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Quarks & Co
Sendung vom 25. März 2003
Die Cambridge-Interviews
Die Stadt im Südosten von England gilt immer noch als das
britische Mekka der Wissenschaft. Die Universität mit den
berühmten Collages und Universtätsgebäuden ist
eine der ältesten der Welt und die größte in
England. Hier wirkten die ganz Grossen der Wissenschaft
wie Isaac
Newton , Charles
Darwin and James
Clerk Maxwell.
Hier am Cavendish
Laboratory haben auch Francis Crick und James Watson 1953 die Struktur der
Erbsubstanz entschlüsselt. Ranga Yogeshwar hat sich
in Cambridge mit
einem Freund von James Watson getroffen und konnte ihm einige
persönliche Fragen zu den Entdeckern der DNA-Struktur
stellen.
Das Interview können Sie auch als
Video verfolgen.
Ranga: Herr Prof. Mitchison, Sie kannten Crick und Watson
persönlich. Wie würden Sie die beiden Charaktere
beschreiben?
Avrion Mitchison: Crick war, wie man heute sagen würde
ein Mensch, der gerne im Rampenlicht steht. Er war sehr
enthusiastisch und sehr klar. Er war kontaktfreudig und hatte viele
Beziehungen. Zu dieser Zeit habe ich ihn nie, ohne eine schöne
Frau an seiner Seite gesehen. Meistens war das seine Frau Audil -
aber eben nicht immer.
Ranga: Und wie war Watson?
Avrion Mitchison: Watson war ganz anders. Er war scheuer und
nicht so versessen darauf seine Meinung zu äußern. Ich
glaube sogar, er hatte oft gar keine Meinung. Natürlich hatte
er sehr überzeugende wissenschaftliche Ideen. Ansonsten war er
ein bescheidener, liberaler Amerikaner, aber er hatte wenig
Interesse an Kunst oder Literatur.
Ranga: Jetzt fünfzig Jahre nach der Entdeckung ist DNA
eine große Sache. Aber was war sie damals?
Avrion Mitchison: Es war ein Puzzle. Es war nicht klar, ob
die DNA das genetische Material war oder nicht. Das
Watson-Crick-Modell hat das stark bestätigt, aber bewiesen war
es nicht. Das musste mit Experimenten geschehen, die andere Leute
gemacht haben.
Ranga: Auch eine dritte Person hatte Anteil an der
Entdeckung - eine Frau: Rosalind Franklin. Wie sehen Sie das?
Avrion Mitchison: Nein, das meine ich nicht. Sie hat an
etwas ganz anderem gearbeitet. Sie machte Kristallographie, womit
man jede Art von Modellen testen kann. Aber sie hätte noch
sehr lange Zeit weiter gearbeitet, ohne eine Lösung für
das Problem zu finden.
Ranga: Vielen Dank für das Gespräch
Am berühmten Sanger Institute hat sich Ranga Yogeshwar mit
Prof. Mike Stratton getroffen. Er ist der Direktor des Cancer Genome Projects.
Ranga: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Genen und
Krebs?
Mike Stratton: Es
gibt eine sehr enge Beziehung zwischen Genen und Krebs. Lassen Sie
mich das erklären: Jede einzelne Körperzelle enthält
eine komplette Kopie des menschlichen Erbguts. Und das Erbgut ist
im Leben verschiedenen Einflüssen ausgesetzt wie Chemikalien,
Strahlung oder Viren, die die DNA beschädigen. Manchmal kann
in einer Zelle ein solcher Schaden ein bestimmtes Gen treffen.
Dieses Gen kann sich verändern und Krebs auslösen.
Ranga: Nun, wenn man also das gesamte Erbgut mit einer
Bibliothek vergleicht, dann wäre ein einziges Buch demnach das
Gen, das verändert ist...
Könnte das ein Ansatz für eine neue Therapie
sein...?
Mike Stratton: Ja , nehmen wir an dieses Gen wurde
verändert und hat Krebs ausgelöst. Dann hoffen wir
Medikamente zu entwickeln, die dieses Gen ganz spezifisch angreifen
und es ausschalten. Wenn wir das erreichen, könnten wir den
Krebs stoppen.
Das ist seit 20 Jahren die Hoffnung der Krebsforscher.
Und es gibt tatsächlich heute schon Erfolge, die zeigen, dass
diese Strategie funktionieren könnte. Deshalb wollen wir sie
jetzt an möglichst vielen Krebsgenen anwenden, um
möglichst viele Krebsarten zu behandeln.
Ranga: Vielen Dank für das Gespräch
Stand: 25.03.2003
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