Sie befinden sich hier:
WDR.de
WDR Fernsehen
Wissen
Quarks & Co
Sendung vom 18. Februar 2003
Die Welt der Gesten
Die meisten Bewegungen unserer Hände sind
unwillkürlich und haben keine bestimmte Bedeutung. Aber nicht
alle! Mit bestimmten Bewegungen unserer Hände können wir
sprechen: Wir drücken zum Beispiel unseren Unmut aus, indem
wir jemandem "einen Vogel zeigen" oder wir deuten unsere
Zuneigung an durch Zuhauchen eines Kusses. Diese Handbewegungen
heißen dann Gesten. Mit der Hilfe von Gesten können wir
unsere Worte unterstützen und manchmal sogar ersetzen. Gesten
bekunden Gefühle und unterstreichen den Ausdruck der Stimme.
Meist fällt uns das allerdings erst dann auf, wenn das
Gesprochene und die Gesten nicht zusammenpassen. So kann der
Eindruck entstehen, dass der Sprecher selbst nicht glaubt, was er
gerade sagt.
Unklar ist bis heute, ob Gesten erlernt werden oder ob es einen
angeborenen Grundstock an Gesten gibt. Dafür, dass zumindest
einige Gesten angeboren sind, spricht eine Geste, die in allen
Kulturen verstanden wird: Deuten mit dem Zeigefinger - das
können wir schon als Säuglinge.
Dennoch ist das nicht bei allen Gesten so. Wie unsere Lautsprache
ist auch die Sprache der Gesten von der jeweiligen Kultur
geprägt. Ein und dieselbe Geste kann in verschiedenen
Ländern völlig unterschiedliche Bedeutungen haben. Kennt
man die Gestensprache eines Landes nicht, kommt es schnell zu
Missverständnissen. Im Allgemeinen sind Stirnrunzeln oder
Schmunzeln die Folge. Aber diese Missverständnisse können
auch ernste Konsequenzen nach sich ziehen, z. B. den Abbruch einer
Geschäftsbeziehung oder sogar eine Gefängnisstrafe.
Wollen Sie wissen, wie sicher Sie sich in der Welt der Gesten bewegen? Dann machen Sie mit bei unserem Gesten-Quiz.
Ulrich Grünewald
Stand: 18.02.2003
Seite teilen