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Quarks & Co
Sendung vom 10. Dezember 2002
Der Muntermacher
1827 entdeckte Jean Baptiste Oudry im Tee eine Substanz, die er Thein nannte. Bald darauf stellte sich heraus, dass das Molekül des Theins mit dem Molekül einer bekannten Substanz im Kaffee chemisch identisch ist: mit dem Coffein. Seitdem gibt es Befürworter und Gegner dieser Substanz und ihrer (angeblichen) Wirkung.
Oft werden unterschiedliche Werte für den Coffein-Gehalt von Tee angegeben. Das liegt daran, dass sowohl die Teesorte und das Klima wie auch die Verarbeitung und Zubereitung des Tees Einfluss auf den Coffein-Gehalt haben. In einer Tasse Tee (150 ml) sind etwa 25–90 mg Coffein enthalten. In einer Tasse Kaffee sind dagegen 50-150 mg Coffein. Als Faustregel gilt: Eine Tasse Kaffee hat so viel Coffein wie zwei Tassen Tee.
Immer wieder liest man, dass Tee viel milder anregt als Kaffee.
Grund dafür sei die Bindung des Coffeins im Tee an
Gerbstoffe. Das Coffein in der Kaffeebohne
ist im Gegensatz dazu an
Chlorogensäure gebunden. Die Gerbstoffe
im Tee sollen angeblich dafür sorgen, dass das Coffein vom
menschlichen Körper langsamer aufgenommen wird. Diesen Schluss
haben WissenschaftlerInnen Ende der 60er Jahre aus Tierversuchen
gezogen. Ein Versuch an freiwilligen Versuchspersonen kam 1973
jedoch zu einem anderen Ergebnis. Nach dem Genuss von Kaffee oder
Tee mit etwa der gleichen Menge an Coffein wurde die Konzentration
der Substanz im Blutplasma gemessen. Die Kurve zeigt, dass der
menschliche Körper Coffein aus Kaffee und Tee gleich schnell
aufnimmt. Nach 30 Minuten ist die größte Menge im Blut.
Danach wird das Coffein langsam wieder abgebaut.
Natürlich hat die Dosis einen großen Einfluss auf die Wirkung des Coffeins. Außerdem muss die persönliche Stoffwechselleistung miteinkalkuliert werden. Bei durchschnittlicher Empfindlichkeit und normalem Teekonsum regt das Coffein den Kreislauf an, erweitert die Bronchien und die Blutgefäße. Überdies verfliegt die Müdigkeit und die Konzentration wird verbessert. Ab einer Konzentration von 500–1.000 mg jedoch können sich unangenehme Symptome einstellen: Herzrasen, Unruhe oder Schlafstörungen. Bei einem mittleren Gehalt von 40 mg Coffein pro Tasse Tee ist dieser Wert allerdings nur schwerlich zu erreichen: Man müsste schon mindestens 12 Tassen trinken - und das schnell hintereinander.
Tanja Winkler
Stand: 10.12.2002