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Sendung vom 11. Juni 2002
Die Entdeckung des Blutkreislaufs
Mal Hand aufs Herz - wenn wir eines ganz sicher über Blut und Herz zu wissen glauben, dann doch wohl: Das Herz ist ein Muskel und pumpt das Blut in einem Kreislauf durch unseren Körper. Aber genau das wussten die Ärzte nicht immer. Auch wenn man es kaum glauben mag, diese Erkenntnis ist erst knapp vierhundert Jahre alt. Erst musste ein Leibarzt des englischen Königs kommen, William Harvey war sein Name, und mit dem überkommenen Muff aufräumen. Er schrieb Medizingeschichte...
Seine Schrift "Exercitatio anatomica de motu cordis et sanguinis in animalibus " (zu Deutsch: Von der Bewegung des Herzens, veröffentlicht erst 1628, da er das Werk zurückhielt) revolutionierte die Physiologie und gehört zu den wichtigsten medizinischen Schriften. Harveys Karriere als Arzt war sehr erfolgreich. Denn nicht umsonst wurde er 1618 zum Leibarzt der englischen Könige Jacob I. und Charles I. ernannt.
Bis zu Harveys Veröffentlichung glaubte man, Blut würde in der Leber erzeugt und ströme dann durch Arterien und Venen. Vom Herzen als Muskelpumpe wusste man nichts. Harvey experimentierte an lebenden Tieren und an den Unterarmen von Menschen, denen er die Blutgefäße abschnürte. Dabei stellte er fest: Das Blut strömt vom Herzen weg durch die Arterien und zum Herzen zurück durch die Venen. Die Klappen in den größeren Venen steuern den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Harvey berechnete dann die im Körper insgesamt vorhandene Blutmenge und kam dabei zu dem Schluss: Das Blut muss im Körper zirkulieren. Damit war für ihn klar: Das Herz fungiert als Pumpe und treibt dadurch die Blutzirkulation an.
Heinz Greuling
Stand: 11.06.2002
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