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Lotto-Tipps

  • SendeterminDienstag, 12. November 2002, 21.00 - 21.45 Uhr .

Welche Zahlen soll man tippen?

Foto: Lottoziehungsgerät wird von einem Kameramann im Studio
gefilmt
Der bekannteste Zufallszahlengenerator Deutschlands: die Lottomaschine.

Den Traum von "sechs Richtigen" im Lotto träumen in Deutschland wöchentlich mehrere Millionen Menschen. Die Hoffnung auf den glücklichen Zufall ist groß - die Zahl derer, die zufällig das große Glück haben, bleibt jedoch klein. Denn die Mathematik ist grausam: 1 zu 13.983.816 beträgt die Wahrscheinlichkeit auf "sechs Richtige". Prozentual hat man also eine Chance von 0,000007% auf den großen Geldregen. Und weil die Kugeln jede Woche wieder neu gemischt werden, bleibt die Wahrscheinlichkeit für einen Lottogewinn auch so unglaublich gering. Und dennoch versuchen die Menschen immer wieder den glücklichen Zufall herbeizulocken - mit ausgefeilten Strategien und neuen Taktiken.

Viele Gewinner senken die Quote

Foto: Ausschnitt von einem Lottoschein mit Kreuzchen
Regelmäßige Muster auf dem Lottoschein bringen regelmäßig schlechte Quoten.

Der Gedanke ist gar nicht so falsch, denn mit einer guten Strategie kann man zumindest die Höhe eines Gewinns beeinflussen. Je mehr Gewinner es gibt, die sich einen Gewinn teilen müssen, desto kleiner wird der Gewinn- anteil für jeden Einzelnen. So passierte es bei jener denkwürdigen Ziehung vom 4.10.1997: Damals hätte ein Sechser 6,7 Millionen  DM  (rund 3,4 Millionen Euro) gebracht – wenn nur ein einziger Tipper die sechs richtigen Zahlen (9-13-23-27-38-40) angekreuzt hätte. Weil die Zahlen aber so ein hübsches Muster auf dem Tippschein bildeten, hatten viele sie angekreuzt: 124 Tipper mussten sich den Gewinn teilen und bekamen nur 53.982 DM (27.600,56 Euro) ausgezahlt.

Quarks-Tipps zum Lottospielen

Foto: 3 mal die Lottotrommel mit Bällen in einem Ausschnitt
Schon bei einer Umdrehung der Trommel sind keine Muster mehr zu erkennen.

Leider wissen wir nicht, welche Zahlen Sie ankreuzen müssen, um "sechs Richtige" zu haben. Aber wir wissen, wie sie vermeiden können, Ihren Gewinn mit vielen anderen zu teilen. Hier ein paar goldene Regeln:

Machen Sie keine Muster auf dem Lottoschein. Bei quadratischer Anordnung der Kästchen ergeben beispielsweise die Zahlen 1-9-16-25-33-41 die Diagonale von links oben nach rechts unten. Solche Muster gefallen auch anderen.

Auch regelmäßige Zahlenfolgen (2-4-6-8-10-12) sind sehr beliebt. Natürlich werden regelmäßige Zahlenfolgen mit der gleichen Wahrscheinlichkeit gezogen wie alle anderen auch – aber der Gewinn wird nicht sehr hoch sein, da Sie sich ihn mit vielen anderen Tippern teilen müssen. So brachte die Kombination 2-3-4-5-6-26 der Lottoziehung vom 10.4.1999 den 31 Gewinnern immerhin noch 232.000 DM (118.619 Euro) pro Nase. Der Gewinn wäre jedoch noch bedeutend geringer ausgefallen, wäre statt der 26 die 7 gefallen.

Die Lottogesellschaften veröffentlichen selbst jede Menge Statistiken über die gezogenen Zahlen. Sie geben Auskunft darüber, welche Zahl am häufigsten gezogen wurde (zur Zeit die 32), welche am seltensten (13) oder welche Zahl am längsten nicht gefallen ist (auch die 32!). Unser Rat: Kümmern Sie sich nicht um solche Statistiken! Regeln lassen sich daraus nicht ableiten, außer einer: Viele Spieler kreuzen genau diese Zahlen an und verringern dadurch die Quote.

Kreuzen Sie nicht die Zahlen an, die sich aus den Geburtstagen Ihrer Familie ergeben. Das machen viele andere auch – und sorgen so dafür, dass die Quoten besonders niedrig sind, wenn Zahlen unter 30 oder die 19 gezogen werden.

Tippen Sie nicht die Zahlen, die andere auch tippen. Leider veröffentlichen die Lottogesellschaften diese Zahlen nicht. Allerdings hat der Mathematikprofessor Karl Bosch 1993 eine Studie eben zu diesem Thema durchgeführt. Er wertete 6,8 Millionen Tippreihen aus, die ihm die baden-württembergische Lottogesellschaft zur Verfügung gestellt hatte. Die am häufigsten getippte Zahl war die 19, danach folgten 9-7-17-10-11.

Solche Strategien machen sich im Übrigen auch kommerzielle Spielergemeinschaften zunutze, die "Hochquotensysteme" versprechen. Hier gilt allerdings: Wer einen Sechser tippt, muss den Gewinn mit vielen anderen teilen. Außerdem reduzieren sich die Gewinnchancen allein dadurch, dass ein Teil des Einsatzes bei der Tipp-Firma hängen bleibt, statt chancensteigernd eingesetzt zu werden.

Am besten Sie kreuzen zufällig ausgewählte Zahlen an. Die Lottogesellschaften bieten solche Zahlen  z. B.  als "Quick-Tipp" an. Das steigert zwar nicht Ihre Gewinnchancen auf "sechs Richtige" - aber die Wahrscheinlichkeit, dass Sie für einen Sechser nur wenig Geld bekommen, sinkt immens.

:

Martin Rosenberg

Stand: 12.11.2002


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