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Einheitswährung DNA

  • SendeterminDienstag, 25. März 2003, 21.00 - 21.45 Uhr .

Das Erbgut jeder Zelle, die StichwortDNA, liegt im StichwortZellkern. Alle Informationen, die die Zelle zum Leben benötigt - die Baupläne für die StichwortEiweiße-, sind hier in den Genen festgeschrieben. Wird ein neues Eiweiß gebraucht, muss der dazugehörige Bauplan auf der DNA, also ein spezielles Gen, abgelesen werden. Zum Ablesen der Information muss der Doppelstrang der DNA jedoch zuerst geöffnet werden.

Das Ablesegerät bei der Arbeit

Foto: Polymerase
Die Polymerase – das Ablesegerät der Zelle – kopiert die Information des Gens.

Nach der Öffnung des DNA-Doppelstrangs kann das Ablese-Eiweiß – das Enzym StichwortPolymerase. Das Ablese-Eiweiß fährt dann an den Buchstaben der DNA entlang und produziert dabei eine exakte Kopie der Gensequenz – einen Einzelstrang.

Botschaft aus dem Zellkern

Foto: RNA
Die RNA trägt die Geninformation aus dem Kern heraus.

Wie ein Bote trägt dieses Stück Einzelstrang – die Forscher nennen es mRNA – die Information des Gens aus dem Zellkern heraus. Denn außerhalb des Zellkerns befindet sich die Eiweißfabrik der Zelle: das StichwortRibosom.

Übersetzer des Bauplans

Foto: Ribosom
Das Ribosom kann die verschlüsselte Information der Gene übersetzen.

Die Genkopie aus dem Zellkern bindet sich an das Ribosom. Es übersetzt nun die Information des StichwortGencodes und stellt auf der Basis des gelieferten Bauplans das gewünschte Eiweiß her. Das Ribosom wandert dazu immer in Schritten von drei Buchstaben an der Sequenz der Genkopie entlang. Denn die genetischen Wörter sind immer drei Buchstaben lang. Jedes Wort steht für einen bestimmten Eiweißbaustein.

Eiweißbausteine werden frei Haus geliefert

Foto: Transportmoleküle
Die Transportmoleküle liefern die verschiedenen Eiweißbausteine an das Ribosom.

Bestimmte Transportmoleküle liefern die einzelnen Bausteine an. An ihrer Unterseite tragen sie jeweils die drei Genbuchstaben, die im genetischen Code für den jeweiligen Eiweißbaustein stehen. Nur wenn diese drei Genbuchstaben exakt zu der Sequenz der Genkopie passen, dockt das Transportmolekül an. Das Ribosom kann dann den Eiweißbaustein, den der Transporter geliefert hat, an die wachsende Eiweißkette hängen. So wird also der Code der DNA in die lebenswichtigen Eiweiße übersetzt.

Stichwörter

1 DNA
Die Desoxyribonucleinsäure (kurz DNS oder in der englischen Abkürzung DNA) speichert die Erbinformation einer Zelle. Das DNA-Molekül besteht aus einem Rückgrat aus Phosphat und Zucker sowie vier verschieden Basen: Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin. Die Forscher kürzen diese Genbuchstaben A, T, C und G ab. Wie Watson und Crick 1953 entdeckten, hat die DNA die Struktur einer Doppelhelix: Zwei Einzelstränge lagern aneinander und verdrillen sich wie eine Wendeltreppe. Das Rückgrat liegt außen, die Genbuchstaben zeigen nach innen. Jeweils zwei Buchstaben liegen sich in der Doppelhelix immer gegenüber: A und T und C und G. Das nennen die Wissenschaftler Basenpaar. Zurück zum Absatz
2 Zellkern
Der Zellkern ist die Kommandozentrale der Zelle. Im Zellkern liegt das Erbgut geschützt durch die Kernhülle. Alle notwendigen Informationen sind hier auf der DNA gespeichert. Der Kern ist daher für die Vererbung der Information der DNA zuständig. Außerdem werden von den Genen auf der DNA alle Prozesse in der Zelle kontrolliert. Hier wird die DNA abgelesen. Allerdings haben nicht alle Lebewesen einen Zellkern. Bei Viren und Bakterien liegt das Erbgut direkt in der Zelle. Zurück zum Absatz
3 Eiweiße
Eiweiße sind große Moleküle, die im Körper lebenswichtige Aufgaben haben. Sie bilden Muskeln, zersetzen Nahrung oder transportieren Sauerstoff durch den Körper. Eiweiße sind lange Ketten von 40 bis zu 400 Eiweißbausteinen. Von diesen Grundbausteinen, den so genannten Aminosäuren, gibt es 20 verschiedene. Ihre Abfolge nennt man die Sequenz eines Eiweißes. Sie ist in den Genen festgelegt. Jeder Eiweißbaustein verleiht dem Molekül andere Eigenschaften. Eiweiße werden auch Proteine genannt. Zurück zum Absatz
4 Polymerase
Die Polymerase ist ein Eiweiß. Von ihr gibt es verschiedene Arten mit leicht unterschiedlichen Aufgaben. Die  RNA-Polymerase liest die Information der Gene ab und stellt eine RNA-Kopie des Gens zur Produktion eines Eiweißes her. Die DNA-Polymerase fährt ebenfalls an der DNA entlang, stellt aber eine DNA-Kopie her. Wenn  z.B. die Zelle sich teilen will: Dann verdoppelt die Polymerase die DNA. Zurück zum Absatz
5 Ribosom
Das Ribosom ist die Eiweißfabrik der Zelle. Es übersetzt den Bauplan in den Genen in die Sequenz der Eiweißbausteine. Das Ribosom ist aus Eiweißen und RNA-Molekülen aufgebaut. Zurück zum Absatz
6 Gencodes
Der genetische Code ist eine Art der Verschlüsselung, in der die Informationen auf der DNA gespeichert sind. Er ist bei allen Lebewesen gleich - bei Pflanzen, Tieren und Menschen. Immer drei Buchstaben ergeben zusammen ein "genetisches Wort". Das bedeutet, je drei Genbuchstaben stehen für einen bestimmten Eiweißbaustein. Die Wissenschaftler nennen das den Triplett-Code der DNA. Die DNA besitzt nur vier verschiedene Genbuchstaben (A, T, C und G); die Eiweiße sind dagegen aus zwanzig verschiedenen Bausteinen aufgebaut. Deshalb bietet nur die Kombination von drei Buchstaben die Möglichkeit, alle verschiedenen Eiweißbausteine zu verschlüsseln. Mit dem Triplett-Code ergeben sich insgesamt 64 verschiedene "genetische Wörter". Zurück zum Absatz
:

Marion Kerstholt

Stand: 25.03.2003


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