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Die Jagd nach dem Ballon

  • SendeterminDienstag, 25. Juni 2002, 21.00 - 21.45 Uhr.

Ein Kindheitstraum: den Weg eines Luftballons am Himmel verfolgen. Diesen Traum konnte sich bislang niemand erfüllen. Es ist unklar, wie hoch und wie weit ein solcher Ballon überhaupt fliegt. Eine Aufgabe für Quarks  &  Co.

Wir nehmen Kontakt zu Ralf Bögel auf, Biologe und Spezialist in Sachen Tierverfolgung. Wir überlegen gemeinsam mit ihm, wie wir den Weg eines Luftballons am Himmel verfolgen können. Ein modernes, speziell umgerüstetes GPS-Ortungssystem erscheint am geeignetsten. Das gibt uns nicht nur ständig die Position, sondern auch die Höhe des Ballons an.

Nach einigen Vorversuchen ist der große Tag gekommen. Der Wind bläst kräftig über unseren Startplatz, die Kölner Rheinwiesen. Das ist genau das richtige Wetter für eine weite Flugstrecke. Der Luftballon wird mit einem Sender präpariert, der die Position unseres Ballons zu einem Empfangsgerät auf der Erde überträgt. Damit der Ballon steigen kann, füllen wir ihn mit einem Gas, das leichter ist als Luft: Helium. Und eine Grußkarte mit unserer Adresse darf nicht fehlen, damit wir erfahren, wo der Ballon gelandet ist, falls etwas schief läuft.

Start mit Kindern

Foto: Ranga und die Kinder lassen die Luftballons fliegen
Start auf den Kölner Rheinwiesen. Die Ballons treiben in Richtung Norden.

Bei unserem Experiment ist eine Schulklasse mit von der Partie. Die Ballons der Kinder tragen eine Plüschmaus. Auch bei ihnen darf die Grußkarte nicht fehlen, damit wir hoffentlich auch bei den Mäusen erfahren, wohin ihre Reise ging.

Der Start: Die Kinder und Ranga Yogeshwar lassen ihre Ballons gleichzeitig in die Luft. Wir verlieren die Ballons schnell aus den Augen. Aber der Sender schickt die Position des Testballons zum Boden. Wir können live am Bildschirm unseres Laptops verfolgen, wo der Ballon gerade ist. Der Ballon treibt so schnell nach Norden, dass wir in der Stadt Mühe haben, mit dem Auto hinterherzukommen. Auf der Autobahn können wir noch gerade mithalten. Der Ballon steigt schnell in die Höhe.

Verfolgungsjagd auf der Autobahn

Foto: Ralf Bögel peilt mit einer Antenne im Auto
Ralf Bögel beherrscht die Kunst des Peilens per Hand und ermittelt so die Position des Ballons.

Nach knapp einer halben Stunde Verfolgungsjagd ist der Ballon fast vier Kilometer aufgestiegen. In dieser Höhe ist der Wind enorm. Mit etwa 80 Kilometern pro Stunde fegt der Ballon nach Norden. Jetzt bloß kein Stau. Auf einmal bleibt das Positionssignal aus. Wir wissen nicht, was passiert ist.

Aber Ralf Bögel kennt eine alternative Möglichkeit, den Ballon zu orten. Mit einer Antenne peilt er das gestörte Signal des Senders an. Ja, der Ballon ist noch am Himmel und treibt weiter gen Norden.

Endlich erscheint auch auf dem Display  unseres Notebooks wieder eine neue Position. Wir sind mittlerweile wenige Kilometer östlich von Düsseldorf angekommen. Knapp siebentausend Meter Höhe hat der Ballon erreicht, als wieder Funkstille einsetzt. Das Peilen per Hand bleibt diesmal ohne Erfolg. Wir vermuten, dass der Ballon geplatzt und abgestürzt ist. Ralf Bögel berät sich telefonisch mit dem Deutschen Wetterdienst. Vermutlich hat der kräftige Wind den Ballon weiter nach Norden getrieben, bevor er abgestürzt ist.

Grafik: Grüne Karte mit eingezeichneter Flugstrecke
Nach 42 Kilometern Flugstrecke empfangen wir das letzte GPS-Signal.

Stundenlang suchen wir die Umgebung östlich von Düsseldorf ab. Doch es ist zum Verzweifeln: Wo Ralf Bögel auch peilt: Es gibt kein Signal. Nördlich von Essen wollen wir schließlich aufgeben. Da ertönt das vertraute Geräusch des Peilgerätes. Der Ballon kann nicht weit entfernt sein. In der Nähe der Stadt Marl finden wir schließlich seine Überreste.

Hier können Sie sich das Making of.. auf der folgenden Seite ansehen.

:

Reinhart Brüning

Stand: 25.06.2002


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Foto/Grafik: Ranga Yogeshwar mit Ballon und Kindern um sich herum

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