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Der Muntermacher

  • SendeterminDienstag, 10. Dezember 2002, 21.00 - 21.45 Uhr .

Die Entdeckung

Grafik: chemische Struktur von Coffein; Rechte: WDR-TV
1859 wurde Coffein erstmals künstlich hergestellt.

1827 entdeckte Jean Baptiste Oudry im Tee eine Substanz, die er Thein nannte. Bald darauf stellte sich heraus, dass das Molekül des Theins mit dem Molekül einer bekannten Substanz im Kaffee chemisch identisch ist: mit dem Coffein. Seitdem gibt es Befürworter und Gegner dieser Substanz und ihrer (angeblichen) Wirkung.

Wie viel ist drin?

Foto: Zwei Tassen Tee auf einem Tablett mit Zucker und Milch.;
Rechte: Deutsches Teebüro
Im Schnitt enthalten zwei Tassen Tee etwa 80 mg Coffein.

Oft werden unterschiedliche Werte für den Coffein-Gehalt von Tee angegeben. Das liegt daran, dass sowohl die Teesorte und das Klima wie auch die Verarbeitung und Zubereitung des Tees Einfluss auf den Coffein-Gehalt haben. In einer Tasse Tee (150  ml) sind etwa 25–90  mg Coffein enthalten. In einer Tasse Kaffee sind dagegen 50-150 mg Coffein. Als Faustregel gilt: Eine Tasse Kaffee hat so viel Coffein wie zwei Tassen Tee.

Mildes Coffein im Tee?

Grafik: Coffein-Konzentration in ein Koordinatensystem grafisch
dargestellt; Rechte: WDR-TV
Die Gerbstoffe haben offenbar keinen Einfluß auf die Coffeinauf- nahme.

Immer wieder liest man, dass Tee viel milder anregt als Kaffee. Grund dafür sei die Bindung des Coffeins im Tee an StichwortGerbstoffe. Das Coffein in der Kaffeebohne ist im Gegensatz dazu an StichwortChlorogensäure gebunden. Die Gerbstoffe im Tee sollen angeblich dafür sorgen, dass das Coffein vom menschlichen Körper langsamer aufgenommen wird. Diesen Schluss haben WissenschaftlerInnen Ende der 60er Jahre aus Tierversuchen gezogen. Ein Versuch an freiwilligen Versuchspersonen kam 1973 jedoch zu einem anderen Ergebnis. Nach dem Genuss von Kaffee oder Tee mit etwa der gleichen Menge an Coffein wurde die Konzentration der Substanz im Blutplasma gemessen. Die Kurve zeigt, dass der menschliche Körper Coffein aus Kaffee und Tee gleich schnell aufnimmt. Nach 30 Minuten ist die größte Menge im Blut. Danach wird das Coffein langsam wieder abgebaut.

Genussmittel oder Gift?

Foto: Ranga mit Teetassen und mit Teebeutel in der Hand; Rechte:
WDR-TV
Zuviel Coffein ist ungesund.

Natürlich hat die Dosis einen großen Einfluss auf die Wirkung des Coffeins. Außerdem muss die persönliche Stoffwechselleistung miteinkalkuliert werden. Bei durchschnittlicher Empfindlichkeit und normalem Teekonsum regt das Coffein den Kreislauf an, erweitert die Bronchien und die Blutgefäße. Überdies verfliegt die Müdigkeit und die Konzentration wird verbessert. Ab einer Konzentration von 500–1.000 mg jedoch können sich unangenehme Symptome einstellen: Herzrasen, Unruhe oder Schlafstörungen. Bei einem mittleren Gehalt von 40 mg Coffein pro Tasse Tee ist dieser Wert allerdings nur schwerlich zu erreichen: Man müsste schon mindestens 12 Tassen trinken - und das schnell hintereinander.

Stichwörter

1 Gerbstoffe
Gerbstoffe sind Verbindungen, die die Eigenschaft besitzen, mit den Eiweißen der Haut unlösliche Verbindungen einzugehen und so Kollagen zu binden. Deswegen kann man mit ihnen Haut in Leder umwandeln. Auch in der Medizin finden Gerbstoffe Verwendung: Ihnen werden zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen zugesprochen: Sie wirken beruhigend auf Schleimhäute, beschleunigen Heilungsprozesse bei Verletzungen und hemmen Entzündungen. Zurück zum Absatz
2 Chlorogensäure
Chlorogensäure ist ein weit verbreiteter Ester der Kaffeesäure mit der Chinasäure. Man vermutet, dass diese Säure bei Kaffeetrinkern der in der Nahrung am häufigsten vorkommende sekundäre Pflanzenstoff ist. Mit einer Tasse Kaffee werden etwa. 50­150 mg Chlorogensäure zugeführt. Starke Kaffeetrinker nehmen bis zu ein Gramm dieser Säure pro Tag auf. Zurück zum Absatz
:

Tanja Winkler

Stand: 10.12.2002


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