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Quarks & Co
Sendung vom 21. Januar 2003
Wie die Stimme funktioniert
Im Allgemeinen machen wir uns keine Gedanken darüber, was wir genau tun müssen, um diesen oder jenen Satz zu sagen. Wir sprechen ihn ganz einfach aus - und unsere Stimme gehorcht uns. Aber wie funktioniert unser Sprechapparat eigentlich? Wie produziert der Mensch überhaupt einen Ton? Wie schafft er es, blitzschnell beim Sprechen die unterschiedlichsten Laute zu erzeugen oder komplizierte Melodiefolgen zu singen? Nehmen wir den Kammerton "A". Dieser Ton entspricht einer Frequenz von 440 Hertz, also einer Schallwelle mit 440 Schwingungen pro Sekunde. Wer diesen Ton singen will, dessen Stimmlippen müssen sich 440-mal pro Sekunde öffnen und wieder schließen. Keine Muskelzelle und kein Nerv ist in der Lage, so schnell Befehle an die Stimmlippen weiterzugeben. Es muss also anders funktionieren.
Unsere Stimmlippen arbeiten dabei mit Druck und Unterdruck. Zunächst verschließen wir die Stimmlippen über der Luftröhre: Unsere Lunge muss Druck aufbauen, damit Luft durch die Stimmlippen strömen kann. Schließlich entsteht an der Lücke zwischen den Stimmlippen ein Unterdruck. Durch diesen Sog verschließen sich die elastischen Stimmlippen gleich wieder. Wenn die Lunge dann wieder genug Druck aufgebaut hat, geht dieser Prozess von vorne los. Die Stimmlippen zerhacken also den Luftstrom in kleine Scheiben Luft mit mehr und weniger Druck, mit anderen Worten: Es entsteht eine Schallwelle.
Mit moderner Technik kann man die Stimmlippen sogar filmen:
Experten der Technischen Hochschule Aachen haben das mit
Endoskopkameras für Quarks &
Co möglich gemacht. Das Filmen mit diesen Kameras ist
für die Sänger im folgenden Film zwar nicht gerade
angenehm, aber schmerzfrei und ungefährlich. Und: Diese
Kameras liefern wirklich außergewöhnliche Bilder!
Unser Real-Video-Clip zeigt Ihnen einen Blick in den menschlichen
Hals - diesmal beim Singen!
Wie aber schaffen es unsere Stimmlippen, tiefe und hohe Töne
zu erzeugen? Es sind die Muskeln in und um die Stimmlippen herum,
die die Spannung der Stimmlippen beeinflussen und damit auch
für die Tonhöhe verantwortlich sind. Grundsätzlich
gilt: Bei tiefen Tönen werden die Stimmlippen lockerer
gehalten; bei hohen Tönen werden sie angespannt. Je gespannter
die Stimmlippen sind, desto schneller verschließen sie sich
wieder, nachdem die Luft aus den Lungen durch sie hindurch
geströmt ist. Je schneller sich die Stimmlippen
verschließen, desto mehr Luftscheiben werden pro Sekunde
erzeugt. Das entspricht einer höheren Frequenz - und einem
höheren Ton.
Mike Schaefer
Stand: 21.01.2003
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