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Quarks & Co
Sendung vom 10. Dezember 2002
Was ist drin im Teebeutel
Unter Teeliebhabern genießt der Beuteltee nicht den besten Ruf. Dabei ist im Teebeutel keineswegs der "Abfall" einer Teeproduktion, wie oft vermutet wird. Vielmehr wird eine Tee-Ernte nach dem Zermahlen der Blätter unterschiedlich ausgesiebt: Die kleinsten Blattkrümel gehen in die Beuteltee-Produktion. Manchmal wird sogar eine gesamte Ernte für die Beuteltee-Produktion besonders klein zermahlen.
Quarks & Co will es genau wissen und lässt vom Institut für Lebensmittelchemie der TU Braunschweig einen Stichprobentest durchführen. Die Testkandidaten: ein Bio-Ceylon, ein Darjeeling Tee und ein Earl Grey - alle drei sowohl als Beuteltee wie auch als loser Tee im Test. Von jedem Tee werden Proben mit genau gleichem Gewicht (2 g) und mit genau der gleichen Menge Wasser aufgebrüht. Jeweils nach einer, drei und fünf Minuten werden aus diesen Aufgüssen Proben entnommen.
Wir vermuten, dass der fein gemahlene Beuteltee aufgrund seiner
größeren Gesamtoberfläche stärker zieht als
der Blatt-Tee.
Zunächst testen die Wissenschaftler den Coffein-Gehalt. Da schneiden
loser Tee und Beuteltee bei den Sorten Earl Grey und Bio-Ceylon in etwa gleich ab.
Lediglich beim Darjeeling gibt der Beuteltee deutlich mehr Coffein
ab als der lose Tee.
Als nächstes untersuchen die Forscher die im Tee gelösten Feststoffe. Dazu lassen sie den Tee in einem Hitzeschrank verdunsten und wiegen die zurückgeblie- benen, gelösten Feststoffe. Bei allen drei Proben finden die Experten beim Beuteltee deutlich mehr gelöste Feststoffe. Auch nach fünf Minuten Ziehzeit holen die losen Tees den Vorsprung nicht ein.
In einem dritten Test untersuchen die Wissenschaftler die
Teeproben auf
Polyphenole. Das sind die Stoffe, auf die
man u.
a. die gesundheitsfördernde Wirkung des Tee
zurückführt. Deshalb sind wir auf dieses Ergebnis
besonders gespannt. Den Polyphenolen kommt man nur mit einer
Testflüssigkeit auf die Spur: Je blauer sich die
Flüssigkeit färbt, desto mehr Polyphenole sind im Tee.
Das Ergebnis: Die Beuteltees weisen die höheren
Polyphenolwerte auf. Auch hier holt der lose Tee selbst nach
fünf Minuten Ziehzeit den Beuteltee nicht ein.
Ergebnis unserer Stichprobenuntersuchung: Der Teebeutel ist
möglicherweise besser als sein Ruf - auf jeden Fall ist er
ergiebiger.
Den Freunden des losen Tees zum Trost: Sie können die Teemenge
beim Aufguss viel freier dosieren. Wer's kräftiger mag, nimmt
einfach etwas mehr.
Mike Schaefer
Stand: 10.12.2002
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