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Quarks & Co
Sendung vom 17. September 2002
Anatomie des Laufens
Der Mensch tut es, ohne darüber nachzudenken. Und das ist
gut so. Denn Laufen ist ein kompliziertes Zusammenspiel von etwa 60
Knochen und mehr als 60 Muskeln. Genau genommen ist Laufen nichts
anderes als eine andauernde Rettung vor einem Sturz und das
bedeutet
Koordination auf höchstem Niveau. Hüft-, Bein- und
Fußmuskeln leisten dabei Schwerarbeit. Aber auch der Rest des
Körpers wirkt mit - vom Rumpf bis zum Hals. Die Arme wirken
beim Laufen als Gegengewichte zu den jeweils vorschnellenden
Beinen.
Der erste Schritt ist immer ein kontrollierter Sturz. Muskeln in den Oberschenkeln und der Hüfte bewegen das Bein nach vorne. Das Knie beugt sich dabei ganz von selbst. Gleichzeitig wird die Fußspitze leicht angehoben, damit sie später beim Aufsetzen nicht in den Boden rammt. Dafür sorgen Muskeln im Schienbeinbereich.
Während das eine Bein sich gewissermaßen auf die Landung vorbereitet, trägt das andere das gesamte Gewicht. Eigentlich müsste der Körper dabei zur Seite kippen. Damit das nicht passiert, fixieren Muskeln des Standbeins die Hüfte.
Zum Schluss der Bewegung bremst die Rückseite des
Oberschenkels das Bein ab. Der Fuß setzt nun mit der Ferse
auf. In dieser Phase wirken auf die Hüfte Kräfte vom
Mehrfachen des Körpergewichts.
Damit der Körper beim Aufsetzen nicht einknickt, werden Knie
und Hüfte fixiert. Der Fuß rollt seitlich ab. Die Waden
schieben den Körper über die Großzehen nach vorne:
Jetzt muss das andere Bein weitergehen.
Wenn der Körper irgendwann wieder zum Stand kommt, sorgen Bänder und Muskeln dafür, dass er im Lot bleibt: Kopf, Hüfte, Knie und Knöchel liegen kerzengerade übereinander. Man nennt das labiles Gleichgewicht, weil alle Muskeln ständig bereit sind, Schwankungen auszugleichen.
Tim Förderer
Stand: 17.09.2002
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