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Nano-Sonnencreme

  • SendeterminDienstag, 06. August 2002, 21.00 - 21.45 Uhr .

Viele von uns haben Nanotechnologie schon am eigenen Leib erfahren, ohne es zu wissen. Denn "Nano" hat schon längst Einzug in die Kosmetik gehalten. Ein gutes Beispiel dafür sind Sonnencremes, die Nanopartikel enthalten.

Sonnencreme mit Mängeln

Foto: Creme versickert in einer Hautfalte, Nahaufnahme
Wie schmelzender Schnee, versickert die Sonnencreme in den Hautfalten und mit Ihr die organischen UV-Filter.

Sonnencremes bestehen neben Duftstoffen, Emulgatoren und Feuchtigkeitsspendern vor allem aus drei Grundbestandteilen: aus Öl, Wasser und einem  UV-Filter. In der Regel sind UV-Filter organische Moleküle, die das schädliche UV-Licht ablenken oder "quenchen",  d. h. in Wärme umwandeln. Diese organischen UV-Filter haben aber zwei Nachteile. Zum einen reagieren empfindliche Menschen auf sie allergisch. Außerdem schützen sie die Haut nicht gleichmäßig. Nach dem Einreiben fließt nämlich ein Großteil der Creme in Hautfalten ab - und mit ihr auch die organischen Filter. Die Folge: die erhöhten Hautpartien sind schlechter geschützt.

Die Alternative

Foto: Titandioxid, Mikroskopaufnahmen
Die Alternative: UV-Filter aus Titandioxid. Sie bleiben liegen, wo man sie aufträgt.

Deshalb haben die Forscher der Kosmetikbranche eine Alternative entwickelt: kleine Partikel aus Zink- oder Titandioxid. Diese Stoffe filtern das UV-Licht genauso gut wie organische Filter und haben den Vorteil, dort liegen zu bleiben, wo man sie aufgetragen hat. Außerdem rufen sie keine Allergien hervor.

Anfangs gab es mit den Oxidpartikeln allerdings ein kosmetisches Problem: Die Industrie konnte keine Partikel unter der Größe eines Mikrometers herstellen. Deshalb blieben sie nach dem Auftragen als weißer Film auf der Haut sichtbar. Erst mit der Herstellung "echter" Nanopartikel, haben die Kosmetikfirmen das Problem gelöst. Heute verwenden sie Titanpartikel mit einem Durchmesser von 80-100 Nanometern, Partikel mit einem Durchmesser von 15-20 Nanometern sind in der Entwicklung. Sie sind für das sichtbare Licht durchlässig und darum unsichtbar - ein typischer Nano-Effekt. Ein weiterer Vorteil: Je kleiner die Partikel, desto dichter liegen sie nebeneinander und desto effektiver schützen sie die Haut vor UV-Licht.

Warum also die Nanopartikel nicht noch kleiner machen, um die Bedeckung und damit den UV-Schutz noch weiter verbessern? Da setzt der vorher erwünschte Nano- Effekt eine natürliche Grenze. Werden die Nanopartikel zu klein, so lassen sie auch das kurzwellige UV-Licht passieren. Im Moment scheint es als sei eine Größe von 15-20 Nanometern der optimale Kompromiss zwischen Durchsichtigkeit, Bedeckung und UV-Schutz.

:

Daniel Münter

Stand: 06.08.2002


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