hormonstörungen oder Probleme mit den Eileitern, die verklebt oder vernarbt sein können. Bei 30% der Fälle liegen die Ursachen für die Unfruchtbarkeit beim Mann. Das bedeutet meistens, dass zu wenige und oder zu viele unbewegliche  bzw. deformierte Spermien im Ejakulat vorliegen. Über eine Samenprobe beim Arzt kann dies gut unter dem Mikroskop untersucht werden.

Spermiogramm des Mannes

Foto: viele Spermien bei Normalbefund; Rechte: WDR-TV
Normalbefund mit über 40 Mio Spermien/ ml.
Foto: Wenige, langsame oder deformierte Spermien bei
eingeschränkter Befund ; Rechte: WDR-TV
eingeschränkter oder so genannter OAT-Befund (Oligo=zu wenig) (Astheno=zu langsam) (Teratro=deformierte Spermien).
Foto: Keine Spermien beim klassischen Befund der Unfruchtbarkeit;
Rechte: WDR-TV
klassischer Befund bei Unfruchtbarkeit (keine oder kaum Spermien).

Die Menge des Ejakulats sagt nichts über die Qualität der darin enthaltenen Spermien aus. Sie machen ohnehin nur rund 4 Prozent der Menge aus. Das heißt, dass auch unfruchtbare Männer die gleiche Menge an Ejakulat (im Durchschnitt 3-6 ml) haben wie Gesunde.

In 40% aller Fälle sind beide Partner an der Unfruchtbarkeit beteiligt. Auch hier gibt es ein breites Spektrum von ungünstigen Konstellationen, die der Arzt helfen kann herauszufinden. Bei 5% der Fälle schließlich sind dann auch die Ärzte mehr oder weniger ratlos, denn beide Partner sind im Prinzip gesund. So könnte vielleicht jeder mit einem anderen Partner ein Kind zeugen, nur in der bestehenden Kombination klappt es nicht. Unter Umständen können hier auch Faktoren wie Psyche oder Stress eine Rolle spielen durch private oder berufliche Probleme oder vielleicht sogar die allzu starke Fixierung auf den Kinderwunsch.

:

Harald Raabe

Stand: 30.04.2002


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