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Tee-ABC

  • SendeterminDienstag, 10. Dezember 2002, 21.00 - 21.45 Uhr .

Aromatisierte Tees

Foto: Verschiedene Earl Grey Packungen
Earl Grey Tee gehört zu den beliebtesten Teesorten.

Der bekannteste und auch älteste aromatisierte Tee ist der Earl Grey. Die Legende besagt, dass ein Earl - namens Charles Grey - dieses Tee-Rezept aus China mitgebracht hat. Bis heute wird der Earl Grey auf die gleiche Weise hergestellt: Schwarzer Tee wird parfümiert mit dem Öl aus der Schale einer Zitrusfrucht – der Bergamotte. Will man einen Earl Grey trinken, der tatsächlich mit echtem Bergamottenöl parfümiert ist, muss man die Inhaltsstoffe auf der Teepackung genau studieren. Dort muss "natürliche Aromastoffe" zu lesen sein. Steht auf der Packung "künstliche oder natur- identische Aromastoffe", dann ist der Tee eben nicht mit Bergamottenöl, sondern mit künstlichen Aromen parfümiert.

Grüner Tee und schwarzer Tee

Foto: Mann prüft schwarzen Tee, indem er ein Papier mit
Schwarztee unter seine Nase hält und daran riecht.
Schwarzer Tee enthält über 350 flüchtige Substanzen.

Beide Teesorten kommen von dem selben Teestrauch. Der botanische Name der Gattung lautet: Camellia sinensis. Der Unterschied zwischen grün und schwarz entsteht erst in der Verarbeitung. Schwarzer Tee wird durch die im Blatt vorhandenen Enzyme "fermentiert". (Es ist allerdings keine echte StichwortFermentation, weil an diesem Prozess keine Bakterien beteiligt sind.) Dabei entstehen bestimmte flüchtige Substanzen, die den schwarzen Tee blumig und karamellartig schmecken lassen. Bei grünem Tee wird die "Fermentation" durch Hitze verhindert; deswegen bleibt das Blatt grün. Über 700 flüchtige Substanzen wurden in ihm bisher gefunden. Ob sie alle für das Aroma verantwortlich sind, wissen die Tee-Experten allerdings noch nicht. Im Gegensatz zum schwarzen Tee schmeckt grüner Tee ein wenig wie Heu und grüne Blätter.

Die Herkunft der Teesorten

Grafik: Ausschnitt Weltkarte auf der Indien und Sri Lanka grün
markiert sind.
Die größte Menge Tee in Deutschland kommt aus Indien und Sri Lanka.

Grüne Tees werden hauptsächlich in China und Japan produziert und getrunken. Die Teesorten, die in Deutschland am häufigsten getrunken oder zu Mischungen weiterverarbeitet werden, kommen aus Indien und Sri Lanka. Der Darjeeling-Tee wächst in Indien am Fuße des Himalajas und hat ein zartes, leicht süßliches Aroma. Der Assam-Tee kommt aus dem Nordosten Indiens: Es ist ein kräftiger und malziger Tee, der den Hauptbestandteil der Ostfriesenmischung ausmacht. Ceylon-Tee aus Sri Lanka schmeckt frisch und spritzig.

Die Sortierung

Foto: Getrocknete Teeblätter
Puristische Teetrinker schwören auf Blatt-Tee.

Bevor der Tee in den Verkauf gelangt, wird er sortiert. Und zwar nach Blattgrößen: Blatt-Tee, Broken-Tee, Fannings und DustFannings und Dust sind die kleinsten Aussiebungen, die dann im Teebeutel landen. Teebeutel-Tee muss nicht grundsätzlich schlechter sein als Blatt-Tee. Allerdings werden die Inhaltsstoffe aus den kleinen Blattstückchen viel schneller herausgelöst als aus Blatt-Tee. Deswegen wird er so schnell kräftig und bitter. Das kann das Aroma überdecken, das von den ätherischen Ölen gebildet wird.

Trotzdem: Die Blattgrößen sagen zunächst nichts über die Qualität eines Tees aus. Auch die verschiedenen Bezeichnungen auf der Verpackung - wie zum Beispiel FTGFOP (Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe) – sagen nur etwas über die Blattgröße und die Zusam- mensetzung des Tees aus. Sie bezeichnen weitere Sortierungsschritte und nicht die Qualität. Die richtet sich nämlich nach Klima, Lage und Verarbeitung des Tees.

Drei oder fünf Minuten?

Foto: Zwei Teegläser auf einem Tisch
Durch die Gerbstoffe ist ein Fünf-Minuten-Tee dunkler als ein Drei-Minuten-Tee.

"Anregend drei Minuten, beruhigend fünf Minuten", heißt es oft. Als Grund dafür wird angegeben, das Coffein löse sich schnell aus den Blättern - die StichwortGerbstoffe dagegen nur langsam. Zieht ein Tee nur drei Minuten, so ist ein Großteil des Coffeins schon im Getränk gelöst; jedoch sind in dieser kurzen Zeit erst wenig Gerbstoffe im Tee. Bei einem Fünf-Minuten-Tee ist noch mehr Coffein gelöst - vor allem aber enthält der Tee viel mehr Gerbstoffe. Weitverbreitet ist die Annahme, dass die Gerbstoffe zunächst einen Teil von dem Coffein binden und dann erst langsam im Körper wieder freigeben. Ob das wirklich so ist, darüber streiten sich die Experten. Fest steht allerdings, dass die Formel: "Anregend drei Minuten, beruhigend fünf Minuten", nicht stimmt. Ein Fünf-Minuten-Tee kann nicht beruhigen, sondern höchstens nicht in dem gleichen Maße anregen wie ein Drei-Minuten-Tee. Denn Coffein ist auf jeden Fall im Tee und das macht auf keinen Fall müde - im Gegenteil. Die Gerbstoffe eines Fünf-Minuten-Tees wirken allerdings leicht antibakteriell, beruhigen also im weitesten Sinne den Magen- und Darmtrakt.

Stichwörter

1 Fermentation
Fermentation bezeichnet den Prozess einer biochemischen Stoffumwandlung durch Mikroorganismen oder Enzyme. Die Fermentation wird zur Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln ( z. B.  Bier, Wein, Backhefen, Essig, Joghurt) genutzt, aber auch zur Gewinnung von Medikamenten (z. B. Penicillin). Einige Lebens-  bzw.  Genussmittel, wie Tabak, Tee und Kaffee, werden zum Zwecke der Aromaentwicklung fermentiert. Zurück zum Absatz
2 Gerbstoffe
Gerbstoffe sind Verbindungen, die die Eigenschaft besitzen, mit den Eiweißen der Haut unlösliche Verbindungen einzugehen und so Kollagen zu binden. Deswegen kann man mit ihnen Haut in Leder umwandeln. Auch in der Medizin finden Gerbstoffe Verwendung. Ihnen werden zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen zugesprochen: Sie wirken beruhigend auf Schleimhäute, beschleunigen Heilungsprozesse bei Verletzungen und hemmen Entzündungen. Zurück zum Absatz
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Tanja Winkler

Stand: 10.12.2002


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