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Spurensuche im Blut

  • SendeterminDienstag, 11. Juni 2002, 21.00 - 21.45 Uhr .

Viele Krankheiten hinterlassen im Blut ihre Spuren und das oft lange bevor der Rest des Körpers Symptome zeigt. Der Grund: Das Blut steht mit allen Organen unmittelbar in Kontakt. Erkrankt ein Organ, dann verändert sich der Stoffwechsel und damit oft auch die Menge eines Stoffwechselproduktes, der ins Blut abgegeben wird. Ein Beispiel: Erkranken Leber oder Galle, dann gelangen größere Mengen des Enzyms Gamma-Glutamyl-Transferase, kurz " Gamma-GT" in die Blutbahn. Der Arzt erkennt solche Mengenveränderungen bei einer Blutanalyse und kann eine Verdachtsdiagnose stellen.

Das kleine Blutbild - Maß für den allgemeinen Gesundheitszustand

Foto: Teilausschnitt einer Kanüle mit Blut
Im Blut können Mediziner den Gesundheitszustand eines Menschen ablesen.

Bei einer ersten Routineuntersuchung des Blutes erhält der Mediziner vor allem Aufschluss über den allgemeinen Gesundheitszustand des Körpers. Im "Kleinen Blutbild" kann er Zahl, Größe und Form der roten und weißen Blutkörperchen, sowie der Blutplättchen ablesen. Die Zahl der roten Blutkörperchen ist ein Maß für die Sauerstoffversorgung. Zu wenige Erythrozyten könnten ein Hinweis auf eine Blutarmut sein - der Mediziner bezeichnet das als "Anämie": Dabei wird der Körper nicht ausreichend mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt. Ist die Menge der weißen Blutkörperchen erhöht, besteht der Verdacht auf eine Infektion. Um die Ursache der Infektion genauer zu bestimmen, wird ein "Differentialblutbild" erstellt, das zusammen mit dem kleinen Blutbild das sogenannte große Blutbild ergibt.

Bakterielle oder virale Infektion - Hinweise gibt das Differentialblutbild

Foto: ein Blutbild Scanner
Früher mussten die Blutzellen unter dem Mikroskop gezählt werden, heute wird ein Blutbild maschinell erstellt.

Im Differentialblutbild wird das Mengenverhältnis der verschiedenen weißen Blutzellen ermittelt. Viele "Neutrophile Granulozyten" deuten auf eine Infektion mit Bakterien hin, eine große Menge an "Lymphozyten" dagegen auf eine virale Infektion.

Zu einer Blutuntersuchung gehört neben der Bestimmung der Blutzellen und verschiedener Enzyme auch das Aufspüren von Blutzucker, Blutfetten, Cholesterin und Stoffwechselprodukten wie etwa der Harnsäure. Harnsäure, die vor allem bei der Verbrennung von Eiweiß aus tierischen Nahrungsmitteln, wie Fleisch und Wurst, entsteht, könnte den Gelenken gefährlich werden. In hohen Konzentrationen bildet die Harnsäure Kristalle, die Gicht auslösen können.

Blutwerte ersetzen keine Diagnose

Foto: Ein Mann mit einer Zigarette im Mund
Alles hinterlässt im Blut seine Spur - schon 4 Zigaretten am Tag lassen die Zahl einiger weißer Blutkörperchen ansteigen.

Aber auch wenn das Blut ein guter Informant über den Gesundheitszustand eines Körpers ist, zur alleinigen Diagnose reicht die Blutanalyse nicht. Der Arzt muss immer auch andere Untersuchungen durchführen. Um die Blutanalyse richtig zu deuten, muss er zudem immer mehrere Blutwerte miteinander vergleichen. Es gibt zwar sogenannte Normalwerte, die aber keine allgemeingültige Größe sein können. Die Blutwerte unterscheiden sich von Mensch zu Mensch, und sind von vielen Faktoren abhängig: Neben Alter und Geschlecht spielen auch Fitness des Patienten, seine Ernährung oder sein Alkoholkonsum ein Rolle.

Eine Blutanalyse endet meist mit einem Stück Papier auf dem viele Kürzel und Zahlen stehen, die für den Laien sehr unverständlich sind. Wir haben für Sie einen solchen Blutbefund "übersetzt" . Klicken Sie einfach auf den Blutwert der Sie interessiert, und Sie erfahren was sich hinter dem Kürzel verbirgt.

:

Judith König

Stand: 11.06.2002


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