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Sendung vom 25. März 2003
Klonen - Theoretisch ganz einfach
Das Schaf Dolly war das erste geklonte Säugetier. Es kam am 5. Juli 1996 in Schottland im Roslin-Institute zur Welt. Dolly war die perfekte Kopie ihrer "Mutter" - eines 6 Jahre alten Schafes.
Der Geburt von Dolly war eine aufwendige Prozedur vorangegangen. Die Forscher entnahmen einem Schaf eine Eizelle und entfernten deren Zellkern mit der gesamten Erbinformation. Dollys "Mutter" wurde eine Euterzelle entnommen und deren Zellkern in die leere Hülle der entkernten Einzelle eingesetzt. Hier sollte sich der fremde Kern wieder zurückentwickeln: vom Kern einer ausdifferenzierten, "erwachsenen" Euterzelle zu einem embryonalen Kern. Um das zu erreichen, wenden die Forscher verschiedene Tricks an: Mit Hilfe von elektrischen Impulsen sollen Zellkern und -hülle miteinander verschmelzen. Wenn das funktioniert, beginnt sich die Einzelle zu teilen und es entwickelt sich ein Klon-Embryo. Bei Dolly hat das geklappt: Der Embryo wurde einem Leihmutterschaf eingepflanzt, die ein paar Monate später ein gesundes Lamm zur Welt brachte: Dolly - eine genetisch exakte Kopie eines erwachsenen Schafes.
Bis Dolly das Licht der Welt erblickte, wurde diese Prozedur 277 Mal durchgeführt: 277 Zellkerne wurden in 277 Spender-Eizellen eingesetzt und über 10 Jahre lang in insgesamt 13 Leihmütter eingepflanzt. Nur eine dieser Schwangerschaften verlief erfolgreich.
Dolly war zu dick und musste Diät halten. Sie bekam mit 5,5 Jahren Arthritis und sie alterte zu schnell. Im Februar 2003 musste sie wegen einer Lungenentzündung eingeschläfert werden. Sie wurde nur 6,5 Jahre alt, obwohl Schafe normalerweise mehr als doppelt so alt werden.
Hinter jedem Klontier, das auf die Welt kommt, stecken im
Durchschnitt 100 Embryonen, die es nicht geschafft haben. Die
Hälfte stirbt noch kurz vor oder nach der Geburt. Die
Schäden sind vielfältig: Oft sind die Organe nicht
funktionsfähig oder die Tiere leiden an Immundefekten oder
Blutarmut. Besonders häufig kommen die Tiere
übergroß zur Welt - die Forscher nennen das das
"Large Offspring Syndrome" LOS. Diese
Entwicklungsstörung entsteht durch gestörte Regulation
der Zellen, dadurch wird der Körper zu groß und die
Gliedmassen verkümmern. Doch selbst wer die ersten
Lebensmonate übersteht, hat keine Aussicht auf ein langes
gesundes Leben: Klontiere sterben früher als ihre
natürlich gezeugten Artgenossen, leiden häufiger an Krebs
oder Leberschäden.
Inzwischen wurden Schafe, Mäuse, Kühe, Schweine, Ziegen,
Kaninchen und eine Katze geklont. Und angeblich wurde im Dezember
2002 der erste geklonte Mensch "Eve" geboren. Angesichts
der Erfahrungen mit Klontieren ein grauenvolle Vorstellung.
Die ersten Mäuse werden in Hawaii von Ryuzu Yanagimachi
geklont.
Eizellverbrauch: 800
Leihmütter: 54
Charlie und George, die ersten geklonten Rinder, werden in
Amerika geboren
Eizellverbrauch: 248
Leihmütter: 5
In Schottland werden die ersten geklonten Ferkel geboren
Eizellverbrauch: 586
Leihmütter: 10
Einem Muttertier pflanzt man sogar knapp 100 Embryonen auf einmal
ein.
"CC" Carbon Copy, die erste geklonte Katze, kommt in
Texas zu Welt
Eizellverbrauch: 275
Leihmütter: 8
Angeblich wird der erste geklonte Mensch "Eve" geboren. Brigitte Boisselier und die Firma "Clonaid" geben die Geburt bekannt, liefern aber keinerlei Beweise für diese Behauptung. Über den Eizellverbrauch und die Anzahl der Leihmütter geben sie nichts bekannt.
Corinna Sachs
Stand: 25.03.2003
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