Hauptnavigation

Donnerstag, 18.03.2010

Suche im Redaktionsangebot von Quarks & Co
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia-Portal.

Navigation


Zurück: Februar 2010 Sendeplan für März 2010 Weiter: April 2010
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05 06 07
08 09 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Wissen > Quarks & Co > Sendung vom 11. Juni 2002 > Blutspende


Blutspende

  • SendeterminDienstag, 11. Juni 2002, 21.00 - 21.45 Uhr .

Täglich mehr als 11.000 Mal wird in Deutschland Blut gespendet – jeweils etwa ein halber Liter. Wie sicher sind diese Blutspenden für den Empfänger? Und was passiert eigentlich mit dem gespendeten Blut?

Sicherheit

Foto: Blutspenderin auf einer Liege mit einer Arzthelferin; Rechte:
WDR-TV
Beim Blutspenden wird ein halber Liter abgezapft.

Sicherheit wird bei den Blutspendediensten groß geschrieben. Schon die Auswahl der Spender ist so streng, dass viele Menschen gar nicht erst zur Spende zugelassen werden. So führt zum Beispiel die Einnahme gewöhnlicher Allergiemedikamente (Antihistaminika) bereits zu einem einmonatigen Ausschluss. Ein Urlaub in einem Malariagebiet führt gar zu einer Sperre von 6 Monaten. Gar nicht spenden dürfen u. a. Drogenabhängige, Prostituierte und Häftlinge. Aber auch homo- und bisexuelle Männer werden einer Hochrisikogruppe zugeordnet, obwohl die befürchteten HIV- oder Hepatitis-Infektionen natürlich nicht von der sexuellen Orientierung allein abhängig sind.

Alle Blutproben werden dann aber noch intensiv geprüft. In größeren Blutspendezentralen läuft diese Überprüfung häufig automatisiert ab. Dabei wird das Blut in einem Gerät gleichzeitig auf Hepatitis, HIV und Syphilis getestet. Bei etwa jeder 30.000-sten Spende schrillen die Alarmglocken: Wenn der Test ein positives Ergebnis zeigt, wird die Blutprobe sofort gesperrt. Und trotzdem bleibt ein kleines Rest-Risiko: Im Schnitt schlüpft bundesweit alle zwei Monate eine Blutspende mit einem Virus durch die Kontrollen, obwohl der Test nichts gefunden hat.

Noch mehr Sicherheit

Foto: eine Ärztin vor dem Computer; Rechte: WDR-TV
Spenderblut wird auf viele Krankheitserreger getestet.

Wissenschaftler testen jetzt ein Verfahren, das noch mehr Sicherheit verspricht: Sogar unbekannte Viren sollen dabei unschädlich gemacht werden.
Die Forscher nutzen einen besonderen Unterschied aus: Alle Krankheitserreger besitzen Erbsubstanz; StichwortBlutplättchen und Stichwortrote Blutkörperchen, zwei wichtige Blutpräperate, jedoch nicht.
Zurzeit laufen Tests an Blutplättchenpräparaten, die mit einer Substanz vermischt werden, die auch in der Petersilie vorkommt: Psoralen. Sind Krankheitserreger im Blut, dann heftet sich das Psoralen an deren Erbsubstanz. Anschließend werden die Präparate drei Minuten lang mit UV-A-Licht bestrahlt. Durch das angeheftete Molekül wird dabei die Erbsubstanz zerstört. Wenn im Blut Viren, Bakterien oder Parasiten vorhanden waren, können sie sich nun nicht mehr vermehren und sind damit unschädlich.
Dieses Verfahren wirkt auch bei unbekannten Erregern, weil das Psoralen generell die Erbsubstanz angreift. Die Blutplättchen werden bei dieser Prozedur nicht geschädigt, da sie ja keine Erbsubstanz enthalten.

Mit den roten Blutkörperchen haben die Forscher Ähnliches vor, denn auch sie besitzen keine Erbsubstanz.
Sind die Tests erfolgreich, könnten Bluttransfusionen noch viel sicherer werden – obwohl die Wahrscheinlichkeit sich zu infizieren auch bisher extrem gering ist.

Der Weg des Blutes

Foto: Frau mit Kittel in einem Labor am arbeiten; Rechte: WDR-TV
Zwischenlagerung der fertigen Blutplättchenpräparate.

Bei der Blutspende wird das Blut direkt in ein geschlossenes Beutelsystem abgezapft. Darin befindet sich eine Substanz, die die Gerinnung des Blutes unterbindet. Ohne diese würde es innerhalb weniger Minuten verklumpen und man könnte es nicht mehr nutzen.
Das Blut wird dann zentrifugiert: Dabei setzen sich die schweren Bestandteile unten und die leichteren oben ab. In speziellen Maschinen wird das Blut dann in drei Bestandteile aufgeteilt. In die roten Blutkörperchen, das Blutplasma und die Blutplättchen. Die roten Blutkörperchen sind relativ schwer und fließen nach unten ab. Bei Operationen mit großem Blutverlust stellen sie die Sauerstoffversorgung im Körper sicher. Das leichtere StichwortBlutplasma wird nach oben gedrückt. Aus ihm können über 30 Medikamente hergestellt werden: Gerinnungsfaktoren für Bluter, aber auch Impfstoffe  z. B. gegen Wundstarrkampf. Im Beutel verbleiben die Blutplättchen. Mit ihnen werden unter anderem Krebspatienten behandelt.

Stichwörter

1 Blutplättchen
Blutplättchen (Thrombozyten) sind farblose Bruchstücke von Knochenmarkzellen. Sie sind die kleinsten Blutkörperchen (etwa 0,003  mm  Durchmesser), ihre Zahl in 1  mm3  Blut beträgt 200.000 bis 400.000. Sie sind für die Blutgerinnung wichtig. Die Blutkörperchen und ihre Vorstufen entstehen vorwiegend im Knochenmark. Zurück zum Absatz
2 rote Blutkörperchen
Die roten Blutkörperchen oder auch Erythrozyten sind sehr klein. Von ihnen sind  ca. 25-30 Milliarden im Blut enthalten. Sie befinden sich ungeordnet in den Blutgefäßen und sind nicht zur Zellteilung fähig. Ihre Zellmembran ist für Wasser und kleinmolekulare Stoffe durchgängig. Damit die Erythrozyten mit Sauerstoff beladen werden können, bedarf es des roten Blutfarbstoffs, der als Hämoglobin bezeichnet wird. Dieser Farbstoff (Häm), der den Erythrozyten während ihrer Reifungsphase zugeführt wird, besteht aus ringförmig angeordneten Aminosäureketten, in deren Mitte sich ein Eisenion befindet. Für die Bildung der roten Blutkörperchen ist es daher wichtig, dass dem Körper mit der Nahrung ausreichende Mengen Eisen (10-30  mg pro Tag) zugeführt werden, denn täglich geht dem Körper  ca. 1  mg Eisen verloren. Während der Menstruation verlieren Frauen sogar noch mehr Eisen. Zurück zum Absatz
3 Blutplasma
Das Blutplasma besteht aus Wasser (90  %), Elektrolyten (besonders Natrium, Kalium und Calcium), den transportierten Stoffen und aus Proteinen (6 bis 8 %). Blutproteine sind Albumine, die an der Regulation des Wasserhaushaltes beteiligt sind, Globuline, die Antikörper enthalten, und Fibrinogen, das für die Blutgerinnung verantwortlich ist. Zurück zum Absatz
:

Axel Bach

Stand: 11.06.2002


Alle Beiträge


Quarks Blut-Quiz

Foto/Grafik: Ranga Yogeshwar mit Reagenzgläsern die rote
Flüssigkeit enthalten; Rechte: WDR-TV

Mehr zum Thema


Vorschauvideo


Gästebuch „Nackt aber sicher?“

Grafik: Gästebuch; Rechte: WDR

Ist das Gleichgewicht zwischen Freiheit und Sicherheit noch gegeben? Oder gibt es eine Schieflage? Schreiben Sie uns! Hier geht’s zum Gästebuch. [mehr]


Der Wissenswettbewerb von Quarks & Co

Animation: eQuarks; Rechte: WDR

Macht mit und gewinnt den eQuarks 2010 und vieles mehr für die einfachste Antwort auf unsere Fragen! [mehr]


Wissen macht Spaß


Service

Quarks-Skript; Rechte: WDR

Skript, Newsletter, Mitschnitt & Co. [mehr]


Sendetermine


Quarks Bildschirmschoner

Der Quarks-Bildschirmschoner zeigt die aktuelle Zeit auf einem
Ziffernblatt analog an.; Rechte: WDR

Mit dem Quarks & Co Bildschirmschoner behalten Sie die Zeit im Blick. [mehr]


Rubriken


Wissenswert


RSS-Newsfeed

Logo: Quarks RSS-Newsfeed; Rechte: Quarks/WDR

  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.