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Blutkrebs - Leukämie

  • SendeterminDienstag, 11. Juni 2002, 21.00 - 21.45 Uhr .
Foto: Portraitaufnahme Rudolf Virchow
Rudolf Virchow war der erste, der Leukämie beschrieben hat.

Blut ist Leben. Besonders deutlich wird das, wenn das Blut eines Menschen erkrankt und sein Leben bedroht ist. Neben der Blutarmut – der Anämie – und der Bluterkrankheit – also einer Störung der Blutgerinnung – ist der Blutkrebs oder auch Leukämie eine der tückischsten Blutkrankheiten. Der große Mediziner Rudolf Virchow war der Erste, der die Leukämie 1845 beschrieben hat. Der Name sagt, um was es dabei geht: "Leukos" heißt auf Griechisch "weiß" und "haema" "Blut". Leukämie ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen.

Im Blutbild fällt die Leukämie auf, wenn die Zahl der weißen Blutkörperchen auf weit über das Zehnfache des Normalwerts ansteigt. Diese StichwortLeukozyten sind nicht voll funktionstüchtig und stark geschädigt. Früh genug erkannt ist Leukämie eine der Krebsformen, die Ärzte relativ gut behandeln können.

Mit einem neuen Medikament scheinen sich die Heilungschancen nun sogar noch zu verbessern. Selbst nüchterne Wissenschaftler sprechen von einem neuen Zeitalter in der Therapie von Leukämie. Mit Glivec liegt ein Präparat für chronisch-myeloische Leukamie (CML) vor, das nun nach der Zulassung in Deutschland, den USA und der Schweiz in die klinische Erprobung geht.

Praktisch alle CML-Erkrankten haben einen genetischen Defekt, der als so genanntes Philadelphia-Chromosom unter dem Mikroskop sichtbar wird. Dabei ist ein kleines Stück von Chromosom 22 mit dem Chromosom 9 verbunden. Dieser 1960 entdeckte "Fehler" führt zu einem falsch zusammengesetzten Gen. Dadurch kann das Eiweiß Bcr-Abl nicht korrekt hergestellt werden. Bcr-Abl gehört zu der Enzymfamilie der Tyrosinkinasen. Ihnen kommt in allen Körperzellen eine entscheidende Rolle bei der Signalübermittlung zu. Ist das Bcr-Abl-Enzym also fehlerhaft, so entwickelt es eine erhöhte Aktivität und lässt die Zellen entarten. Als molekularbiologisches Designer-Medikament dockt Glivec an eine bestimmte Stelle des Bcr-Abl-Eiweißes an und durchbricht den krankhaften Prozess. Bei 53 von 54 Patienten mit CML normalisiert sich die Zellzahl im Blut innerhalb kürzester Zeit. Dann ist der Weg frei für eine Chemotherapie - wenn sie überhaupt noch nötig ist.

Stichwörter

1 Leukozyten
Im Unterschied zu den roten sind die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, kernhaltig und enthalten keinen Farbstoff. Ihre Zahl beträgt 4000 bis 9000/ mm3  Blut. Man unterscheidet Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten; sie sind (mit Ausnahme der Lymphozyten) größer als die roten Blutkörperchen. Zurück zum Absatz
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Heinz Greuling

Stand: 11.06.2002


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